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Das Immobilienunternehmen Signa hat mit einem Neubau zwei prominente Plätze Frankfurts im Blick: Die Hauptwache sowie der Stoltze-Platz sollen aufgewertet werden.
Frankfurt - Die Bodenplatte ist fertig, jetzt kann der Hochbau beginnen. Signa Real Estate hat am Montag Grundsteinlegung gefeiert an der Hauptwache 1. Wo früher einmal das Kaufhaus Sportarena zu finden war, soll bis Ende 2024 ein neues Büro- und Geschäftshaus entstehen, mit Läden und Gastro im Erdgeschoss und ersten Untergeschoss. Und 7300 Quadratmeter Bürofläche verteilt auf die Etagen eins bis fünf. Plus schmucker Dachterrasse. In der Lage ein Traum.
Schon beim Fest am Montag will die Bauherrin Eindruck schinden. Es gibt Speis und Trank, einen Eiswagen, die Urban Club Band spielt, die Breakdancer von „First Cut“ tanzen, für Gäste steht eine Gondel bereit. Ein Kran hebt sie in die Höhe und vermittelt so einen ersten Eindruck von der Dachterrasse.
Frankfurts Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) spricht derweil auf einer Art Grundsteinlegunsgpodium davon, welchen Effekt er sich vom Neubau verspricht. Immerhin ist der auf einem Filetstück, direkt an der Katharinenkirche, mit Blick auf Hauptwache und Stoltze-Platz. „Innenstädte wandeln sich“, sagt Gwechenberger.
Signa will mit dem Neubau die Frankfurter Hauptwache und den Friedrich-Stoltze-Platz aufwerten
Sie hätten zum Beispiel die „Leitfunktion Handel verloren“. Die Menschen kaufen vermehrt im Internet ein. Die Innenstädte müssten also andere Erlebnisse bieten. Büros, in die man gerne gehe. Ein Trend, findet Gwechenberger. Unternehmen setzten dank Homeoffice-Neuerungen auf kleinere Flächen, die dafür zentraler in der Stadt lägen. Oder Gastronomie.
Die soll es im Neubau geben. Das Gebäude werde so das nähere Umfeld aufwerten, findet Tobias Sauerbier aus dem Signa-Vorstand. Zum Beispiel den Friedrich-Stoltze-Platz „bespielen“. Mit der Stadt zusammen möchte Sauerbier da noch eine Verkehrsberuhigung entwickeln.
Gwechenberger sagt dazu noch nichts, aber vorstellen könnte er sich das schon. Immerhin bezeichnet er die Hauptwache als eher „turbulent und urban“, mit ihrer Skateboardszene und Basketball. Der Stoltze-Platz sei dagegen eher gemütlich, zum Verweilen.
Nachhaltigkeitsgedanke: Das neue Signa-Geschäftshaus an der Frankfurter Hauptwache bietet 120 Fahrradabstellplätze
Christoph Wolf von Caspar Architekten, die den Bau entworfen haben, sieht das ähnlich. Die Architektur soll „identitätsstiftend sein“, wünscht er sich. Das schaffe „soziale Nachhaltigkeit“. Damit die Menschen das Gebäude annähmen, gerne dort arbeiten. Oder einkehren. Planungsdezernent Gwechenberger denkt sogar in Generationen.
Ansprechende Architektur und flexible Gebäudeaufteilung ermöglichten dem Haus ein langes Leben. Schmankerl aus Stadtplanersicht: Die „runde Ecke“ des Gebäudes korrespondiere mit der entsprechenden Rundung des großen Kaufhauses an der Hauptwache. Beide Gebäude rahmten so die Katharinenkirchen ein. Die sei das wichtigste Bauwerk an der Hauptwache.
Zur Nachhaltigkeit des Gebäudes trage noch bei, dass es 140 Fahrradstellplätze im zweiten Untergeschoss geben soll, bei nur 20 Autoparkplätzen, und außerdem der Anschluss ans Fernwärmenetz der Stadt Frankfurt. Die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach, der Gebrauch von ressourcenschonenden Baumaterialien. Und die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. „Die Hauptwache ist ein Knotenpunkt“, sagt Sauerbier. (George Grodensky)
Rubriklistenbild: © Peter Jülich


