7 oder 19 Prozent

Mehrwertsteuer-Chaos zum Jahreswechsel: Kostet das Essen nach Mitternacht plötzlich mehr?

  • schließen

Die Gastronomiebranche ist in Unruhe: Die Mehrwertsteuererhöhung könnte die Silvesternacht durcheinanderbringen. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.

Kassel – Ab dem ersten Tag des Jahres 2024 wird die Mehrwertsteuer auf Speisen in Gaststätten und Cafés wieder auf 19 Prozent angehoben. Diese Maßnahme der Ampelkoalition stößt in der Gastronomie auf Unruhe. Der Steuersatz war aufgrund der Corona-Pandemie und der Energiekrise temporär von 19 auf sieben Prozent reduziert worden.

Es gab vereinzelte Berichte, dass der reduzierte Steuersatz für die gesamte Silvesternacht gelten könnte. Allerdings hat das Bundesfinanzministerium laut Dehoga Hessen noch keine offizielle Bestätigung zur Anwendung des reduzierten Steuersatzes in der Silvesternacht gegeben. Dies gab der Verband am Montag (18. Dezember) in Wiesbaden auf Anfrage unserer Redaktion bekannt.

Eine Quittung mit verschiedenen Steuersätzen liegt auf der Speisekarte eines Restaurants. (Symbolbild)

Mehrwertsteuer an Silvester: Eine „Vereinfachungsregelung“ für eine Nacht

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums äußerte sich am Montag in Berlin zu diesem Thema: „Die obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder tauschen sich derzeit bezüglich einer Vereinfachungsregelung aus, wonach in der Nacht vom 31. Dezember 2023 auf den 1. Januar 2024 der ermäßigte Steuersatz auf Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen angewendet werden könnte“.

Die anstehende Steueränderung bringt für Gastronomiebetriebe Herausforderungen in Bezug auf die Kommunikation mit den Gästen und die notwendige Anpassung ihrer Systeme mit sich. Mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Speisen auf 19 Prozent ab dem 1. Januar 2024 müssen die Betriebe nicht nur ihre Kassensysteme aktualisieren, sondern wahrscheinlich auch ihre Speisekarten in gedruckter und digitaler Form sowie die Preislisten am Eingang überarbeiten. Dies ist laut Dehoga Hessen notwendig, wenn die Preise erhöht oder die Mehrwertsteuer explizit ausgewiesen wird.

Mehrwertsteuer an Silvester: Gastronomen befürchten Pleitewelle – auch in Hessen

Der Dehoga Hessen warnt, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer insbesondere kleine und ländliche Betriebe hart treffen könnte, die Preiserhöhungen nicht einfach an ihre Gäste weitergeben können. Der Verband befürchtet Umsatzeinbußen in der Branche und damit verbundene Steuerausfälle für den Staat.

Die Gastronomiebranche hat sich stark für eine Verlängerung der Steuersenkung eingesetzt. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) warnte vor einer Pleitewelle, Kritiker wiesen auf mögliche Steuerausfälle in Milliardenhöhe hin. Das Bundesfinanzministerium hatte die Kosten der Mehrwertsteuersenkung auf 3,4 Milliarden Euro beziffert. (cas)

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

Kommentare