Kindertagesstätte Sontra

Stadt Sontra soll katholische Kita von Kirche kaufen

+
Schon beim Spatenstich für den Anbau 2021 stand der Verkauf im Raum: Stephan Sommerlik (von links), Tobias Grabandt, Dirk Wohlgemuth, Thomas Eckhardt, Ines Hoffmann, Conny Brandt und Heinz Dieter Sommerlik. Archi
  • schließen

Die Katholische Kirche wird die Kindertagesstätte „St. Maria“ in Sontra aufgeben. Betroffen wären derzeit 75 Betreuungsplätze.

Sontra – Alle drei Ausschüsse der Stadt Sontra haben mehrheitlich dafür gestimmt, dass die Stadt die katholische Kindertagesstätte St. Maria Sontra kaufen soll. Bisher gehört sie der katholischen Kirche. Die Kosten für den Kauf betragen rund 301.400 Euro.

Wie Bürgermeister Thomas Eckhardt bei der gemeinsamen Sitzung am Dienstag (28. November) sagte, beschäftigt der Ankauf der Kita die Stadt seit 2021. Schon beim Spatenstich für den Anbau Ende Oktober 2021 war bekannt gewesen, dass der Verkauf der Kita vonseiten der Kirche geplant war (wir berichteten). Im selben Jahr war auf Wunsch der Stadt ein Gutachten über den Verkehrswert des Gebäudes in Auftrag gegeben worden. Der Verkaufspreis ergibt sich aus dem Verkehrswert unter Berücksichtigung der Zuschüsse, die die Stadt Sontra in der Vergangenheit zugunsten der Kindertagesstätte gegeben hat.

Michael Stein (CDU), Haupt- und Finanzausschuss, merkte an, dass die Entscheidung leichter zu treffen sei, wenn der Haushalt vorliegt. „Das ist kein finaler Beschluss“, so Eckhardt. Der Haupt- und Finanz-, der Bau- und Planungs- und der Umwelt- und Sozialausschuss geben mit ihrem Beschluss lediglich eine Empfehlung an die Stadtverordnetenversammlung ab. Eckhardt sagte, dass das Gebäude möglicherweise zum freien Verkauf stehen könnte, wenn sich die Stadt nicht zum Kauf entschließt. Sobald die Kirche die Kita aufgeben würde, müsste Sontra sofort Betreuungsplätze zur Verfügung stellen, da das Aufgabe der Kommunen ist. Wie Detlef Nizold (SPD), Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses und Mitglied des Haupt- und Finanzausschusses, erklärte, gab es bereits den Beschluss, dass sich die katholische Kirche nicht mehr an Investitionen beteiligen könne. In dem Fall könne es passieren, dass die Betriebserlaubnis der Kita erlische. Auch in dem Fall müsste die Kommune die wegfallenden Kitaplätze wieder schaffen.

Wie Ines Hoffmann, Verwaltungsleitung der Pfarrei St. Elisabeth, erklärte, umfasst die Kita maximal 87 Plätze, die in drei Regel- und eine Krippengruppe aufgeteilt sind. Je nach Anzahl der Krippen- und der Integrationskinder könne sich diese Zahl ändern und liege bei aktuell 75 Plätzen. Gerhard Standke vom Bistum Fulda sagte, dass dieses den Betrieb der Kita mit der Stadt weiterführen wolle. Ungewiss seien allerdings die Parameter des Personals und der Finanzen.

Die Ausschüsse beschlossen, dass der Kauf der Kita an die Bedingung gebunden ist, dass der laufende Betriebsvertrag mindestens bis Ende 2026 fortgeführt wird. Dieser sieht vor, dass die Stadt 90 Prozent der Betriebskosten trägt und die Kirche die restlichen zehn, sofern er nicht gekündigt wird, wird er automatisch um immer wieder ein Jahr verlängert. Die Kosten des Gutachtens von rund 3.000 Euro tragen Stadt und Kirche zu je der Hälfte.

Der Bau- und Planungsausschuss stimmte dem Beschlussvorschlag bei acht Ja- und einer Gegenstimme zu. Aus den anderen beiden Ausschüssen stimmten jeweils sieben Mitglieder dafür und zwei dagegen. „Ich kann und werde diesem Antrag nicht zustimmen können“, so Jorias Bach (Bürger für Sontra), Haupt- und Finanzausschuss. Als Katholik schäme er sich dafür, dass die Kirche nun da sei, wo sie ist. Die Stadt fange mit dem Kauf eine Entwicklung auf, die Austritte und die Tatsache zur Folge gehabt habe, dass die Kirche Kosten nicht mehr tragen könne. (Eden Sophie Rimbach)

Auch die Stadt Eschwege hat eine katholische Betreuungseinrichtung von der Kirche erworben.

Kommentare