VonNiklas Hechtschließen
Autokorsos, Pyrotechnik, blockierte Straßen – die Freude der türkischen Fans über den Achtfinaleinzug ihres Teams kannte im Rhein-Main-Gebiet keine Grenzen.
Frankfurt – Die türkischen Fans im Rhein-Main-Gebiet haben eine denkwürdige Nacht hinter sich. Da war zum einen das nervenaufreibende Spiel gegen Tschechien, das der Mannschaft um Kapitän Hakan Çalhanoğlu den sicheren Einzug ins Achtelfinale bescherte. Führungstreffer, Ausgleich, Siegtor in der Nachspielzeit – viel aufregender hätte die Partie im Hamburger Volksparkstadion am Mittwochabend nicht ablaufen können. Dazu das Unwetter in Hessen, inklusive Starkregen und Blitzeinschlag am Waldstadion in Frankfurt.
Der Jubel der Türkei-Anhänger nach dem 2:1-Siegtreffer von Stürmer Cenk Tosun in der 4. Minute der Nachspielzeit entlud sich im Rhein-Main-Gebiet dann auch schlagartig. Erneut kam es vielerorts zu lauten Autokorsos und dem Einsatz von Pyrotechnik.
Türkische Fans in Frankfurt feiern mit Eis
In Frankfurt konzentrierten sich die Feierlichkeiten wieder auf die Zeil, wo hunderte Fans, viele in rote Flaggen gehüllt, den Einzug von Hakan Çalhanoğlu und Co. ins Achtelfinale singend und hüpfend bejubelten. Auch der starke Regen konnte die Freude der türkischen Anhänger auf der Zeil nicht stoppen, wie Videos in den sozialen Medien zeigen. Besondere Quelle der Belustigung: Ein Fan hatte ein riesiges Plastikeis mit auf die Einkaufsmeile gebracht, das wie ein Pokal stolz in die Höhe gereckt wurde.
Schon während des Spiels gegen Tschechien war die Frankfurter Innenstadt von den türkischen Anhängern rot gefärbt. Da die Fan Zone am Mainufer am Abend wegen des angekündigten Starkregens vor Spielbeginn geschlossen wurde, verfolgten viele Türkei-Fans das Spiel ihrer Mannschaft in Kneipen und Lokalen. Vor einem Kiosk in der Berliner Straße in Höhe des Paulsplatzes sammelten sich in der Spitze bis zu 300 türkische Fans, um das Spiel über die dortigen Bildschirme zu verfolgen, wie die Frankfurter Polizei mitteilte. Für die Dauer des Spiels wurde die Straße daraufhin streckenweise gesperrt. Aufgrund von Autokorsos und feiernden Fans kam der Verkehr im Stadtgebiet nach Angaben der Polizei teilweise zum Erliegen.
Flaschenwürfe nach Türkei-Sieg in Hanau
Wie schon beim Auftaktsieg der Türken gegen Georgien war auch in Wiesbaden die Stimmung nach dem Achtfinaleinzug des Teams von Trainer Vincenzo Montella ausgelassen. Am Platz der deutschen Einheit rollten die Fans eine riesige Türkei-Fahne aus, die Schwalbacher Straße wurde erneut mit einem großen Autokorso lahmgelegt. Zu ähnlichen Szenen kam es in Darmstadt.
Den Last-Minute-Sieg von „Bizim Cocuklar“ (dt. unsere Kinder), wie das türkische Nationalteam genannt wird, feierten in Offenbach nach Polizeiangaben rund 1500 Menschen. In der Berliner Straße kam der Verkehr aufgrund feiernder Fans nach der Partie zeitweise zum Erliegen. Die Beamten zählten 250 Autos, die sich den Feierlichkeiten anschlossen. In Hanau bejubelten nach Spielende rund 1000 Menschen den türkischen Sieg. Hier kam es laut Polizeiinformationen wohl zu einigen Flaschenwürden auf geparkte Autos.
In Dietzenbach versammelten sich 400 bis 500 Menschen, die Polizei wurde teils verbal angegangen, es gab eine Anzeige gegen einen Autofahrer, der an dem Korso teilgenommen hat. Dennoch: Auch hier war die Stimmung trotz vereinzelter Böller und Pyrotechnik überwiegend friedlich, Verletzte gab es keine.
Am Dienstag (2. Juli) trifft die Türkei im Achtelfinale auf das von Ralf Rangnick trainierte Österreich. (nhe)
Rubriklistenbild: © Screenshot/TikTok/Neellyet

