1,3 Meter unter der Erde

Netzbetreiber machen Vorschlag für Trassen-Verlauf: Hier soll der Strom entlangfließen

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Zwei neue Stromtrassen werden Osthessen durchqueren. (Symbolfoto)
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Nachdem die Bundesnetzagentur kürzlich den möglichen Korridor für zwei Stromtrassen – den SüdWestLink und den NordWestLink – festgelegt hat, machen die Netzbetreiber nun einen Vorschlag für den konkreten Verlauf. Betroffen wären demnach Eiterfeld, Burghaun, Schlitz, Großenlüder, Hosenfeld, Neuhof und Flieden.

Region - Zwei neue Stromtrassen werden Osthessen durchqueren: der 730 Kilometer lange SüdWestLink, der von Büchen in Schleswig-Holstein bis Böblingen in Baden-Württemberg verläuft, sowie der 600 Kilometer lange NordWestLink zwischen dem niedersächsischen Alfstedt und dem baden-württembergischen Obrigheim. In der Region sollen beide Stromautobahnen parallel und unmittelbar nebeneinander verlegt werden.

Fulda: Netzbetreiber machen Vorschlag für Trassen-Verlauf 

Die Bundesnetzagentur hatte erst vor einigen Wochen einen Präferenzraum für die Mega-Trassen veröffentlicht, jetzt schlägt das Unternehmen StromNetz DC, zu dem die Netzbetreiber Tennet, TransnetBW und 50Hertz gehören, vor, wo genau die Bagger anrollen sollen.

Im nördlichen Landkreis Fulda, in der Gemeinde Eiterfeld, gibt es zwei Alternativrouten: Eine führt östlich an Leibolz vorbei, die andere verläuft westlich von Buchenau und östlich von Dittlofrod. Weiter geht es durch die Gemeinde Burghaun, ins Schlitzerland und anschließend durch die Gemeindegebiete von Großenlüder, Hosenfeld, Neuhof und Flieden bis Schlüchtern.

Die Leitungen sollen als Erdkabel verlegt werden, die Gleichstrom mit einer Spannung von 525 Kilovolt übertragen. Sie bestehen aus verschiedenen Schichten, die spezielle Funktionen haben: Sie sollen für den verlustarmen Transport der Energie und für die Abschirmung der Wärme vom Boden sorgen. Dadurch soll der Boden nach dem Bau mit wenigen Einschränkungen wieder wie zuvor genutzt und bewirtschaftet werden können, erklärt Stromnetz DC. Beide Projekte sind auf eine Leistung von jeweils 2 Gigawatt ausgelegt.

Die beiden Stromtrassen, hier blau und orangefarben dargestellt, sollen durch Eiterfeld, Burghaun, Schlitz, Großenlüder, Hosenfeld, Neuhof und Flieden verlaufen.

Die Kabel sollen mindestens 1,3 Meter unter der Erde verbuddelt werden. Sichtbar werden aber oberirdische technische Anlagen, die notwendig sind, um die Kabel störungsfrei zu betreiben, erklärt Stromnetz DC. Die Gräben der zwei Trassen sollen voraussichtlich in einem Abstand von zehn bis zwölf Metern zueinander verlaufen. Weil beim Bau aber viel Platz für Arbeitsfahrzeuge et cetera benötigt wird, wird der Arbeitsstreifen circa 61 Meter breit werden. Später im Betrieb wird der Schutzstreifen nur noch 26 Meter breit sein. Der erste Strom soll im Jahr 2037 durch die Leitung fließen.

Klar, dass die Netzbetreiber dafür privates Eigentum nutzen müssen. Dafür wird entsprechend gesetzlicher Regelungen eine Entschädigung gezahlt. Diese richtet sich nach dem Verkehrswert, der Flächengröße und der Nutzungsart. In individuellen Gesprächen mit den Eigentümern werden die Summen ab Beginn der Planungen ausgehandelt.

Der Entwurf für die Trassenverläufe will der Netzbetreiber TransnetBW im Rahmen von Infomärkten vorstellen. Im Kreis Fulda findet die Veranstaltung am Mittwoch, 14. Februar, von 16 bis 20 Uhr in der Stadthalle Kolpinghaus in Hünfeld statt.

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