Wahlrechtsreform

Rottwilm (SPD) schafft Sprung in den Bundestag – Drama um CDU-Kandidatin

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Wirbel um Wahlrechtsreform: Rottwilm zieht trotz Platz zwei über die SPD-Landesliste in den Bundestag, Bischof (CDU) trotz Sieg ohne Mandat in Nordhessen.

Waldeck-Frankenberg - Klare Stärkung der CDU, dramatischer Bedeutungsverlust für SPD und FDP und riesiger Erfolg für die AfD - das ist die Bilanz der Bundestagswahl im Wahlkreis 169 Schwalm-Eder. Dennoch gibt es für die SPD eine gute Nachricht: Dr. Philipp Rottwilm (Neuental), der im Wahlkreis mit 28,3 Prozent der Erststimmen nur die zweitmeisten Stimmen erhalten hat, zieht überraschend über die Landesliste der SPD (Platz 9) in den Bundestag ein. „Es fühlt sich noch ganz surreal an“, sagt Rottwilm im HNA-Gespräch.

Wird den Wahlkreis 169 in Berlin vertreten: Dr. Philipp Rottwilm. Auf dem Bild mit seiner Familie.

Dagegen trifft Anna-Maria Bischof (CDU) ein bitteres Schicksal: Sie gewinnt zwar das Direktmandat mit 30,1 Prozent, doch aufgrund der Wahlrechtsreform von 2023, durch die der Bundestag verkleinert werden soll, erhält sie kein Mandat in Berlin. Denn Bischof hat mit 30,1 Prozent ein schlechteres Prozent-Ergebnis als andere CDU-Direktkandidaten. Sie wird auch nicht über die CDU-Landesliste (Platz 4) in den Bundestag kommen.

Anna-Maria Bischof, Generalsekretärin der CDU Hessen war Direktkandidatin im Wahlkreis 169.

In Hessen trifft vier weitere CDU-Direktkandidaten das gleiche Schicksal wie Anna-Maria Bischof. „Ich bin sehr dankbar, dass wir diesen historischen Sieg im Wahlkreis einfahren konnten. Noch nie wurde dieser Wahlkreis von der CDU gewonnen. Umso ärgerlicher ist es, dass durch eine undemokratische Wahlrechtsreform dieser Sieg zu nichts führt“, sagt Bischof. Die Verkleinerung des Bundestages war notwendig, allerdings hätte dies nicht zu Lasten der Demokratie passieren dürfen, ergänzt sie. Wer vor Ort gewinnt und das Vertrauen der Wähler bekommen habe, müsse auch in den Bundestag einziehen.

Zweitstärkste Kraft im nordhessischen Wahlkreis ist die AfD

Nicht nur bei den Erststimmen, auch bei den Zweitstimmen siegte die CDU: Sie setzte sich mit 27,4 Prozent klar an die Spitze (Afd: 23,7 Prozent und SPD: 22,4 Prozent) und profitierte von dem bundesweiten Trend. 86,1 Prozent der 182.432 Wahlberechtigten gaben ihre Stimmen ab.

Erststimmen bei der Bundestagswahl: Das sind die Wahlkreissieger in Hessen

Yannick Schwander CDU-Kandidat
Yannick Schwander holt mit 26 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Frankfurt am Main I. © Enrico Sauda
Leopold Born ist für die CDU Direktkandidat im Wahlkreis 182 (Frankfurt II)
Leopold Born holt mit 27,4 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Frankfurt am Main II. © dpa
Kandidat-Frankenberg Wahlkreis 169 Schwalm-Eder / FrankenbergBundestagswahl 2025 23.2.2025CDU: Anna-Maria Bischof (34) stammt aus Fritzlar und geht für die Christdemokraten ins Rennen. Die Juristin ist Generalsekretärin der CDU Hessen, Kreistagsabgeordnete und Vorsitzende der CDU Schwalm-Eder. Sie kandidiert zum zweiten Mal als Direktkandidatin.Kontakt:  anna-maria.bischof@cdu-hessen.de, 0157/85602155Foto: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)
Anna-Maria Bischof holt mit 30,1 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Schwalm-Eder. © privat/Foto: Tobias Koch (www.tobiaskoc
Wilhelm Gebhard CDU-Bundestagskandidat Wahlkreis 168 (Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg) aus Wanfried.
Wilhelm Gebhard holt mit 32,2 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg. © Thorsten Eschstruth
Der CDU-Politiker Jan-Wilhelm Pohlmann wurde als Direktkandidat für die Bundestagswahl nominiert. Foto: CDU Waldeck-Frankenberg
Jan-Wilhelm Pohlmann holt mit 31,1 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Waldeck. © privat
Stefan Korbach holt in Wiesbaden das Direktmandat.
Stefan Korbach holt mit 30,7 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Wiesbaden. © CDU Wiesbaden
Dr. Michael Meister (CDU): Nebeneinkünfte zwischen 1.000 Euro und 3.500 Euro. In Hessen Platz 9, im Gesamtranking Platz 157.
Michael Meister holt mit 36,3 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Bergstraße. © cdu.de (Tobias Koch)
Bundestag
Patricia Lips holt mit 34 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Odenwald. © Jonathan Penschek
Astrid Mannes CDU-Abgeordnete aus Südhessen, könnte auch ohne Mandat bleiben, wenn sie die meisten Erststimmen bekommt.
Astrid Mannes holt mit 26,7 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Darmstadt. © IMAGO/photothek
Björn Simon sitzt für den Wahlkreis Offenbach im Bundestag in Berlin.
Björn Simon holt mit 31,2 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Offenbach. © Joshua Bär
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Marcus Kretschmann holt mit 30,3 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Groß-Gerau. © Inge Miczka, Inge@miczka.net
Norbert Altenkamp ist CDU-Direktkandidat im Wahlkreis 180 (Main-Taunus).
Norbert Altenkamp holt mit 39,8 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Main-Taunus. © dpa
bha1207-A_Reddig_Scheiber.JPG09.07.2024, xpsx, Lokal Hanau Portrait Pascal Reddigv.l. Pascal Reddig
Pascal Reddig holt mit 32 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Hanau. © Patrick Scheiber/Patrick Scheiber
Thomas Pauls (CDU) ist Direktkandidat für die CDU im Wahlkreis 176.
Thomas Pauls holt mit 33,7 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Wetterau I. © Nici Merz
Markus Koob ist CDU-Direktkandidat im Wahlkreis Hochtaunus.
Marcus Koob holt mit 37,8 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Hochtaunus. © dpa
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Johannes Wiegelmann holt mit 34,1 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Main Kinzig-Wetterau II-Schotten. © Stefan Weil
Frederik Bouffier (CDU) ist Direktkandidat für die CDU im Wahlkreis 172.
Frederic Bouffier holt mit 30,4 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Gießen. © Tobias Koch/CDU Kreisverband Gießen/dpa
Johannes Volkmann (CDU) ist Direktkandidat im Wahlkreis 171 Lahn-Dill.
Johannes Volkmann holt mit 34,3 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Lahn-Dill. © Michael Kappeler/dpa
Hessens SPD stellt Landesliste für die Bundestagswahl 2025 auf
Sören Bartol holt mit 30,3 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Marburg. © Lando Hass/dpa
Der hessische Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch.
Klaus-Peter Willsch holt mit 36,8 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Rheingau-Taunus – Limburg. © Frederic Kern/imago images
Soll für die SPD für den Bundestag kandidieren: KSV-Hessen-Vorstandsmitglied Daniel Bettermann (hier 2019 am Auestadion). Archi
Daniel Bettermann holt mit 27,7 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Kassel. © Christian Hedler
Michael Brand Bundestagswahl 2025 Kandidat CDU
Michael Brand holt mit 43,3 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Fulda. © Tobias Koch

Größte Entwicklung: Die AfD kommt auf 23,7 Prozent und ist zweitstärkste Kraft im Wahlkreis. Den Zweitstimmenanteil hat sie im Vergleich zur Bundestagswahl 2021 mehr als verdoppelt. Insgesamt wählten 36.109 Menschen die in Teilen rechtsradikale Partei. AfD-Hochburgen sind Borken, Knüllwald, Frielendorf, Homberg und Schwalmstadt, dort setzte sich die Partei an die Spitze. Und: Mit 24 Prozent der Erststimmen landet Renate Glaser auf dem dritten Platz.

Renate Glaser trat für die AfD als Direktkandidatin an.

„Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, sagt Rottwilm. Da sei Freude über den Einzug in den Bundestag, aber auch Enttäuschung, weil die SPD erheblich an Boden verloren hat und die AfD zweitstärkste Kraft ist.

Rubriklistenbild: © Foto: Lea Beckmann

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