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Die Gewerkschaft Verdi Hessen veranstaltet einen Streik- und Aktionstag in Wiesbaden. Ziel sind höhere Löhne im Einzel- und Versandhandel. Ist das Weihnachtsgeschäft bedroht?
Wiesbaden – „Wir proben für das Weihnachtsgeschäft“, droht die Gewerkschaft Verdi Hessen in großen roten Buchstaben in einer Pressmitteilung. So beginnt der am 27. Oktober der bundesweite Streik- und Aktionstag des Gewerkschaftsbundes mit einer Demonstration in Wiesbaden. Dieses Mal geht es um geforderte Lohnerhöhungen im Einzel- und Versandhandel.
Bei laufenden Tarifverhandlungen in Nordrhein-Westfalen vergangene Woche sei das koordinierte Vorgehen der Handelsunternehmen deutlich geworden, heißt es in der Pressemeldung. Absicht der Arbeitgeber sei es, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nicht angemessen am von ihnen erwirtschafteten Umsatz zu beteiligen, erklärt Marcel Schäuble, Landesfachbereichsleiter Handel und Verhandlungsführer der Verdi in Hessen.
Streiktag in Hessen: Unzufriedenheit bei Gewerkschaft Verdi mit Tarifangeboten im Einzelhandel
Die Unternehmen des Einzel- und Versandhandels sowie des Groß- und Außenhandels verfolgen offenbar das Ziel, „die Beschäftigten um ihre hart erarbeitete und allein schon durch die enorme Preissteigerung gerechtfertigte spürbare Lohnerhöhung [zu] bringen“, erklärt Schäuble. Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber präsentierten seit Monaten unterschiedliche Angebotsvarianten, blieben jedoch laut Schäuble faktisch auf der Stelle.
Die Strategie der Arbeitgeber, so Schäuble weiter, provoziere stärkere Streiks. „Mit dem nächsten bundesweiten Streik- und Aktionstag am Freitag leiten wir eine neue ‚Jahreszeit‘ ein: Wir proben fürs Weihnachtsgeschäft. Denn wir können und wollen die Unternehmen nicht aus ihrer sozialen Verantwortung und Fürsorgepflicht entlassen.“
Verdi Hessen ruft zum Streik- und Aktionstag in Wiesbaden
Der Streik- und Aktionstag am 27. Oktober in Wiesbaden wird von einigen Hundert Streikenden begleitet. Um 11 Uhr startet eine Kundgebung auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs, gefolgt von einer Demonstration durch die Innenstadt. Um 12 Uhr gibt es eine weitere Kundgebung auf dem Wiesbadener Mauritiusplatz und um 12.45 Uhr endet die Abschlussdemonstration in den „Reisinger Anlagen“, wo die Busse die Streikenden abholen werden.
An den Streiks beteiligen sich in Hessen Beschäftigte von Esprit, Galeria Karstadt Kaufhof, H&M, Ikea, Kaufland, Metro, Douglas, Penny, Primark, Rewe, TK Maxx sowie Zara.
Die Gewerkschaft Verdi fordert für die etwa 235.000 Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel eine Lohnerhöhung von Euro 2,50 pro Stunde. Für die rund 120.000 Angestellten im Groß- und Außenhandel/Verlage wird eine Forderung von 13 Prozent, mindestens 400 Euro, gestellt.
Schon im August kam es zu Streiks der Beschäftigten im Einzelhandel.
Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa/Symbolbild
