75 Jahre

Von null bis 110: Familienbildungsstätte erreicht alle Menschen

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Füllen die Familienbildungsstätte mit Leben: die aktuellen Mitarbeiterinnen an den Anlagen, am Nikolaiplatz und dem Hospitalplatz.
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Dreifacher Grund zu feiern: Die Evangelische Familienbildungsstätte gibt es seit 75 Jahren, die Seniorenbegleitung seit 20 Jahren und die Freiwilligenagentur Omnibus seit 15 Jahren

Eschwege – Bewusst oder unbewusst: Fast jeder aus dem Werra-Meißner-Kreis hatte schon mal einen Berührungspunkt zur Familienbildungsstätte. Kein Wunder: Pro Jahr, so sagt es die Statistik, haben die 27 Angestellten und vielen Dutzenden Ehrenamtlichen mit rund 10 000 Menschen aus dem Werra-Meißner-Kreis zu tun. „Unser Angebot richtet sich von Beginn an zwar an Familien aus der Mittelschicht, wir haben aber mit unseren Angeboten Menschen aus dem Kreis aus allen sozialen Lagen von null bis 110 im Blick“, sagt die pädagogische Leiterin, Birgit Elbracht. Das liegt auch daran, weil sich die Institution stetig weiterentwickelt hat. Wir blicken auf die drei Angebote, die in diesem Jahr Grund zum Feiern haben.

Familienbildungsstätte gibt es seit 75 Jahren

Familienbildungsstätte und – seit 2007 – Mehrgenerationenhaus heißt es offiziell in der Titelgebung. Seit 2015 sind sie auch kreisweit aktiv. Das Angebot der Einrichtung ist unglaublich umfangreich und deckt fast alles ab, was rund um Familien wichtig ist.

Teilhabe, Integration, Offenheit und Toleranz sowie Demokratieförderung sind die Schlagworte, die die Familienbildungsstätte vermitteln möchte. Dazu bieten sie Bildung und Beratung durch Kurse und Veranstaltungen in den Themen „Familien mit Kindern“, „Frauen und Gesellschaft“, „Ehrenamt und Engagement“ und dem immer stärker nachgefragten Thema „Älter werden“ an.

Die Kurse und Veranstaltungen müssen mittlerweile in einem 60 Seiten starken Jahresprogramm zusammengefasst werden. Spielenachmittage für alle Generationen, Flohmärkte, Baby-Massage, Pilates für Mütter, Spielkreise für Kleinkinder, Väter-Ausflüge, Teens-Yoga, interkulturelle Arbeit, Sport, Koch- und Nähkurse und natürlich Kinder-Flötenkurse sind nur ein kleiner Ausschnitt des riesigen Angebots. Darüber hinaus kümmern sich die Mitarbeiter um die Kindertagespflege und die Familienhebammen im Kreis organisieren Patenschaften für alle Lebenslagen.

Über Kurse und Veranstaltungen hat das Team der Familienbildungsstätte 2023 rund 1500 Menschen erreicht. 362 Menschen haben sich durch die FBS qualifizieren lassen. Andere thematische Schwerpunkte haben noch mal rund 6500 Menschen mit der FBS in Berührung gebracht. Den größten Teil haben dabei die Familienhäuser ausgemacht, die in den Kitas im Kreis integriert sind.

Die Familienbildungsstätte ist ein offenes Haus für alle Menschen, unabhängig von ihrer Nationalität, Religion oder gesellschaftlichem Status. „Mit unseren Angeboten möchten wir Familien, Kinder und Senioren in ihrem Lebensalltag und besonders in belastenden Situationen unterstützen“, sagt Geschäftsführerin Gudrun Lang.

Die Integration des Mehrgenerationenhauses 2007 in die Familienbildungsstätte sei einer der Meilensteine in der Geschichte gewesen, sagt Birgit Elbracht. Die belebten Räume an den Anlagen sind ein Familienzentrum und Begegnungsstätte geworden. „Heute sind alle unsere vielen Tätigkeitsbereiche eng verzahnt“, sagt Elbracht. Das Mehrgenerationenhaus wird gelebt.

Am 28. Juni wird mit einem Tag der offenen Tür gefeiert

Die Evangelische Familienbildungsstätte – Mehrgenerationenhaus feiert das Jubiläum am Freitag, 28. Juni mit einem Tag der offenen Tür. Ab 16 Uhr sind alle Menschen, die sich mit der Familienbildungsstätte, der Seniorenbegleitung oder Omnisbus verbunden fühlen, in das Mehrgenrationenhaus An den Anlagen 14 in Eschwege eingeladen.

Auf dem Hof und im Inneren wird ein kleiner Teil des Angebots präsentiert. Es gibt einen Spieletreff, ein Arbeitsmarktprojekt, Gedächtnistraining, Kursmaterialien und viele Spielangebote für Kinder. Die Fahrrad-Rikscha aus dem Seniorenzentrum am Brückentor wird die Gäste herumfahren. Interaktiv mit viel Begegnung soll der Nachmittag werden.

Weil die Räumlichkeiten an den Anlagen schon seit einiger Zeit zu klein geworden sind, gibt es in unmittelbarer Nähe der Eschweger Innenstadt inzwischen Dependance. Am 28. Juni wird es auch Führungen zu den Büros am Nikolaiplatz (Koordinierungsstelle des FSSJ und Kindertagespflege) und am Hospitalplatz (Frauenberatungsstelle) geben.

Seniorenbegleitung existiert in Eschwege seit 2004

Es ist einer der Bereiche innerhalb der Familienbildungsstätte, bei dem der Bedarf am stärksten steigt. Rund 100 Ehrenamtliche sind derzeit aktiv, um das Leben von Senioren angenehmer zu machen. Die Familienbildungsstätte ist dabei Partner von Anfang an. Sie bietet die Qualifizierung an und unterstützt die Ehrenamtlichen auch im Anschluss. In diesem Kurs werden die Themen Ehrenamt, Gesprächsführung, Beschäftigungsmöglichkeiten mit älteren Menschen, Gesundheit sowie rechtliche und soziale Grundlagen geklärt. „Hier wird niemand allein gelassen“, sagt Birgit Elbracht. Als freiwillige Seniorenbegleitung begleitet man ältere Menschen für eine längere Zeit in ihrem Alltag – gemeinsame Unternehmungen, Begleitung zum Arzt oder bei Behördengängen, vielleicht auch einmal vorlesen oder einfach nur zuhören. Ein bis zwei Stunden Zeit koste das pro Woche.

In diesem Jahre werden 20 Männer und Frauen zu Seniorenbegleitern ausgebildet, 2023 waren es 16. „Wir sind immer auf der Suche nach Freiwilligen“, sagt Gudrun Lang.

Omnibus ist die Freiwilligenagentur

Es ist die Freiwilligenagentur des Kreises. Sie unterstützt Menschen bei der Suche nach einem geeigneten Betätigungsfeld. Das freiwillige soziale Schuljahr, Demenzbegleitung, Patenschaften oder der aktivierende Hausbesuch gehören dazu. Eine Engagement-Suchmaschine auf der Homepage schafft die Möglichkeit, gezielt nach Angeboten des freiwilligen Engagements zu suchen. Neuerdings gibt es auch eine App namens „Frei will ich“. (Download im Google Playstore oder bei Apple) Als Verein, Gemeinde, Initiative oder gemeinnützige Einrichtung kann man hier unkompliziert Menschen für zeitlich begrenzte Einsätze gewinnen. Der Impuls, freiwilliges Engagement zu fördern, kommt von der Kirche. „Wir beraten auch beim Übergang vom Beruf in den Unruhestand“, sagt die stellvertretende Dekanin Katrin Klöpfel. Die Familienbildungsstätte sei mit Omnibus die ideale Schnittstelle.

Über den Freiwilligentag, der immer an zwei Wochenenden im September stattfindet, erreicht Omnibus Menschen in fast jedem Dorf des Werra-Meißner-Kreises. So gut wie jeder Ort macht bei der Verschönerungsaktion mit. 2727 Menschen waren es im vergangen Jahr.

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