Großer Feuerwehr-Einsatz

Unwetter richtet in Vogelsberg-Ort große Schäden an - „Das war ein Tornado“

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Ein kurzes, heftiges Unwetter richtete in dem Vogelsberg-Ort Kirtorf-Arnshain große Schäden an.
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Ein kurzes, heftiges Unwetter hat in dem Vogelsberg-Ort Kirtorf-Arnshain große Schäden angerichtet. „Das war ein Tornado“, sagte ein Anwohner.

Kirtorf - Um 15.47 Uhr am Dienstag alarmierte die Leitstelle im Vogelsbergkreis die Einsatzkräfte - Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei - zu einem Unwettereinsatz mit Sturmschäden in Kirtorf-Arnshain in der Kasseler Straße. Ein Tornado richtete in der Ortschaft großen Schaden an.

Eine heftige Gewitterfront fegte über Arnshain hinweg und sorgte für erhebliche Schäden. Augenzeugen berichten von einem Tornado, der durch umherfliegende Baumteile eine Spur der Verwüstung hinterließ. Sämtliche Telefonleitungen wurden von den Masten gerissen.

Unwetter richtet in Vogelsberg-Ort große Schäden an - „Das war ein Tornado“

Das wiederum führte zu großflächigen Kommunikationsausfällen. Besonders betroffen war eine Scheune, deren riesiges Metalldach abgerissen und auf eine benachbarte Wiese geschleudert wurde. Die Konstruktion der Scheune wurde stark beschädigt. Das gesamte Dach ist nun offen.

Auch die örtliche Sparkasse blieb nicht verschont: Das Dach wurde teilweise abgedeckt. Die Ziegeltrümmer lagen - nachdem die Gewitterfront durchgezogen war, verstreut vor dem Gebäude. Mehrere Häuser in der Umgebung wurden ebenfalls getroffen und beschädigt.

Die Feuerwehr war im Einsatz. Ein Anwohner berichtete, dass Wasser durch die Fenster ins Keller eingedrungen ist. Zwei große Nussbäume krachten bei ihm im Garten um. „Das war ein Tornado“, sagte er. Die Nachbarn berichteten, dass es zunächst stark regnete und dann hagelte - und dass das Unwetter kurz und heftig zuschlug.

„Innerhalb von drei Minuten war ein schöner Garten eine Wildnis“, berichtete eine Frau. „Wir sind mit dem Leben davon gekommen. Wir hatten mehrere Schutzengel.“ Als das Unwetter mit dem Tornado hereinbrach, hatte sie mit der Familie unter einem stabilen Pavillon draußen gesessen.

Innerhalb von drei Minuten war ein schöner Garten eine Wildnis.

Anwohnerin

„In Arnshain hat es besonders durchgefegt. Es war ein heftiger Sturm, der mehrere gefährliche Einsatzstellen hinterlassen hat“, sagte Bürgermeister Andreas Fey (parteiunabhängig). Alle Kirtorfer Feuerwehreinheiten wurden alarmiert. Etwa 100 Brandschützer waren im Einsatz. 24 Einsatzstellen wurden bis zum frühen Abend aufgenommen.

Zum Glück sei niemand verletzt worden. Ein unbewohntes Gebäude wurde so stark beschädigt, dass es geräumt werden musste. Der Bürgermeister sprach von einem außergewöhnlichen Unwetter, wobei die Ortschaft Arnshain in den vergangenen Jahren schon häufiger mal von schweren Stürmen heimgesucht wurde, beispielsweise durch den Orkan Kyrill im Januar 2007.

„Wir sind in einer Höhenlage. Die Leute sind auf solche Unwetter vorbereitet“, sagte Andreas Fey. Neben den heimischen Feuerwehrleuten waren auch die Wehren aus Alsfeld und Stadtallendorf mit Drehleiterfahrzeugen im Einsatz. Ein Drohnen-Einsatztrupp dokumentierte die Schäden von oben.

Erst Anfang Juni 2024 hatte ein Starkregen-Unwetter in Alsfeld im Vogelsberg einige Keller unter Wasser. Eine Schlammlawine wühlte sich eine Straße hinunter. Anwohner berichteten, dass sie so etwas in den vergangenen 50 Jahren noch nicht erlebt hätten. 

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