Verkehrsprobleme nach Wintereinbruch

Schnee in Waldeck-Frankenberg: Unfälle, Verspätungen und umgestürzte Bäume

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    Jörg Paulus
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Der starke Schneefall ab Montagnachmittag hat in Waldeck-Frankenberg am Dienstag für etliche Verkehrsbehinderungen und Unfälle gesorgt.

Waldeck-Frankenberg – Im Berufsverkehr am Dienstagmorgen, 28. November, gab es durch rutschige und schneebedeckte Straßen Probleme, Schulbusse kamen nicht oder zu spät. An mehreren Orten im Landkreis stürzten Bäume um und blockierten Straßen, Feuerwehren mussten ausrücken.

Auch durch Schneebruch in die Fahrbahn ragende Äste waren problematisch: Eine 25-Jährige ist laut Polizei auf der Strecke von Rosenthal nach Frankenberg am Montagabend in eine solche Gefahrenstelle gefahren. Ähnlich erging es einem 32-jährigen Frankenberger, der mit einem Rettungswagen die schneebedeckten Äste nach Polizeiangaben zu spät erkannte. In beiden Fällen entstand ein Sachschaden von 2000 Euro. Die Beteiligten blieben unverletzt.

Unfälle in Waldeck-Frankenberg: „Keine Verletzten, nur Sachschaden“

Dirk Richter, Pressesprecher der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, berichtete am Dienstag gegen 10.30 Uhr von rund einem Dutzend Verkehrsunfällen im Landkreis seit Montag 17 Uhr. „Es gab aber keine Verletzten, nur Sachschaden“, sagte er. Autos seien in den Straßengraben oder gegen die Leitplanke gerutscht, oder die Fahrer hätten Ästen und Bäumen auf der Straße nicht ausweichen können. „Anscheinend fahren die Menschen in Waldeck-Frankenberg bei Schnee sehr vorsichtig“, lobte der Polizeisprecher.

Schneeschieben: In Viermünden waren Reiner Arnold (vorne) und Daniel Jakobi vom Betriebshof der Stadt Frankenberg vorm Feuerwehrhaus im Einsatz.

Die meisten Hauptstraßen im Landkreis waren am Dienstagmorgen für den Berufsverkehr geräumt, in etlichen Nebenstraßen konnte aber erst nach und nach der Schnee beiseite geschoben werden. Deshalb kamen einige Linien- und Schulbusse nicht rechtzeitig. Schüler konnten nicht zur Schule kommen oder mussten sich von den Eltern fahren lassen. Dies berichtete auch die Edertalschule in Frankenberg, wo einige Schüler zu spät kamen. Chaos habe es aber nicht gegeben. Auch in Obernburg warteten die Grundschulkinder vergeblich auf den Bus.

Schüler in Waldeck-Frankenberg kamen wegen Schnee nicht zur Schule

Etwas schwieriger gestaltete sich die Fahrt für manche Schüler zur Gesamtschule in Battenberg. Während die Anfahrt laut dem stellvertretenden Schulleiter Alexander Blahnik von Richtung Münchhausen weitestgehend problemlos möglich war, kamen viele Schüler aus Richtung Hatzfeld erst zur zweiten Stunde an.

Schneeschieben: In Viermünden räumte Günther Dubbert einen Bürgersteig an der Hauptstraße mit einem Aufsitz-Schneepflug.

Von einem normalen Schultag spricht Barbara Pavlu, Leiterin der Uplandschule. Den Eltern stehe es frei, verantwortungsbewusst einzuschätzen, ob der Weg zum Bus für ihre Kinder sicher ist. Einige behielten ihre Kinder denn auch zu Hause, die Zahl sei aber überschaubar. Ein Bus aus Richtung Korbach fuhr nicht, was Schüler aus Lelbach und Schweinsbühl betraf. Zudem kam es zu ein paar Verspätungen.

Besonders schwierig sei es für diejenigen aus abgelegenen Ortschaften wie Wollmar gewesen, da hier kein Bus gefahren sei. Schüler, die nicht gefahren werden konnten, wurden für den Schultag beurlaubt. Dies seien aber eher Einzelfälle gewesen, sagte Blahnik.

Bereits nach dem ersten Schneefall am Montag hatte es einige Unfälle auf rutschigen Straßen in Waldeck-Frankenberg gegeben. So überschlug sich am Dienstagnachmittag zum Beispiel eine junge Frau mit ihrem Auto auf der Bundesstraße 236 zwischen Bromskirchen und Allendorf/Eder. Laut Polizei war sie wegen nicht angepasster Geschwindigkeit in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen. Die Frau wurde nur leicht verletzt, wurde dennoch ins Krankenhaus gebracht.

Erster Winterdienst der Saison für Straßenmeistereien

Positiv blickt auch die Straßenmeisterei auf den ersten Winterdienst in dieser Wintersaison: „Wir haben die Straßen ganz gut im Griff“, sagte Harry Kirschner, der Leiter der Straßenmeistereien in Frankenberg und Korbach. Es habe keine nennenswerten Sperrungen gegeben. Bis Montagabend um 23 Uhr und ab Dienstagmorgen um 2 Uhr sei der Winterdienst von Hessen-Mobil auf den Straßen unterwegs gewesen.

Kirschner appellierte bei unserer Anfrage auch an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer, „die Geschwindigkeit an die Wetterverhältnisse“ anzupassen. Außerdem bittet er Anwohner, beim Schneeräumen den Schnee in den Garten statt auf die Straße zu schippen. In Kombination mit dem Salz auf der Straße entstehe sonst Schneematsch, der bei der Durchfahrt mit dem Lkw Hauswände und Fußgänger beschmutzen könne.

Hessen-Mobil: 17.500 Tonnen Streusalz für Nordhessen

Vergangene Woche hatte die Verkehrsbehörde Hessen-Mobil in einer Pressemitteilung berichtet, dass die Straßenmeistereien in Waldeck-Frankenberg startklar für den Winterdienst seien. In den Landkreisen Waldeck-Frankenberg, Kassel und Schwalm-Eder seien 17.500 Tonnen Streusalz gelagert. In der vergangenen Wintersaison verbrauchten die elf nordhessischen Straßenmeistereien 15.000 Tonnen Streusalz, in der Saison 2020/21 waren es 27.000 Tonnen.

Hessen-Mobil betreibt in Nordhessen elf Straßenmeistereien, davon vier in Waldeck-Frankenberg: Bad Arolsen, Bad Wildungen, Frankenberg und Korbach. Sie sind zusammen zuständig für 3300 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen.

Daten des Wetterdienstes und Glättemeldeanlagen

Damit es im Berufsverkehr kein Chaos herrscht, setze Hessen-Mobil auf vorbeugenden Winterdienst. Unterstützt mit Daten des Deutschen Wetterdienstes und Glättemeldeanlagen, planen sie jeweils am Vortag, wie viel Salz und Personal für die Frühschicht des nächsten Tages benötigt wird. „Wenn die Gefahr besteht, dass es morgens glatt werden kann, dann wird im Zweifel provisorisch gestreut“, erklärte Pressesprecher Marco Lingemann.

Schneit und friert es in der Nacht, beginnen die Schichten bereits um 3 Uhr morgens. „Bei unseren Einsätzen müssen wir natürlich Prioritäten setzen. Strecken mit hoher Verkehrsbelastung fahren wir zuerst an, Parkplätze oder Verbindungsrampen eher nachrangig“, erklärt Stephan Brühne, Dezernent für Betrieb und Verkehr.

Symbolbild: Winterdienst von Hessen-Mobil

Um möglichst wenig Salz zu verbrauchen, nutzt Hessen-Mobil computergesteuerte Streutechnik sowie hoch wirksames Feuchtsalz, das sich gleichmäßig verteile, sehr gut hafte und schon bei kleiner Menge große Tauwirkung erziele. Pro Quadratmeter genüge ein Teelöffel.

„Auch ein noch so guter Winterdienst schafft keine sommerlichen Straßenverhältnisse“, erklärte Harry Kirschner, Leiter der Straßenmeistereien Korbach und Frankenberg, in der Pressemitteilung. Daher gelte auch für die Verkehrsteilnehmer, ihr Fahrzeug winterfit zu machen, die Fahrweise an die Witterung anzupassen und auf angepasste Geschwindigkeit und ausreichend Sicherheitsabstand zu achten. (Jörg Paulus)

Rubriklistenbild: © Battefeld, Susanna

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