Hessens Regierung will Gender-Verbot in Schulen und Unis – Ministerpräsident Rhein sieht keinen „Kulturkampf“
VonErik Scharf
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Ein Gender-Verbot in hessischen Schulen und Unis könnte die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD beeinflussen. Die Jusos drohen bereits mit Konsequenzen.
Wiesbaden – Das Gendern spaltet die Nation. Während das eine Lager mit der gendergerechten Sprache alle Menschen einschließen und gleichstellen möchte, sieht das andere Lager darin eine Verhunzung der deutschen Sprache. Sogar auf höchster Ebene wird darüber heftig diskutiert. In Hessen wollen CDU und SPD die Gender-Sprache an Universitäten und Schulen verbieten.
Boris Rhein, Hessens Ministerpräsident und CDU-Vorsitzender, hat das geplante Verbot bekräftigt. Er betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden, dass es ihm nicht um Identitätsdebatten oder Kulturkriege gehe. Vielmehr verweist er auf die vom Rat für deutsche Rechtschreibung vorgeschlagenen Regeln, die Texte leichter lesbar machen.
Neue Koalition in Hessen: Gender-Sprache soll aus Bildungseinrichtungen verschwinden
Aktuell befinden sich CDU und SPD in Verhandlungen über eine neue Koalition in Hessen. Ein gemeinsames Eckpunktepapier sieht vor, dass in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Universitäten und im Rundfunk auf gendergerechte Sprache verzichtet wird. Dabei orientieren sie sich an den Vorgaben des Rats für deutsche Rechtschreibung.
Boris Rhein
Geburtstag
2. Januar 1972
Geburtsort
Frankfurt am Main
Partei
CDU
Ministerpräsident seit
31. Mai 2022
Rhein betonte, dass er niemandem vorschreiben wolle, wie er zu sprechen hat. Allerdings hält er es für wichtig, dass Studierende oder Schüler keine schlechteren Noten bekommen, wenn sie auf das Gendersternchen verzichten. Er sieht eine große Zustimmung für diesen Standpunkt in der Bevölkerung.
Gender-Verbot in Hessen geplant: Jusos wollen Koalitionsvertrag nicht unterstützen
Das geplante Gender-Verbot in Hessen trifft jedoch auch auf erheblichen Widerstand. Die Jusos zum Beispiel drohen damit, einen Koalitionsvertrag von CDU und SPD aus diesem Grund nicht zu unterstützen. Die SPD war bisher nicht für ihre Unterstützung von Gender-Verboten bekannt.
Boris Rhein: Werdegang, Wahlen und Skandale des hessischen Ministerpräsidenten
Rhein gibt zu, dass er es schwierig findet, Genderformen zu lesen oder zu hören. Er bevorzugt herkömmliche Paarformen wie „Bürgerinnen und Bürger“. Mit komplizierten Genderformen fühlen sich laut Rhein viele Menschen ausgegrenzt. Er sieht darin das genaue Gegenteil von Inklusion.
Rat für deutsche Rechtschreibung sieht Gendern nicht als regulär an
Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat im Juli vorläufig entschieden, Genderzeichen nicht als zentralen Bestandteil der deutschen Orthografie anzusehen. Eine neue Ergänzung des Rates führt allerdings das Gendern im Wortinneren - Doppelpunkt, Unterstrich und Sternchen - auf. Reguläre Zeichen sind diese jedoch weiterhin nicht. (esa/dpa)
Der Redakteur hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.
Auch in Bayern will Ministerpräsident Markus Söder das Gendern in Schulen untersagen.