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Keine weiße Weihnachten: Wetterexperten erwarten Regen und Sturm an den Feiertagen

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Schnee an den Weihnachtstagen – ein Traum, den sicher viele haben. Doch auch in diesem Jahr sehen die Wetterprognosen dahingehend ernüchternd aus. Statt mit weißen Flocken wird mit Regen und Sturm gerechnet.

Fulda - „Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass wir grüne Weihnachten bekommen“, sagt Meteorologe Oliver Reuter. Die Wetter-Prognosen sehen an den Feiertagen viel Wind und Regen voraus. „Schwimmflossen werden die Tage wohl praktischer als Schneestiefel sein“, scherzt er.

Wetter: Keine weiße Weihnachten - Regen und Sturm an Feiertagen erwartet

In den Hochlagen komme es darauf an, wie viel Schnee die Tage gefallen, wie viel liegen geblieben und wie viel wieder getaut ist. „Vielleicht reicht es dann zumindest auf der Wasserkuppe noch, um einen Schneemann zu bauen“, wagt Reuter zu hoffen. Grundsätzlich hänge die Wetterentwicklung immer mit der Entwicklung der vorausgegangenen Tage zusammen.

Für die Weihnachtsfeiertage nennt der Wetterexperte Temperaturen zwischen fünf bis neun Grad – „vereinzelt kann sich mal die Sonne zeigen“. Grundsätzlich werden aber Wind und Regen überwiegen. Der viele Regen könne in Folge zur angespannten Lage der Flüsse führen. „Da sollte ein Auge drauf behalten werden“, rät Reuter.

Insgesamt sei die kommenden Tage wettertechnisch einiges los. Für Donnerstag erwartet der Meteorologe den vorläufigen Höhepunkt – der Wind werde zulegen und der Regen anhalten. „In den Berglagen kann es zu stürmischen Winden, teilweise sogar Orkanböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometern kommen“, erläutert Reuter die Prognosen. Auch der Wetterdienst warnt vor Sturmböen und Dauerregen. Die Temperatur liege heute zwischen 7 bis 10 Grad Celsius.

In den meisten Regionen wird es in diesem Jahr wohl grüne statt weiße Weihnachten geben.

Am Freitag hält der Regen weiter an. Die Temperaturen sinken auf 4 bis 7 Grad. „Auf den Bergen kann sich der Regen vereinzelt in Schnee verwandeln.“ Am Abend könne es auch in mittleren Lagen zum Schneefall kommen, meint der Meteorologe. „Nach dem Regen ist vor dem Regen, denn auch am Samstag wird es nass und windig – in den Berglagen sogar mal stürmisch“, sagt Reuter.

Mit einem Blick auf die Tage bis Silvester sagt Oliver Reuter: „Die kalte Luft ist gar nicht so weit weg. Sie hängt über Skandinavien. Es kann also noch zu Überraschungen kommen“. Ganz hat er den erneuten Wintereinbruch in den verbleibenden Tagen diesen Jahres noch nicht abgeschrieben. „Die Chancen sind aber gering.“

Auch der Diplom-Meteorologe Dominik Jung erwartet keine weißen Weihnachten. Wind, Sturm und Regen im Vorfeld des Weihnachtsfestes könnten zusätzlich für Behinderungen im vorweihnachtlichen Reiseverkehr sorgen. „Bäume haben im nassen Erdreich kaum noch Halt, und wenn jetzt noch viel Wind dazu kommt, können diese reihenweise umfallen“, erklärt Jung.

Schwimmflossen statt Schneestiefel: Dauerregen über die Feiertage

Über die Weihnachtstage kann das Thermometer auf bis zu zwölf Grad klettern. Insgesamt könne der Dezember genauso ausfallen, wie vom US-Wetterdienst NOAA schon im Sommer vorhergesagt wurde: Ein bis zwei Grad wärmer im Vergleich zum langjährigen Mittel der Jahre 1991 bis 2020. „Dabei ist der Monat recht kalt gestartet. Doch das ist nach den vielen milden Tagen alles Schnee von gestern“, erklärt Jung.

Die milden Wetteraussichten stellen auch die Skiliftbetreiber vor Herausforderungen. „In der Nacht auf Mittwoch hat es zwar noch mal fünf Zentimeter geschneit, jetzt müssen wir aber schauen, wie sich das Wetter entwickelt“, sagt Florian Heitmann, Betriebsleiter Ski- und Rodelarena Wasserkuppe. Aufgrund des Sturmes, der vorhergesagt ist, haben die Skilifte am Donnerstag geschlossen. „Wie es dann weitergeht, müssen wir von Tag zu Tag wetterabhängig entscheiden. Wir hoffen natürlich, dass es nicht ganz so viel regnet“, so Heitmann.

Rubriklistenbild: © Jasmin Herzberg

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