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Die Hundstage sind da, doch die Hitze in Frankfurt bleibt erst einmal aus. Meteorologen warnen vor unbeständigem Wetter und überraschenden Gewittern.
Frankfurt – Wie ist das Wetter auf den Hund gekommen? Durch ein wiederkehrendes Sternenbild, heiße Sommertage – und die alten Griechen hatten auch ihren Anteil. Aber von vorne: In Europa spricht man umgangssprachlich von den „Hundstagen“, wenn es um die heißen Tage zwischen dem 23. Juli und dem 23. August geht. Namensgebend für die Bauernregel ist der sogenannte Hundsstern Sirius, der in der Antike in diesen vier Wochen am Nachthimmel zu sehen war. In diesem Zeitraum treten auch heute noch häufig die wärmsten Tage des Jahres auf.
Bedeutet das also wieder Hitze-Alarm in Frankfurt? Laut den Meteorologen von WetterOnline eher nicht. Ausgerechnet im Kernzeitraum der Hundstage – vom 25. Juli bis zum 7. August – komme es häufig zu wechselhaften Südwestwetterlagen, teilen die Wetterexperten mit. „Die Wetterstatistik zeigt, dass es während der Hundstage nicht zwangsläufig heiß sein muss. Auch in den kommenden Tagen ist bei uns keine Hitze in Sicht und die Hundstage fallen ins Wasser. Wer seine Urlaubsplanung allein an den Hundstagen ausrichtet, begibt sich in ein meteorologisches Lotteriespiel“, erklärt Niklas Weise, Meteorologe bei WetterOnline.
Hundstage in Frankfurt bleiben vorerst mild
Tatsächlich brachten die Hundstage in den vergangenen Jahren oft bemerkenswerte Hitzewellen mit sich. Das sei allerdings kein Ausdruck einer meteorologischen Singularität – also keiner typischen Wetterlage, die regelmäßig zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr auftrete, so die Wetterexperten. Vielmehr sei die Häufung extremer Hitze meteorologisch damit zu erklären, dass in dieser Phase der Sommerhalbkugel die maximale Erwärmung erreicht sei und der Sonnenstand besonders hoch liege. Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit für sehr heiße Tage in diesem Zeitraum also schlicht besonders hoch.
Allerdings: Das gilt vorerst nicht für dieses Jahr. Denn in dieser Woche bleibt das Wetter in Frankfurt zwar sommerlich, aber die Temperaturen angenehm mild. Am Mittwoch (23. Juli) klettert das Thermometer nur bis maximal 26 Grad – wärmer dürfte es auch in der restlichen Woche nicht werden. Der Mittwoch bringt einen Sonne-Wolken-Mix mit sich, der vereinzelt auch Schauern zur Folge haben kann. Größtenteils bleibt es aber niederschlagsfrei.
Das ändert sich am Donnerstag. Dann wird es laut DWD eine Stufe rauer, mit gebietsweise Schauern und Gewittern in Hessen. Besonders ab dem Vormittag sind zunächst im Süden, später vor allem über dem Bergland einzelne teils kräftige Gewitter mit Starkregen zwischen 15 und 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit sowie starken Böen um 55 km/h wahrscheinlich.
Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) warnen hessenweit sogar vor lokal eng begrenzten unwetterartigen Mengen um 30 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde. Bei Mehrfachtreffern und langsamer Zuggeschwindigkeit sind sogar 40 bis 50 Liter pro Quadratmeter in mehreren Stunden nicht ausgeschlossen.
Schauer am Wochenende in Frankfurt
Das Wetter in Frankfurt bleibt auch Richtung Wochenende vom Tiefdruckeinfluss geprägt. Der Freitag bringt erneut wechselnde Bewölkung mit gebietsweisen Schauern und einzelnen Gewittern, teils mit Starkregen. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 24 und 27 Grad bei meist schwachem Wind aus Nordwest.
Am Samstag setzt sich das unbeständige Wetter fort. Oft wechselnd bis stark bewölkt, können im Tagesverlauf von Norden her gebietsweise Auflockerungen auftreten. Mit Schwerpunkt in der Südosthälfte sind weiterhin Schauer und einzelne Gewitter möglich. Die Höchstwerte liegen zwischen 22 und 26 Grad. Erst in der Nacht zum Sonntag entspannt sich die Wetterlage mit gering bewölktem oder klarem Himmel und niederschlagsfreien Bedingungen.
Für die Römer bedeuteten die Hundstage früher übrigens eine unheilvolle Zeit: Wer in dieser Periode geboren wurde, galt als Unglücksbringer. Die alten Griechen wiederum vermuteten, dass Sirius durch seine Strahlkraft die Sonne zusätzlich erhitze – und so die Sommerhitze verursache. Da sieht man: Wie bei allen Bauernregeln, kann es mit den Hundstagen jeder halten, wie er oder sie mag.
Für Sternengucker: Der Aufgang des Hundssterns hat sich seit der Antike um etwa einen Monat verschoben. Heute ist Sirius erst Ende August wieder am Himmel zu sehen – rein astronomisch beginnen die Hundstage also inzwischen deutlich später.
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