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Ein Wildschwein in Hessen ist an der Afrikanischen Schweinepest erkrankt. Es handelt sich um den ersten Fall in dem Bundesland. Die Suche nach weiteren betroffenen Tieren hat bereits begonnen.
Groß-Gerau – Die Viruserkrankung Afrikanische Schweinepest, die in Deutschland eher selten auftritt, wurde nun erstmals in Hessen festgestellt. Ein Sprecher des Jagdverbands vermutet, dass die Krankheit durch den Menschen in das Bundesland gelangt ist.
Erstmals Afrikanische Schweinepest in Hessen – Drohnen suchen nach erkrankten Tieren
In Hessen wurde bei einem Wildschwein die Afrikanische Schweinepest diagnostiziert – ein Novum für das Bundesland. Nachdem das sterbende Tier im Landkreis Groß-Gerau erlegt wurde, bestätigte die B-Probe eines Tests den Verdacht, wie Torsten Reinwald, Sprecher des Deutschen Jagdverbandes, am Samstag (15. Juni) der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Der Landkreis hat bereits ein allgemeines Jagdverbot für das gesamte Kreisgebiet verhängt, wie auf seiner Webseite zu lesen ist.
Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Viruserkrankung, die sowohl Haus- als auch Wildschweine betrifft und fast immer tödlich endet. Eine Heilung ist nicht möglich und es gibt auch keine Impfung zum Schutz der Schweine. Die Übertragung der Krankheit kann direkt von Tier zu Tier erfolgen oder indirekt durch kontaminierte Gegenstände wie Kleidung und Schuhe sowie Futter, die vom Menschen getragen werden. Für Menschen und andere Tierarten stellt die Krankheit jedoch keine Gefahr dar.
Virus wahrscheinlich durch Menschen verbreitet
Laut Reinwald wurde das Virus wahrscheinlich durch den Menschen verbreitet, möglicherweise durch Wurstabfälle. Das Kreisveterinäramt und viele Jäger sind nun auf der Suche nach weiteren betroffenen Tieren. Dabei kommen auch Drohnen zum Einsatz.
Reinwald forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, auffällige oder tote Wildschweine sofort der Polizei zu melden. Darüber hinaus sollten sie sich von den Tieren fernhalten, um eine mögliche Verbreitung des Virus, beispielsweise über die Schuhsohlen, zu verhindern. Nach Angaben des Sprechers des Jagdverbands waren die Hauptverbreitungsgebiete in Deutschland bisher Sachsen und Brandenburg, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg gab es bereits vereinzelte Fälle. (nok)
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