Wohnhaus im Ortskern

Bauherr wehrt sich gegen Kritik - Zukunft von umstrittenem Neubau in Eichenzell offen

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Der Bauherr der umstrittenen Immobilie an der Ecke Wilhelmstraße/Turmstraße im Kernort Eichenzell wehrt sich nun gegen die Kritik der Fraktionen in der Gemeinde.
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Der Bauunternehmer, der im Eichenzeller Ortskern ein Wohnhaus gegen die Bestimmungen im Bebauungsplan errichtet hat, wehrt sich gegen Kritik aus den Eichenzeller Fraktionen: „Nicht ich, sondern die Gemeinde ist jetzt am Zug“, sagt der Bauherr.

Eichenzell - Der Bauherr hatte sich im August 2020 mit der Gemeinde Eichenzell (Landkreis Fulda) auf das genaue Ausmaß für ein Wohngebäude an der Ecke Wilhelmstraße/Turmstraße, einen Steinwurf vom Schlösschen entfernt, geeinigt. Doch in der Ausführung wich der Unternehmer davon ab: Genehmigt wurden 15 Wohnungen auf drei Etagen unter einem Satteldach, gebaut wurden 14 Wohnungen auf zwei Etagen mit Flachdach. Die Bodenplatte liegt einen Meter höher als erlaubt.

Fulda: Bauherr von umstrittenem Neubau in Eichenzell wehrt sich

In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter äußerten alle Fraktionen Kritik an der Abweichung. Es dürfe nicht sein, dass die Änderung im Nachhinein erlaubt werde.

Jetzt meldet sich der Bauherr bei unserer Zeitung zu Wort: „Ja, ich habe einen Fehler gemacht. Aber die Kritik der Fraktionen ist überzogen und zum Teil unbegründet.“ Der Bauunternehmer berichtet, er habe der Gemeinde mehrere Lösungsvorschläge unterbreitet. „Mein Hauptvorschlag ist, dass ich das Haus einem Sozialverband vermiete. Der Verband wiederum würde die Wohnungen an Senioren – vor allem aus Eichenzell – vermieten.“

Und weiter: „Der Sozialverband, dessen Namen ich nicht nennen will, ist einverstanden. Von der Gemeinde habe ich dazu noch keine Reaktion gehört. Dabei stammt dieser Vorschlag bereits aus dem November 2022.“ Von den Nachbarn der Immobilie habe er dazu schon positive Reaktionen gehört.

Aber ich wüsste gern, was die Gemeinde überhaupt will – und wo sie eine Lösung sieht.

Bauherr der umstrittenen Immobilie

Er habe der Gemeinde auch angeboten, im Haus Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen. „Das ist nicht meine favorisierte Lösung. Aber wenn es der Gemeinde hilft, wäre ich dazu bereit. Aber auch dazu habe ich vom Bürgermeister und den Fraktionen keine Reaktion bekommen.“

Der Bauunternehmer sagt, er wolle eine Lösung mit der Gemeinde finden. Die Gemeinde gebe ihm aber kein Signal, wie sie sich eine Lösung vorstelle – obwohl er regelmäßig bei Bürgermeister Johannes Rothmund (CDU) nachfrage. „Ich bin weiter bereit zu einem Gespräch mit allen Fraktionschefs und der Spitze der Gemeindeverwaltung. Auch zu einem Runden Tisch mit den Nachbarn, wie ihn die Bürgerliste vorgeschlagen hat, wäre ich bereit.“

Bauherr von Neubau in Eichenzell wartet auf Antworten der Gemeinde

Die Abweichung von der ursprünglichen Genehmigung sei für das Bauwerk nicht erheblich, sagt der Bauunternehmer: „Die Bodenplatte liegt einen Meter höher als erlaubt. Dafür habe ich dann auf das Dachgeschoss verzichtet. Dadurch ist das Haus vier Meter niedriger und 350 Quadratmeter kleiner als geplant. Ich sehe nicht, wo hier der Schaden für die Gemeinde liegt. Die Nachbarn freuen sich, dass das Haus niedriger ist als geplant.“

Zu der Abweichung vom Plan sei es gekommen, weil beim Schaffen der Bodenplatte nicht richtig gemessen worden sei. „Das war nicht meine Absicht. Es ist mir erst im Laufe der Bauzeit aufgefallen. Da hatte ich sogar schon die Treppe ins Dachgeschoss bestellt. Aber natürlich hätte ich die Abweichung gleich melden müssen“, sagt der Bauherr.

Sein Schaden sei schon jetzt groß: „Ich habe durch die Abweichungen keinen Vorteil. Seit einem Jahr fehlen mir die Mieteinnahmen aus den 14 Wohnungen. Zudem habe ich dauerhaft 350 Quadratmeter weniger zu vermieten.“ Wenn es einer Lösung diene, sei er auch zu einer Spende an die Gemeinde bereit. „Aber ich wüsste gern, was die Gemeinde überhaupt will – und wo sie eine Lösung sieht.“

Zuletzt hofften die Gemeindevertreter auf Rückenwind durch ein Rechtsgutachten, das sie einstimmig in Auftrag gaben.

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