Sternenhimmel im Winter

Warum der helle Stern Sirius oft mit einem Ufo verwechselt wird

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Der Himmelskörper Sirius funkelt hell am Nachthimmel und sorgt für Verwirrung. Sein auffälliges Blinken führt immer wieder zu Ufo-Meldungen.

Frankfurt – Der Himmel in der Nacht ist ein Schauspiel voller faszinierender und manchmal auch kurioser Erscheinungen. Ein flüchtiger Blick gen Osten enthüllt in den frühen Morgenstunden die hell strahlende Venus, die man leicht mit einem Flugzeug verwechseln könnte. Mit dem Einbruch der Dunkelheit erstrahlt der Planet Jupiter im Osten mit einer Helligkeit, die Aufmerksamkeit erregt und gelegentlich Fragen von zufällig Beobachtenden aufwirft.

Ein noch merkwürdigeres Phänomen könnte den zufällig Betrachtenden auffallen: Ein heller, blinkender und funkelnder Stern, der im Winter im Laufe des Abends im Osten aufgeht. Anfang Dezember ist dieses blinkende Himmelsobjekt ab etwa 22 Uhr sichtbar. Ende Dezember erscheint es bereits gegen 20 Uhr am östlichen Himmel und blinkt und funkelt, wobei man auch Farbwechsel beobachten kann.

Hellster Stern am Himmel: Sirius blinkt, funkelt und flackert

Aber worum handelt es sich? Tatsächlich ist der hell funkelnde „Stern“ nichts Ungewöhnliches – es ist wirklich ein Stern. Genauer gesagt, handelt es sich um Sirius (auch Hundsstern genannt) im Sternbild Großer Hund, der hellste Stern an unserem Himmel.

Sirius ist der hellste Stern an unserem Himmel. Heller als er leuchten nur einige Planeten, Sonne und Mond. Weil er so hell ist, funkelt er sehr stark. (Archivbild)

Das Flackern von Sirius (astronomischer Fachbegriff: Szintillation) lässt den Stern fast „aufgeregt“ erscheinen. Dies hat mit der Erdatmosphäre zu tun: Das Sternenlicht muss durch sie hindurch und wird dabei gebrochen. Ein besonders heller Stern wie Sirius kann den Eindruck erwecken, als würde er farbig funkeln oder sich sogar bewegen. Bei Sirius kommt hinzu, dass er nicht weit am Himmel aufsteigt. Er bleibt relativ niedrig über dem Horizont, wo die Luftunruhe größer ist, was zu seinem „Funkeln“ beiträgt.

Sirius wurde im vergangenen Jahr 21 Mal bei der Ufo-Meldestelle gemeldet

Im Jahr 2022 wurde Sirius 21 Mal bei der Ufo-Meldestelle gemeldet, berichtet Hansjürgen Köhler vom Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP) im Gespräch mit fr.de von IPPEN.MEDIA. „Die Leute sind wirklich verblüfft, wenn sie am Himmel irgendetwas blinken sehen, vor allen Dingen über längere Zeit“, erklärt der Experte. „Dann geht das Kopfkino los.“

Köhler sieht jedoch auch die moderne Technik kritisch und berichtet von verwackelten Smartphone-Aufnahmen, die ihm von den Meldern zugesandt wurden. Diese seien so weit in das Objekt hineingezoomt, dass plötzlich ganz faszinierende Strukturen auftauchten. Bei Sirius erhalte man auch „so richtig schöne Farbstreifen“, wenn das Handy nicht ganz ruhig gehalten werde.

Der Stern Sirius in einer Zoom-Aufnahme, die der Ufo-Meldestelle CENAP zur Verfügung gestellt wurde.

Wie man erkennt, welcher Himmelskörper am Himmel zu sehen ist

Köhler hat jedoch einen Ratschlag für alle, die wissen möchten, was sie am Himmel über sich leuchten oder blinken sehen: „Legen Sie sich eine kostenlose Astronomie-App zu. Da gibt es sechs, sieben verschiedene.“ Mit diesen Apps könne man in die Richtung zeigen, in der man etwas sieht, dann wird der Name des Objekts auf dem Display angezeigt.

Bewegt man die Kamera, wenn man den Stern Sirius fotografiert, entstehen Farbstreifen. (Archivbild)

Ganz generell kann man die Objekte, die am Himmel leuchten, ganz einfach in mehrere Kategorien einteilen:

  • Bewegt es sich und blinkt? Dann ist es wahrscheinlich ein Flugzeug.
  • Bewegt es sich und blinkt nicht? Dann ist es wahrscheinlich ein Satellit.
  • Bewegt es sich nicht und funkelt? Dann ist es wahrscheinlich ein Stern.
  • Bewegt es sich nicht und funkelt auch nicht? Dann ist es wahrscheinlich ein Planet.

Auch Raketen oder Drohnen sorgen für Seltsames am Himmel

Es gibt allerdings auch andere Dinge am Himmel, die nicht mit astronomischen Phänomenen erklärt werden können. Die Raketen von SpaceX beispielsweise erzeugen mysteriöse Spiralen am Himmel, reißen aber auch Löcher in die Atmosphäre, die sich als rote Lichter bemerkbar machen. Vor allem die „Starlink“-Satelliten sorgen immer wieder für Aufsehen am Himmel.

Köhler berichtet aber auch von Industriedrohnen, die „in der Nacht zum Kalibrieren von Flughafenanlagen, aber auch von Gas- und Stromleitungen fliegen und sich anders verhalten, als kleine Drohnen im Privatgebrauch.“ Am Himmel kann man vieles sehen, wenn man aufmerksam nach oben schaut. (tab)

Die Redakteurin hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Pond5 Images

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