VonLeon Schmittschließen
Ein ungemütlicher Start ins Jahr 2024: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Dauerregen und Sturmböen. In der Nacht regnete es unaufhörlich. Die Gemeinde Großenlüder war besonders stark betroffen.
+++ 3. Januar, 7.53 Uhr: Die Feuerwehren der Region mussten in der Nacht zu Mittwoch zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Neben einigen umgestürzten Bäumen beschäftigte die Wehren vor allem Hochwasser. Denn die Böden sind gesättigt und können kaum noch Wasser aufnehmen.
Dauerregen in Osthessen: Hochwasser in Teilen der Region
Im Vogelsberg traf es vor allem die Gemeinden Grebenhain und Herbstein. Dort liefen mehrere Keller voll und Straßen wurden überflutet. In Hosenfeld drohte gar das örtliche Gerätehaus der Feuerwehr vom Hochwasser geflutet zu werden, berichten Reporter vor Ort.
Am schlimmsten traf es aber die Gemeinde Großenlüder. Mehre Straßen waren bei Kleinlüder und Uffhausen überflutet. Großenlüder selbst war nur noch mit Boot durchfahrbar, nachdem die Ortsdurchfahrt komplett unter Wasser stand, berichten unsere Reporter.
Laut Gemeindebrandinspektor Christian Bosold rückten die Einsatzkräfte zunächst zu einer Überflutung an der Kreuzung St. Georg-Straße/ Von-Humbolt-Straße aus. Hier stand die Fahrbahn rund 50 bis 60 Zentimeter unter Wasser. Eine Alte Mühle galt von den Einsatzkräften geschützt zu werden. Bei Bimbach hat das Wasser eine Familie in einer Mühle eingeschlossen. Diese musste durch die Feuerwehr gerettet werden. Verletzte habe es zum Glück aber keine gegeben.
In der Nacht hatten die Floriansjünger bereits rund 700 Sandsäcke verbaut und weitere beim THW in Fulda angefragt. Die Pegelstände seien zwar wieder gefallen, doch es gibt noch keine Entwarnung. Zwar kommt es immer wieder zu kurzen Regenpausen, aber die Wetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes vor Dauerregen bleibt noch bis Donnerstag bestehen.
Allein in Großenlüder seien zu Spitzenzeiten rund 70 Kräfte im Einsatz gewesen. Zudem die Drohnenstaffel des DRK. Bürgermeister Florian Fritzsch war ebenfalls vor Ort. Bereits am Dienstag seien von Seiten der Gemeinde die Pegelstände überwacht worden und Vorkehrungen getroffen worden. Dass es so viel Hochwasser gab, habe ihn aber doch überrascht. Zwar habe sich die Gemeinde in Sachen Hochwasserschutz bereits verbessert, doch in Zukunft seien weitere Maßnahmen zur Verbesserung geplant.
+++ 20.28 Uhr: Die Hochwasserlage in Osthessen verschärft sich weiter. Den Daten des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zufolge wurde nun schon an vier Messstationen die Meldestufe 2 überschritten. Dazu gehören neben Kerzell nun auch Bronnzell in Fulda, Schlechtenwegen im Vogelsberg und Bad Soden im Main-Kinzig-Kreis.
+++ 18.59 Uhr: Die Pegelstände in der Region steigen aufgrund des anhaltenden Regens weiter. Mittlerweile wurde den Daten des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zufolge in Kerzell die Meldestufe 2 überschritten.
+++ 17.13 Uhr: Die Leistelle Fulda meldete um 16 Uhr einen Einsatz in der Erfurter Straße in Fulda. Nach ersten Informationen wurde die Fahrbahn von einem Baum oder Ast blockiert.
Derweil führt der anhaltende Regen zu immer weiter steigenden Pegelständen in den Gewässern der Region. Nachdem am Mittag bereits die Fliede an der Messstation Kerzell und die Fulda in Bronnzell die Meldestufe 1 von 3 überschritten hatten, verzeichnet das Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) nun an weiteren Messstationen Überschreitungen.
Die Fulda führt nun nicht nur am Standort in Bronnzell, sondern auch in Kämmerzell deutlich mehr Wasser als üblich. Den Daten des HLNUG zufolge stieg der Wasserstand in Kämmerzell von 5 Uhr (174 Zentimeter) bis 16.45 Uhr (274 Zentimeter) um einen ganzen Meter an. Auch die Lüder in Lütterz und der Altefeldbach in Bad Salzschlirf sowie Schlechtenwegen im Vogelsberg haben die Meldestufe 1 überschritten.
Update vom 2. Januar, 12.57 Uhr: Nachdem der Deutsche Wetterdienst (DWD) bereits vor „ergiebigem Dauerregen“ von Montagabend bis Donnerstagnacht in Osthessen gewarnt hat (siehe Erstmeldung), hat der DWD am Dienstagamorgen auch noch eine amtliche Warnung vor Sturmböen herausgegeben.
Unwetter in Hessen: Wetterdienst warnt vor Dauerregen und Sturmböen
Demnach könnten von Dienstag, 18 Uhr, bis Mittwoch, 18 Uhr, in ganz Hessen Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 75 Stundenkilometern auftreten. „Es können zum Beispiel einzelne Äste herabstürzen. Achten Sie besonders auf herabfallende Gegenstände“, warnen die Meteorologen.
Derweil lässt der Dauerregen die Flüsse in Hessen wieder anschwellen. Die Hochwasserlage wird sich nach Einschätzung des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) vom Dienstag wieder deutlich verschärfen.
Nach den Daten des HLNUG ist am Dienstagvormittag an elf Messstationen in Hessen die Meldestufe 1 von 3 überschritten worden (Stand: 13 Uhr). In Osthessen sind die Fliede an der Messstation Kerzell und die Fulda in Bronnzell betroffen. An den anderen Standorten sind die Pegelstände aktuell im grünen Bereich.
Einschließlich des bereits seit Montagabend gefallenen Regens werden bis Donnerstagnacht gebietsweise laut dem Landesamt Niederschlagsmengen zwischen 45 Liter pro Quadratmeter und in Staulagen sogar Mengen zwischen 60 und 80 Liter pro Quadratmeter erwartet. Schwerpunkte sollen vor allem Rothaargebirge, Westerwald, Vogelsberg, Rhön und Spessart sein.
Wetter: Warnung vor „ergiebigem Dauerregen“ in Osthessen
Erstmeldung vom 31. Dezember, 19.51 Uhr:
Fulda - Der Start ins neue Jahr wird in Osthessen offenbar nass ausfallen. Der Wetterdienst warnt vor „ergiebigem Dauerregen“ ab Montagabend.
Ein sehr nasses Jahr geht in der Nacht zu Montag zu Ende. Und auch das Wetter-Jahr 2024 beginnt in Osthessen offenbar mit viel Regen.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für die Landkreise Fulda und Main-Kinzig eine amtliche Warnung vor „ergiebigem Dauerregen (Stufe 3 von 4)“ herausgegeben. Diese Warnung gilt von Montag um 21 Uhr bis Donnerstag um 0 Uhr.
„Infolge des Dauerregens sind unter anderem Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen möglich“, warnt der DWD. Außerdem könnten Erdrutsche auftreten. „Schließen Sie alle Fenster und Türen!“, heißt es.
Auch in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Vogelsberg wird es regnen, aber offenbar nicht ganz so viel wie in Fulda und im Kinzigtal. Hier gilt nämlich im gleichen Zeitraum eine Warnung für Dauerregen (Stufe 2 von 4). (mit dpa-Material)
Rubriklistenbild: © Fuldamedia





