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Die märchenhaftesten Orte Hessens: Von anmutigen Schlössern und sagenumwobenen Gewässern

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Die Sababurg soll den Gebrüdern Grimm als Vorlage für „Dornröschen“ gediehnt haben. (Archiv)
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Wer in Hessen unterwegs ist, der stößt an vielen Orten auf die Spuren der Brüder Grimm. Sogar der Eingang zu Frau Holles Reich soll sich hier verstecken.

Kassel – Hessen ist Märchenland. Vom Rhein-Main-Gebiet bis weit nach Nordhessen liegen Orte wie aufgereiht, an denen sich Touristen fühlen wie in einer anderen Welt. Zu entdecken gibt es sagenumwobene Wälder, märchenhafte Burgen und Fachwerkstädtchen, die förmlich in der Zeit stehengeblieben zu sein scheinen.

Das zeigt allein ein Blick auf die Deutsche Märchenstraße, die Hessen von Süd nach Nord durchkreuzt. Häufig stehen dabei die Brüder Grimm im Mittelpunkt.

Besonders anschaulich wird die Bedeutung der Grimms für die Märchenwelt wie für Hessen in Kassel: Die Stadt diente als Hauptort für das Leben und Wirken der Brüder Grimm, wobei die Grimmwelt ihre Beiträge als Sprachforscher und Märchensammler hervorhebt. Gemäß dem Museum zählen die persönlichen Arbeitsausgaben der Brüder Grimm zu den Kinder- und Hausmärchen, angereichert mit handschriftlichen Anmerkungen und Korrekturen, zu den meistgeschätzten Exponaten. Diese wurden 2005 in die Unesco-Liste „Memory of the World“ als Weltdokumentenerbe aufgenommen.

Märchenhaftes Hessen zwischen Hanau und dem Landkreis Kassel

Noch etwas weiter nördlich liegt die Sababurg: Sie thront im Reinhardswald über dem Hofgeismarer Stadtteil Sababurg und schien die Brüder Grimm besonders zu inspirieren. Mit ihrem prächtigen Rosengarten und den Türmen soll die Sababurg „Dornröschen“ als Vorlage gedient haben.

Der Startpunkt der Deutschen Märchenstraße liegt allerdings nicht in Nordhessen: Denn Hanau ist ebenfalls eine der Lebensstationen der Grimms in Hessen. Immerhin wurden Jacob und Wilhelm Grimm 1785 und 1786 hier geboren. Ein Highlight sind die Brüder-Grimm-Festspiele, die im Sommer zum großen Teil im Amphitheater stattfinden. Ab dem 10. Mai 2024 ist es wieder soweit. Bei einer Stadtführung können Besucher die wichtigsten Stationen der Kindheit von Jacob und Wilhelm Grimm erkunden. Seit 2019 gibt es dort auch ein Brüder-Grimm-Museum: „Grimms Märchenreich“.

Steinau im Main-Kinzig-Kreis hat ebenfalls einen guten Grund, die Grimms zu ehren: Die Brüder zogen 1791 mit ihren Eltern nach Steinau, da ihr Vater als Amtsmann versetzt wurde. Die Familie bezog das Amtshaus, das heute als „Brüder-Grimm-Haus“ bekannt ist und sich als Museum mit dem Leben, dem Werk und dem Einfluss der Brüder Grimm befasst. Im Fokus stehen dort Kindheit und Jugend in der Region. Ein spezielles Kabinett ist den grafischen Arbeiten von Ludwig Emil Grimm gewidmet, während das gesamte Obergeschoss das Märchen in seinem europäischen Kontext präsentiert.

Frau-Holle-Teich in Nordhessen gilt als unendlich tief

Ab 1802 war Marburg der Studienort der Brüder Grimm. Zu den Attraktionen gehört der «Grimm-Dich-Pfad», der mit Märchenfiguren an Häusern, Treppen und Mauern in luftiger Höhe zum Aufstieg durch die historische Altstadt bis hinauf zum Schloss einlädt. Ein Fachwerkhaus, in dem Jacob und Wilhelm gemeinsam ein Zimmer bewohnten, ist vollständig erhalten. Von hier aus gingen sie zu den Vorlesungen der Professoren, die meist am Marburger Schlossberg wohnten und dort auch die Studenten unterrichteten. Das Hessische Staatsarchiv und die Universitätsbibliothek sind laut der Brüder-Grimm-Gesellschaft neben einer äußerst bedeutenden Privatsammlung die wichtigsten Sammlungsstandorte für die Brüder Grimm in Marburg.

Und wer noch immer nicht genug hat von den Brüdern Grimm, der wagt einen Blick in den Frau-Holle-Teich am Hohen Meißner im Werratal. Er soll als Inspiration für „Frau Holle“ gediehnt haben. Doch Vorsicht! Er gilt als unendlich tief und soll der Eingang zu Frau Holles unterirdischem Reich sein.

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