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NABU gibt Tipps zu Wasserstellen im Garten: Hilfe für Tiere bei Hitze und Trockenheit

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Nicht nur Haustiere, auch Wildtiere sind die extremen Temperaturen eine Belastung. Wasserstellen im Garten können für die Tiere eine große Unterstützung sein.

Wetzlar/Kassel - Vor allem in trockenen Sommern sind Wildtiere wie Vögel und Insekten auf der Suche nach Wasserstellen. Der Naturschutzbund Hessen (NABU) empfiehlt, Trink und Badestellen für die Tiere anzulegen, damit auch sie gut durch die Hitze kommen. Denn nicht nur für Haustiere, auch für Gartenvögel und andere Wildtiere ist Wasser überlebenswichtig.

„Igel, Eichhörnchen und Eidechsen müssen ihren Durst in der Natur löschen“, erklärt Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Sommerhage rät, eine Tränke für die tierischen Nachbarn aufzustellen oder einen Mini-Teich, beispielsweise in einer Zinkwanne, anzulegen. Dabei solle jede offene Wasserstelle mit einem Ast, Stein oder Stück Holz als Landeplatz und Rettungsinsel für Insekten ausgestattet werden, so Sommerhage.

Wasserstellen bieten Vögeln und Insekten an heißen Tagen eine Abkühlung.

Der NABU Hessen empfiehlt, kleine Kieselsteinchen im flachen Wasser anzulegen, um etwa Eidechsen den Einstieg ins Wasser zu erleichtern. Trink- und Badestellen helfen nicht nur den Tieren, sondern bieten auch eine optimale Möglichkeit, die Wildtiere zu beobachten: Wenn Gartenvögel wie Buchfink, Amsel oder Kohlmeise kurz zum Trinken einfliegen oder Stare und Haussperlinge sich in Gruppen zum ausgiebigen Planschen einfinden, sei das mindestens so interessant wie ein rege besuchtes Futterhaus im Winter, sagt der NABU-Experte.

Das oberste Gebot bei Vogeltränken ist eine gute Hygiene.

Maik Sommerhage, Landesvorsitzende NABU Hessen

NABU gibt Tipps zu Wasserstellen im Garten: Saubere Wasserstellen schützen Vögel

Für das Anlegen von Wasserstellen im Garten oder auf dem Balkon müssen laut NABU Hessen einige Grundregeln beachtet werden: „Das oberste Gebot bei Vogeltränken, egal ob im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon, ist eine gute Hygiene“, sagt Sommerhage. Vor allem bei der Hitze müsse das Wasser täglich gewechselt und Tränke für die Tiere gereinigt werden, um Keime zu vermeiden, denn in den Wasserstellen können sich Krankheitserreger schnell vermehren.

Laut NABU Hessen reiche für die Reinigung von Tränken eine Bürste und kochendes Wasser. Alternativ dazu können zwei Wasserschalen abwechselnd benutzt werden. Diese sollten dann zwischendurch 24 Stunden in der Sonne getrocknet werden, um mögliche Keime abzutöten.

Wer der Tierwelt im Sommer helfen möchte, der stellt eine Vogeltränke im Garten auf.

Wasserstelle für Vögel, Insekten und Co.: Der richtige Platz für die Tränke - Tipps vom NABU

Der richtige Platz für eine Tränke sei dort, wo sie für Vögel wie Amseln, Rotkehlchen oder Haussperlinge gut einsehbar sind, empfiehlt der NABU Hessen, denn: Vögel nehmen eine Tränke nur an, wenn sie sich dort sicher fühlen. „Beim Baden sind sie sehr abgelenkt und können leicht zur Beute für anschleichende Katzen werden“, sagt der Landesvorsitzende. Büsche und Bäume spenden Schatten und bieten Vögeln einen kühlen Rückzugsort.

Welches die optimale Vogeltränke ist, dazu hat der NABU Hessen auch Tipps. Die Vogeltränke sollte am Rand flach sein, so dass sich die Vögel dem Wasser nähern können. Somit biete eine Tränke mit Tiefen zwischen zweieinhalb und zehn Zentimetern den Vögeln einen optimalen Badeplatz. Ein rauer Boden gebe den Vögeln den nötigen Halt. Spezielle Vogeltränken gibt es im Fach- und Gartenhandel. „Eine flache Schüssel oder ein Blumentopf-Untersetzer tun es aber auch“, so Sommerhage.

NABU-Tipps für Trink- und Badestellen für Vögel und Insekten

- kleine Tränken für Wildtiere im Garten oder Balkon aufstellen

- offene Wasserstellen mit Holz sowie kleinen Kieselsteinen ausstatten

- tägliches Wechseln von Wasser sowie Reinigung der Tränken

- Badestellen und Tränken an schattigen und bewachsenen Stellen anbringen

- große Wassersammelgefäße abdecke, um Badeunfälle zu vermeiden

Um an Wasser zu kommen, versuchen Vögel auch an Regenwassertonnen oder Wasserbecken zu trinken. Wassersammelgefäße sollten dabei immer abgedeckt sein, um tödlichen Badeunfälle von Tieren zu vermeiden, so Sommerhage. „Das beugt auch einer Stechmückenzucht vor“.

NABU gibt Tipps zu Wasserstellen im Garten: Auch Insekten benötigen Wasser

Nicht nur Vögel haben Durst, auch Insekten benötigen dringend Wasser im Sommer. Wasser dient den Tieren nicht nur als Durstlöscher, sondern sie benötigen ihn auch zum Bau der Nester. Laut dem Naturschutzbund Hessen sei eine einfache Methode, um Insekten schnell und nützlich zu helfen, das Aufstellen einer flachen Schale mit Steinen oder Moos. Insektentränken auf dem Balkon oder im Garten werden gern von Wild- und Honigbienen zum Wasserholen genutzt.

Dem Naturschutzbund ist es ein großes Anliegen, den Tierbestand sowie die Artenvielfalt in der Natur zu schützen. Somit ist es für den NABU ein Ärgernis, dass in Helsa (Landkreis Kassel) in die Natur eingegriffen wird.

Rubriklistenbild: © Waltraud Grubitzsch/dpa/dpa-tmn

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