Über 300 Teilhaber gefunden

Nach Aus für Edeka: Dorfbewohner kaufen sich einen Supermarkt – Nahversorgung gesichert

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So wird es bald nicht mehr aussehen: Der ehemalige Edeka-Markt in Eschenstruth wird zu einem Tante-Enso-Laden umgebaut.
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Aus einem Edeka-Markt im Kreis Kassel wird nun ein Tante Enso. Dafür haben sich die Bürger eingesetzt. Über 300 Teilhabern gehört nun ein Stück Supermarkt, die Vorbereitung für den Umbau laufen bereits.

Helsa – Eschenstruth hat es geschafft, beziehungsweise die Eschenstruther haben es geschafft: Das Dorf bekommt einen neuen Supermarkt. Für das Konzept des Online-Anbieters MyEnso mussten innerhalb eines Monats 300 Teilhaber aus Eschenstruth, St. Ottilien und Waldhof Anteile zu je 100 Euro kaufen. Nun ist klar, dass aus dem ehemaligen Edeka-Markt am Welleroder Weg ein Tante-Enso-Laden wird.

„Die 300 Teilhaberanträge haben wir eine Woche vor der Frist erreicht“, sagt Helsas Bürgermeister Andreas Schönemann (SPD). Die Anzahl der ausgefüllten Anträge bis zum Kampagnenende am 5. Juni schätzt er auf etwa 400.

Leider zeige die Internetseite die final erreichte Anzahl nicht mehr an, sobald die nötigen 300 Teilhaber erreicht seien, erklärt er. Die Botschaft sei aber klar: „Das heißt 400 Menschen stehen hinter dem Projekt.“ Über diese Bestätigung der Einwohner freut sich der Rathauschef. Besonderen Dank spricht er außerdem den engagierten Ehrenamtlichen – den sogenannten Paten – aus, die das Projekt in mehreren Infoveranstaltungen immer wieder vorgestellt und aufkommende Fragen der Bürger beantwortet haben.

Nahversorgung im Kreis Kassel: Über 300 Eschenstruthern gehört jetzt ein Stück Supermarkt

Das Genossenschaftsmodell der Bremer Firma MyEnso setzt auf Identifikation und Mitbestimmung. Der Ort solle sich selber tragen, so beschrieb es eine Mitarbeiterin bei der Bürgerversammlung im Mai.

Damit aus dem leer stehenden Haus nun ein moderner, durchgängig geöffneter Supermarkt wird, muss das Gebäude noch etwas umgestaltet werden. Den Umbau und die nötigen Handwerkerleistungen schreibt die Gemeinde aus. Laut Schönemann sei der Aufwand „absolut überschaubar“. Ein genaues Eröffnungsdatum kann er noch nicht nennen.

Eschenstruth: Genossenschaftsmodell von myEnso hat funktioniert

Aber: Ziel sei es noch dieses Jahr zu öffnen. „Es wäre schön, wenn die Nikolaus-Tradition wieder dort stattfinden könnte.“ Als der Edeka-Markt noch in Betrieb war, konnten Kinder in der Vorweihnachtszeit dort einen Stiefel abgeben und ihn – gefüllt vom Nikolaus – am 6. Dezember wieder abholen.

Bis die Eschenstruther wieder am Welleroder Weg einkaufen können, können sie auf der Webseite über farbliche Gestaltung, Sortiment und Öffnungszeiten abstimmen. Auch weitere Genossenschaftsanteile können dort gezeichnet, sowie die MyEnso-Kundenkarte beantragt werden. Für die künftige Filiale im Ort werden außerdem noch Mitarbeiter gesucht, teilt Schönemann mit. (Josefin Schröder)

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