Einblicke in die Produktion

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck besucht B. Braun in Melsungen

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Viele Eindrücke: Bundeswirtschaftminister Robert Habeck informierte sich in Melsungen über die B.-Braun-Produktion. Mit Vorstandschefin Anna Maria Braun gab es zuvor ein Vier-Augen-Gespräch.
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Vizekanzler Robert Habeck informierte sich in Melsungen über neue B.-Braun-Produktionsstätten. Innovationen und neue Technologien standen im Vordergrund.

Melsungen – Während im Hintergrund Roboter-Wagen ihren Weg durch die neue Halle des Werks Active suchen, wollte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck von B.-Braun-Vorstandschefin Anna Maria Braun wissen, wie Innovation entsteht.

Der Grüne-Vizekanzler machte während seiner zweitägigen Tour zu deutschen Pharma- und Biotech-Unternehmen auch Halt in Melsungen. Bevor es durch das neue Werk Active ging, traf er sich zum Vier-Augen-Gespräch mit der Vorstandsvorsitzenden. Eine Forderung der Industrie ist dieser Tage stets eine Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen. Damit der Wirtschaftsstandort Deutschland Produktionskapazitäten im eigenen Land behält und global seine Wettbewerbsfähigkeit nicht verliert, braucht es mehr geeignete Fachkräfte, günstige Energiekosten und schnellere Entscheidungen beziehungsweise weniger Bürokratie – diese Wünsche werden regelmäßig vorgetragen.

Der Bundeswirtschaftsminister wird die Eindrücke, die er während seiner Tour sammelte, sicher für die Beantwortung dieser drängenden Forderungen nutzen.

Habeck bei Werk Active und Prove in Nordhessen

Effizienter und günstiger produzieren – das sei die große Herausforderung, machten Axel Roddewig und Dr. Joern Meibaum während der Präsentation der neuen Werke Active und Prove deutlich. Produktionsstart im Werk Active soll bereits Anfang Juni sein – eine gute Nachricht im Jahr des 185. Geburtstags des Unternehmens. Im Werk werden künftig medizinische Einmalartikel für die Infusionstherapie hergestellt.

Im Werk Prove sollen Dialysemaschinen und Infusionspumpen gefertigt werden. Baustart war 2023, die Produktion soll 2025 starten. Mehr als 60 Millionen Euro investiert der Medizintechnikhersteller in diese moderne Fertigung.

Woher der Impuls für Innovationen komme, wollte Robert Habeck wissen. Ein Produkt könne verbessert werden, sagte Anna Maria Braun: „Unsere Vertriebsmitarbeiter sehen diesen nächsten Schritt.“ Von ihnen komme regelmäßig der Impuls, der dann in den Teams weiter entwickelt werde. Neue Technologien würden neue Produkte ermöglichen – beispielsweise 3-D-Wirbelsäulenimplantate. Sie könnten für jeden Patienten maßgeschneidert sein. Die Kunden gäben die Fragestellung vor: „Was sind die Problemstellung, die es zu beseitigen gilt. Wir müssen so etwas immer wieder neu denken“, sagte sie.

Minister Habeck will wiederkommen

Belustigt beobachtete Habeck die Roboter-Wagen im Werk Active. Ob die Roboter selbstlernend seien, fragte er. Sind sie nicht. Auf der Suche nach dem richtigen Weg gehen sie sich zwar aus dem Weg, selbstlernende Algorithmen besitzen sie noch nicht. Das sei der nächste Schritt, erklärte Fertigungsleiter Philipp Graffunder.

B. Braun sei ihm einen erneuten Besuch Wert, sagte der Minister und entschwand in eine der schwarzen Limousinen. Nächster Halt: HNA-Lesertreff in Kassel. Er müsste es pünktlich geschafft haben. (Damai Dewert)

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