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Ekkehard Maassschließen
Nach einem regenarmen Frühjahr bleibt die Lage in Wald und Landwirtschaft angespannt. Das sagen Experten der Land- und Forstwirtschaft zur Trockenheit.
Hann. Münden – In der Region war es in den vergangenen Monaten zu trocken. Die jüngsten Regenfälle hätten die Situation zwar etwas entspannt, das Defizit, das durch deutlich zu wenig Niederschläge seit Februar entstanden sei, sei noch nicht wieder ausgeglichen. Die Lage sei bedenklich, aber noch hätten die Pflanzen es gut weggesteckt, sagt Dr. Christof Oldenburg, Leiter des Forstamtes Münden der Niedersächsischen Landesforsten, mit Blick auf die Wälder in seinem Gebiet.
Ausreichend versorgt seien im Moment auch noch die jungen Bäume, die auf den Schadflächen von Sturm Friederike und den nachfolgenden Dürrejahren von 2018 bis 2021 angepflanzt wurden. „Im Moment noch“, sagt Oldenburg. Sie hätten sich vor allem im feuchten Sommer des vergangenen Jahres gut entwickelt und tiefer in den Boden eingewurzelt. Damit erreichten sie auch Wasser in tieferen Bodenschichten.
Unter genauer Beobachtung im Sommer stünden auch die älteren Buchenbestände. Seitdem es als Folge von Dürre und durch Borkenkäfer so gut wie keine Fichtenbestände mehr auf dem Gebiet des Forstamtes Münden gebe, seien die Buchen die wichtigste Baumart. Und noch seien bei ihnen die Beeinträchtigungen aus den Trockenjahren nicht ausgeglichen. Ein feuchter Sommer wie 2024 wäre gut, sagt der Forstamtsleiter. „Wir beobachten sehr genau, wie sich der Zustand der Buchen vor allem über den Sommer hin entwickelt.“
Die Voraussetzung für eine normale Ernte sind verträgliche Niederschläge
Die Folge des geringen Niederschlags seit Februar sei ein trockener Oberboden, im Unterboden sei jedoch noch ausreichend Wasser vorhanden. Aufgrund dieser Voraussetzungen erwartet Markus Gerhardy vom Landvolk Göttingen Kreisbauernverband e.V. eine normale Ernte beziehungsweise durchschnittliche Erträge. Die Voraussetzung, so Gerhardy, seien jedoch „verträgliche und wirksame Niederschläge“, also kein Starkregen und mehr als zehn Liter Regen pro Quadratmeter.
„Die Ausgangssituation war in diesem Jahr gut“, sagt Gerhardy und verweist damit auf das regenreiche Vorjahr. Aufgrund der aufgefüllten Wasservorräte sei man mit ausreichend Wasser in die Vegetation gestartet. „Das merken wir bis heute“, ergänzt Gerhardy.
Dabei sei es nicht nur das Wasser, das Einfluss auf die Erträge nimmt. Sonne und Wärme seien ebenso wichtig für das Wachstum, so Gerhardy. Dennoch müssten Landwirte aktuell aufgrund der letzten regenarmen Monate vermehrt düngen. Wenn es zu trocken ist, müssten die Pflanzen mit Mikronährstoffen und Spurenelementen unterstützt werden. Bei Regen sei die Notwendigkeit des Düngens geringer, dafür gebe es bei zu viel Nässe mehr Pilzbefall. (Ekkehard Maass und Katharina Breuning)
Das Wetter im Mai
Im Mai sind an der Wetterstation in Landwehrhagen bis zum Wochenanfang 39,4 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen. Die durchschnittliche Monatsmenge beträgt nach Angaben unseres Wetterexperten Kai Neumann 69,6 Liter. Es fehlten also noch gut 30 Liter. Angesichts der Wetterlage sei aber zu erwarten, dass sich das Defizit auf etwa 75 Prozent der normalen Menge reduzieren werde. Damit bleibe der Monat aber immer noch zu trocken.
