Fritzlar

Take-off in Fritzlar: HNA-Redakteur im Flugsimulator

+
Probeflug im EC 135 Trainingshubschrauber: Obergefreiter Dirk Effelsberg und HNA-Redakteur Daniel Seeger im Flugsimulator beim Stand es Kampfhubschrauberregiments 36..
  • schließen

Einmal selbst Hubschrauber fliegen: Davon träumen viele Menschen. Beim Hessentag geht der für einige in Erfüllung, zumindest virtuell im Flugsimulator.

Fritzlar – Trotz Gehörschutz sind die lauten Motorengeräusche deutlich hörbar, ein Blick aus dem Cockpit-Fenster offenbart eine beeindruckende Sicht auf den Fritzlarer Flugplatz. Nur einige sanfte Bewegungen am Steuerknüppel braucht es, und die Maschine dreht ab und fliegt über Zennern.

Einmal selbst Hubschrauber fliegen – davon träumen viele Menschen. Beim Hessentag geht der für einige in Erfüllung – zumindest virtuell im Simulator.

Am Stand des Kampfhubschrauberregiments 36 können Frauen und Männer, die Interesse am Pilotenberuf haben, testen, ob ihnen die Fliegerei liegt. Die Termine dafür mussten vorab vereinbart werden und waren begehrt. Doch Nachwuchssorgen hat die Truppe trotzdem. Denn einfach zu lernen, ist die Fliegerei nicht – viele Knöpfe und Hebel, dazu noch Bildschirme und analoge Instrumente zieren das Cockpit. Da ist es eine Herausforderung, nicht den Überblick zu verlieren und sich nicht ablenken zu lassen. Obergefreiter Dirk Effelsberg kümmert sich in Fritzlar um den Simulator-Betrieb, er kennt sich aus mit Technik und dem Fliegen.

Es braucht Geschick um die Maschine zu steuern

Es braucht Geschick, um die Maschine vom Typ EC135 präzise zu steuern – und als Pilot muss man ständig reagieren. Neben dem Steuerknüppel gibt es noch Pedale, mit denen die Drehzahl des Heckrotors gesteuert wird. Mit einem Hebel zwischen den beiden Piloten-Plätzen kontrolliert der Pilot die Neigung der Blätter des Hauptrotors, je nach Neigung steigt und sinkt die Maschine.

Die Drehzahl des Hauptrotors bleibt dabei gleich, erläutert Effelsberg beim ersten Probesitzen. Nachdem die Motoren angelaufen sind, steigt der Hubschrauber nach einem vorsichtigen Zug am Hebel zwischen dein Sitzen langsam nach oben. Es gehe beim Hubschrauber-Fliegen auch darum, kontinuierlich zu reagieren, denn wer zum Beispiel im Schwebeflug aufsteigen will, der muss mit den Pedalen gegensteuern, sonst fange die Maschine an, sich um die eigene Achse zu drehen.

Alle Infos immer aktuell

Die HNA berichtet jeden Tag im Hessentags-Ticker vom Veranstaltungsgelände. Zudem gibt es alle wichtigen Hessentags-Artikel in unserem Themenspezial. Natürlich hat der Hessentag auch eine eigene Homepage.

Dirk Effelsberg ist selbst Pilot gewesen, allerdings nicht bei der Bundeswehr. „Ich habe die Boeing 737 geflogen“, berichtet er. Dass er sich mit Hubschraubern gut auskennt, liegt auch daran, dass er Chef einer Firma ist, die diese Simulatoren baut. In Fritzlar ist er als Reservist gemeinsam mit seinem Bruder Christian im Einsatz. „Der EC 135, der jetzt als Simulator in Fritzlar steht, war mal ein Polizeihubschrauber in Großbritannien, der abgestürzt ist“, erzählt er.

Vor den großen Fenstern der Kabine, die sich auch bewegen kann, sind drei große Bildschirme aufgebaut, diese zeigen die Umgebung. Simulatoren, mit denen Piloten der Bundeswehr trainieren, sind laut Dirk Effelsberg noch etwas realitätsgetreuer, denn statt Bildschirmen gibt es eine Kuppel, auf die das Bild der Umgebung projiziert wird.

Auch wenn es einige Interessenten gibt, längst nicht jeder, der Pilot werden möchte, schafft die Aufnahmeprüfungen. „Die Durchfallquote ist immens hoch“, sagt Effelsberg. Wichtig seien unter anderem eine seht gute Hand-Augen-Koordination und eine gute Koordinationsfähigkeit.

Ein Piepen schallt durch das Cockpit – „Low Fuel“ steht auf einer Anzeige. Der Sprit geht zur Neige. Zeit für festen Boden unter den Füßen. (Daniel Seeger)

Kommentare