VonRebecca Fulleschließen
Einsatz im Morgengrauen: Polizei und BKA stehen teils vermummt vor einem Mehrfamilienhaus in Wiesbaden. Nun sind die Hintergründe bekannt.
Update vom 23. April, 13.30 Uhr: Eine in Wiesbaden und Marbella (Spanien) ansässige Tätergruppe war der Grund für den Einsatz der Polizei und des BKA am frühen Dienstagmorgen, 23. April, in Wiesbaden. Das teilt das BKA nun in einer Pressemitteilung mit.
Das Mehrfamilienhaus in der Kleinen Frankfurter Straße war eines von insgesamt 21 Wohngebäuden, die in Wiesbaden, St. Augustin (Nordrhein-Westfalen) sowie München durchsucht wurden. Das alles geschah im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wiesbaden. Über 300 Beamten waren dabei im Einsatz. Zeitgleich durchsuchten etwa 200 spanische Polizisten 13 Wohnungen in Marbella und Umgebung.
Drogenschäfte für Millionenbeträge: Durchsuchung des BKA in Wiesbaden
Seit Mai 2023 wird gegen die Gruppe ermittelt. Gegen sie besteht der „Verdacht der Geldwäsche, der Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie des bandenmäßigen Handelns mit Cannabis“, heißt es in der Mitteilung. Die 21 Tatverdächtigen zwischen 22 und 45 Jahren sollen seit rund vier Jahren regelmäßige Cannabis-Lieferungen im bis zu dreistelligen Kilogramm-Bereich von Spanien nach Deutschland organisieren. Dabei erwirtschafteten sie laut Meldung Gewinne in Millionenhöhe.
Die Gruppe habe ein sehr hohes Gewaltpotenzial, heißt es in der Mitteilung. Konkurrierende Straftäter etwa wurden Opfer von Brandanschlägen, versuchter Tötung, gefährlichen Körperverletzungen, Erpressungen sowie Freiheitsberaubungen.
Ausgangspunkt der Ermittlung waren 380.000 Euro, die bei einer Zollkontrolle in Frankreich, nahe der spanischen Grenze, in einem „professionell verbauten Versteck eines Fahrzeuges“ gefunden wurden. Die Spur der französischen Polizei führte nach Wiesbaden. Als Folge wurde die Gemeinsame Finanzermittlungsgruppe (GFG), bestehend aus dem Bundeskriminalamt und dem Zollkriminalamt, mit den Ermittlungen beauftragt.
Die Ermittlungen der GFG und der Staatsanwalt Wiesbaden dauern an. Besonders die Auswertung der Beweismittel werde noch dauern.
Mysteriöser Einsatz am frühen Morgen: Wiesbadener Polizisten beobachten Umgebung
Erstmeldung vom 9. April, 10.24 Uhr: Wiesbaden – Am Dienstagmorgen, 23. April, rief ein Einsatz in der Kleinen Frankfurter Straße in Wiesbaden Polizisten und Kräfte des Bundeskriminalamtes (BKA) auf den Plan.
Gegen sechs Uhr morgens standen teils vermummte Einsatzkräfte des BKA und der Polizei vor dem Hauseingang eines Mehrfamilienhauses.
Weitere Polizisten warteten in Einsatzfahrzeugen in unmittelbarer Nähe und beobachteten die Umgebung. Das teilt 5Vision.News in einer Meldung mit.
Der Hintergrund des Einsatzes von Polizei und BKA ist bisher unbekannt. Das BKA hat sich bisher (Stand 23. April, 10 Uhr) noch nicht dazu geäußert. Wir berichten weiter.
Aktuell ist eine perfide Betrugsmasche rund um das BKA im Umlauf. Dabei werden falsche BKA-Mails versendet.
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