Verkehrschaos

„Gefährdet Menschenleben“: Meteorologe kritisiert Bahnstreik der GDL

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Am Freitag herrscht Glatteisgefahr in Osthessen. Allerdings streikt die Bahn an diesem Tag, sodass wohl viele Pendler auf ihr Auto zurückgreifen müssen. Ein Meteorologe kritisiert das Vorgehen der GDL.

Fulda - „Pünktlich zum Bahnchaos kommt das Eisregenchaos im Westen an! Freitagmorgen wird´s problematisch! Der Bahnstreik ist angesichts der Wetterlage unverantwortlich und gehört sofort abgesagt“, findet Diplom-Meteorologe Dominik Jung deutliche Worte. In weiten Teilen Hessens erwartet auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) im Laufe der zweiten Nachthälfte gefrierenden Regen mit Glatteisbildung, teils bis in tiefe Lagen besteht am Freitag Glättegefahr. „Eine starke Beeinträchtigungen im Straßenverkehr ist sehr wahrscheinlich“, betont der DWD aus Offenbach.

Streik bei der Bahn: Meteorologe kritisiert Vorgehen der GDL

„Die Schnee- und Eisregenfälle ziehen bis Mittag weiter in die Landesmitte. Der Deutsche Wetterdienst rechnet damit, dass er am Freitag Unwetterwarnungen vor Glatteis ausgeben muss, es kommt vermutlich zu erheblichen Verkehrsbehinderungen“, sagt Jung. Laut DWD ist es am Freitag (8. Dezember) in der Region Fulda zumeist stark bewölkt, dabei ist nach Osten durchziehender Regen oder Schneeregen möglich. „Es herrscht stellenweise Gefahr von gefrierendem Regen mit Glatteisbildung!“, betonen die Wetter-Experten. Im Bergland wird kurzzeitig auch leichter Schneefall erwartet.

In Osthessen können die Straßen am Freitag glatt werden. (Symbolbild)

Laut DWD liegen am Freitagabend die Höchsttemperaturen bei 2 bis 4 Grad, im Bergland um -1 bis +2 Grad. Bei schwachem bis mäßigem Wind aus südlichen Richtungen. Bis zum Mittag im Bergland starke Böen bis zu exponiert Sturmböen. In der Nacht zum Samstag (9. Dezember) wird es stark bewölkt und bleibt weitgehend niederschlagsfrei. Tiefstwerte zwischen 2 und 0 Grad, im Bergland 0 bis -2 Grad. „Insbesondere im osthessischen Bergland ist örtlich Glätte durch überfrierende Nässe möglich“, warnt der Wetterdienst erneut.

„Es ist unverantwortlich, dass die Bahn bei so einer gefährlichen Wetterlage in den Streik tritt und damit zahlreiche Pendler in die Autos und auf die Straßen treibt“, so Wetter-Experte Jung. „Der Bahnstreik gehört am Freitag dringend abgesagt! Er gefährdet aufgrund der hohen Unfallgefahr auf den Straßen sogar Menschenleben!“

Auch der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert den Bahnstreik am Freitag und weist ebenfalls auf die schwierigen Wetterverhältnisse vor allem in Süddeutschland hin. „Die GdL nimmt damit keinerlei Rücksicht darauf, dass in Süddeutschland immer noch sehr viele Menschen auf den ersten Zug für diese Woche warten“, heißt es in einer Pressmitteilung des Verbands. Daher fordert der Fahrgastverband die GdL auf, den Warnstreik unverzüglich abzusagen und der Eisenbahn nicht mutwillig weitere Schäden zuzufügen.

Fotostrecke: Wintereinbruch in der Rhön - auf der Wasserkuppe liegt wieder Schnee

Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe.
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe. © Florian Heitmann
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe.
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe. © Florian Heitmann
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe.
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe. © Nicole Jahn/Papillon Paragliding
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe.
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe. © Nicole Jahn/Papillon Paragliding
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe.
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe. © Nicole Jahn/Papillon Paragliding
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe.
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe. © Nicole Jahn/Papillon Paragliding
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe.
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe. © Nicole Jahn/Papillon Paragliding
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe.
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe. © Nicole Jahn/Papillon Paragliding
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe.
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe. © Nicole Jahn/Papillon Paragliding
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe.
Eine weiße Schneedecke liegt aktuell auf der Wasserkuppe. © Nicole Jahn/Papillon Paragliding

Ab dem Wochenende steigen die Temperaturen wieder an. Laut Jung wird es deutlich wärmer und nasser. „Montag, Dienstag und Mittwoch massives Tauwetter, verbreitet unwetterartiges Tauwetter im Süden von Deutschland“, so der Diplom-Meteorologe. Die Höchstwerte liegen am Samstag bereits bei 6 bis 8 Grad, am Sonntag bei 8 bis 11 Grad. Aufgrund des Dauerregens und der Schneeschmelze ist mit Hochwasser zu rechnen.

„Zum 3. Advent könnte es dann wieder kälter werden. Die genaue Entwicklung ist aber noch unsicher. Auch Richtung Heiligabend sieht es eher nach kühlem Wetter aus. Ob es grüne oder weiße Weihnachten geben wird, dazu kann man aktuell noch nichts seriöses sagen,“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung.

Glatte Straßen haben in Hessen und Unterfranken bereits am Montagabend (5. Dezember) und in der Nacht auf Dienstag zu vielen Autounfällen geführt - teils auch mit Verletzten.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

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