VonEden Sophie Rimbachschließen
Die Adam-von-Trott-Schule, die Stadt Sontra und die Stiftung Adam von Trott, Imshausen, haben ihre Kooperation zur Förderung von Demokratiebildung besiegelt.
Sontra – Gemeinsam für Demokratiebildung möchten sich die Adam-von-Trott-Schule Sontra, die Stadt Sontra und die Stiftung Adam von Trott, Imshausen, einsetzen. Besiegelt wurde das mit einem Kooperationsvertrag, den Vertreter aller drei am Mittwoch (20. November) in der Schule unterzeichnet haben.
Stadt, Stiftung und Schule „wissen sich verbunden in der Verantwortung für die Förderung unserer offenen und pluralen demokratischen Gesellschaft“, heißt es in der Präambel des Rahmenvertrags. Der darin festgelegte Einsatz für „die historisch-politische Demokratiebildung“ soll sich nicht auf die Schule beschränken. Bei der Unterzeichnung waren durch ihre Vorsitzenden Marco Haukwitz (CDU) und Detlef Nizold (SPD) auch Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung vertreten. Ebenso wie die dritte Fraktion „Bürger für Sontra“ werden sie mehr Aktivitäten betreiben, mit denen das Thema Demokratie stärker in die Bevölkerung gebracht werden soll. Laut Bürgermeister Thomas Eckhardt soll ein dynamischer Prozess mit allen demokratischen Kräften entstehen. Die Aktivitäten sollen langfristig stattfinden und sich nicht auf einen Bereich und eine Altersgruppe beschränken. Dabei wolle man laut Maren Rudolph, stellvertretende Schulleiterin, an Bestehendes anknüpfen.
Eine Frage sei, wie Jugendliche erreicht werden können. Einen „sehr guten Ansatz“, der durch die Coronapandemie eingeschlafen sei, habe es laut Ludger Arnold, ehemaliger pädagogischer Leiter der Schule und Beiratsmitglied der Stiftung, bereits gegeben. Dabei besuchten Bürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher die Schülervertretung und sprachen mit den Schülern. Effektiv sei das Format, da die Schüler direkt Fragen stellen durften. Geplant sei laut Eckhardt, eine Sitzung der Stadtverordnetenversammlung in der Schule abzuhalten, „damit Politik auch mal hier in der Schule stattfindet“. Haukwitz betonte, dass es wichtig sei, zu zeigen, dass sich Kommunalpolitik mit Themen beschäftigt, die die Schüler direkt betreffen. Es solle nicht für Parteien geworben, sondern über Politik und Demokratie gesprochen werden.
Alle Schüler von der fünften Klasse bis zur Oberstufe und im Haupt-, Realschul- und Gymnasialzweig erreichen laut Maren Rudolph die Projekte zur Demokratie mit der Stiftung: „Das finde ich wichtig.“ Von dieser engen Zusammenarbeit hatten Vertreter der Schule und der Stiftung Ende August vor zwei Ausschüssen berichtet (wir berichteten). Die Stiftung hatte sich mit der Bitte um finanzielle Förderung an die Stadt gerichtet. Die Stadtverordneten waren dem Vorschlag der Ausschüsse einstimmig gefolgt, der mit dem Vertrag vorsieht, dass die Stadt die Arbeit der Stiftung jährlich mit 10.000 Euro unterstützt. Stiftungsvorsitzender Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh berichtete bei der Unterzeichnung davon, wie der Besuch der Ausstellung zu Adam von Trott bei Besuchern unterschiedlicher Altersklassen dazu führe, dass sie über die Person und das Gesehene ins Gespräch kommen wollen. Es brauche Stellen, an denen Menschen von Angesicht zu Angesicht in den Austausch kommen und diskutieren können.
„Wir stehen für Offenheit. Wir stehen für Toleranz“, so Eckhardt über Sontra. In der Präambel des Vertrags heißt es, dass sich Schule, Stadt und Stiftung gemeinsam dafür einsetzen, „den gesellschaftlichen Zusammenhalt gerade auch zwischen Menschen verschiedenster Herkunft und Prägung zu stärken“. Nizold erinnerte an die „Erklärung der Stadtverordnetenversammlung zur wehrhaften Demokratie“, die diese im Mai dieses Jahres einstimmig verabschiedet hatte (wir berichteten). Nizold: „Es geht nicht darum, gegen etwas zu sein, sondern die Demokratie in Sontra zu stärken und zu schützen.“ (Eden Sophie Rimbach)
