Bundestagswahl

Wahlkampf mit vielen Tausend Plakaten in Frankfurt – Scholz, Habeck und Lindner kommen

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  • Christoph Manus
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In Frankfurt hängen die ersten Motive zur im Wahlkampf zur Bundestagswahl. Die politische Prominenz kündigt sich an.

Frankfurt – In Frankfurt haben die Parteien wie im Rest der Republik mit dem Plakatieren begonnen. Am Wochenende hängten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer aus den Kreisverbänden die ersten von bald Tausenden von Plakaten auf. Sie werden bis zur Bundestagswahl am 23. Februar das Stadtbild schmücken.

Für das Abhängen haben die Parteien dann weitere zwei Wochen Zeit, wie das zuständige Amt für Straßenbau und Erschließung in seiner Information zur Wahlwerbung mitteilt.

CDU liegt in Umfrage vorn

In der aktuellen Sonntagsfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa führt die CDU (30 Prozent) vor der AfD (22 Prozent), gefolgt von SPD (16 Prozent), Grünen (13 Prozent), BSW (6 Prozent) FDP (4 Prozent) und Linken (3 Prozent). Die CDU hatte per Parteitagsbeschluss von 2018 eine Zusammenarbeit mit der AfD und der Linken ausgeschlossen.

CDU-Kreisgeschäftsführer Thorsten Weber zieht zuversichtlich in den Wahlkampf. „Die Stimmung ist sehr gut. Es gibt einen starken Veränderungswillen“, sagt er. Die Frankfurter CDU habe ein Wahlkampfbudget von derzeit 150 000 Euro. Das liegt deutlich über den Finanzmitteln der Mitbewerbenden.

An den Hauptstraßen in Frankfurt sollen etwa 120 Großplakate auf die Positionen der Christdemokraten aufmerksam machen, sagte Weber. Die Großplakate heißen umgangssprachlich auch Wesselmänner, benannt nach Hans-Bernd Wesselmann, der mit seiner Firma ab den 1960er Jahren mobile Wahlwerbung anbot.

Große Wahlplakate, sogenannte Wesselmänner, von CDU, FDP, Grünen und der SPD am Frankfurter Alleenring. Renate Hoyer

Weitere 10 000 Plakate -– immer zwei an einer Straßenlaterne, damit sie nicht wegfliegen – will die CDU darüber hinaus im Stadtbild präsentieren. Sie zeigen unter anderem die Direktkandidaten Yannick Schwander (Wahlkreis 181 im Westen und in der Stadtmitte) und Leopold Born (Wahlkreis 182 im Norden, Osten und Süden der Stadt). Außerdem sind Slogans zu lesen, die von der Bundespartei vorgegeben wurden, etwa „Stabilität statt Chaos“.

Der Bundestag schrumpft, das wirkt sich auf Direktmandate aus

Während Leopold Born auf dem hessischen CDU-Listenplatz fünf gute Chancen auf den Einzug in den Bundestag hat, wird es für Yannick Schwander auf Listenplatz 21 schwer. Selbst wenn er das Direktmandat gewinnt, ist der Einzug in den Bundestag nicht sicher. Das hängt vom Zweitstimmenergebnis der Partei ab.

Bei der Bundestagswahl kommt erstmals die Wahlrechtsreform von 2023 zum Tragen. Der künftige Bundestag wird 630 Abgeordnete haben. Die Überhang- und Ausgleichsmandate fallen weg.

Die Sitzverteilung richtet sich nach dem Ergebnis der Zweitstimmen. Direktmandate zählen nur, wenn sie durch die Zweitstimmen gedeckt sind. Yannick Schwander will deshalb offensiv um beide Stimmen werben.

Als Spitzengast aus der Bundespolitik wird die stellvertretende CDU-Generalsekretärin Christina Daniela Stumpp in Frankfurt erwartet. Kanzlerkandidat Friedrich Merz hat sich bislang noch nicht angekündigt.

Der Spitzenkandidat der Grünen, Robert Habeck, wird auf alle Fälle nach Frankfurt kommen. Unklar ist nur, wann genau. Der Wahlkampf müsse eben etwa kurzfristiger als sonst organisiert werden, teilte der Kreisvorstand um Julia Frank und Burkhard Schwetje mit.

Olaf Scholz kommt zu Frankfurter Talkshow

Rund 6600 Plakate wollen die Grünen in den kommenden Wochen aufhängen. Dazu kommen 70 großflächige Motive, darunter 35 Wesselmänner. Zu sehen sind sowohl Habeck als auch die Direktkandidat:innen Deborah Düring und Omid Nouripour. Wobei Nouripour mit seinem Slogan „Für Frieden und Eintracht“ auch seinem Lieblingsverein die Ehre erweist. Den Etat beziffert der Kreisvorstand auf 165 000 Euro.

Der FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner wird am 13. Februar im Gesellschaftshaus Palmengarten auftreten. Seine Partei will 3000 Plakate aufhängen. Zum Budget für den Wahlkampf macht Kreisvorsitzender Thorsten Lieb keine Angaben.

Die SPD werde trotz des Winterwetters wieder ganz stark auf den Straßen- und den Haustürwahlkampf setzen, also den direkten Kontakt zu Wählerinnen und Wählern suchen, sagt der Frankfurter Unterbezirkschef Kolja Müller. Geplant sei zudem etwa eine Veranstaltung mit der Frankfurter Direktkandidatin Lena Voigt und Bundesinnenministerin Nancy Faeser.

Bundeskanzler Olaf Scholz wird am 19. Januar in Frankfurt erwartet. Er tritt um 15 Uhr im Thurn & Taxis Palais bei der Talksendung „Bembel & Gebabbel“ mit Bernd Reisig auf.

Wer sonst aus der Bundespolitik den Wahlkampf in Frankfurt unterstütze, stehe noch nicht endgültig fest, sagte Kolja Müller. Für den Wahlkampf habe die Frankfurter SPD ein Budget von bis zu 90 000 Euro. Zwischen 5500 und 7000 Plakate seien bald in der Stadt zu sehen, darunter auch einige im Großflächenformat.

Die Frankfurter Linke kann etwa 30 000 Euro in den Wahlkampf stecken, 5000 Plakate hängen. Aus der Bundespolitik kommt etwa Gregor Gysi. Der frühere Fraktionschef der Linken im Bundestag tritt am Sonntag, 9. Februar, 19 Uhr, mit der Frankfurter Bundestagskandidatin Janine Wissler im Bürgerhaus Bornheim auf. Ulrich Schneider, langjähriger Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, stellt am Montag, 3. Februar, 19 Uhr, im Gewerkschaftshaus sein Buch „Krise. Das Versagen einer Republik“ vor und diskutiert mit Janine Wissler.

Der CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz fordert, Straftätern mit doppelter Staatsbürgerschaft den deutschen Pass abzuerkennen. In Hessen leben knapp 300.000 Doppelstaatler.

Rubriklistenbild: © Renate Hoyer

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