Kräftiges Gewitter: Keller und Straßen in Osthessen überflutet - Scheune geht in Flammen auf
VonLeon Schmitt
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Sabine Kohl
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Das freundliche Wetter hat am Donnerstagabend ein abruptes Ende genommen. Ein Gewitter mit Starkregen sorgte in Osthessen für Einsätze der Feuerwehren. Im Vogelsbergkreis brannte eine Scheune - ein Blitzeinschlag kann nicht ausgeschlossen werden.
Vorbei mit dem gutem Wetter: Gewitterfront über Deutschland
Unwetter erreicht Osthessen gegen 19.30 Uhr
Regen flutet Straßen und Keller - Feuerwehren im Einsatz (Fotostrecke)
+++ 11.12 Uhr: Auch im Main-Kinzig-Kreis hat das Unwetter vom Donnerstagabend für reichlich Einsätze von Technischem Hilfswerk und Feuerwehr geführt. Mehr als 120 Alarmierungen vermeldet die Pressestelle des Kreises am Freitag. Insbesondere in Freigericht, Hasselroth und Großkrotzenburg sei es zu zahlreichen Einsätzen gekommen, nachdem die Regenmassen Bäche zum Überlaufen gebracht habe, Keller überflutet sowie Äcker und Wiesen unterspült hatte.
Zum Scheunenbrand in Allmenrod im Vogelsbergkreis liefert die Polizei weitere Infos: In der Scheune hatten laut ersten Erkenntnissen landwirtschaftliche Maschinen gelagert, das Gebäude war komplett ausgebrannt. Es sei ein Sachschaden zwischen 200.000 und 300.000 Euro im Blick entstanden. Die Brandursache ist nach wie vor unklar. Laut Polizei könne ein wetterbedingter Blitzeinschlag nicht ausgeschlossen werden.
In Unterfranken ist es laut Polizei ebenfalls zu rund 50 Einsätzen für die Feuer. Der Schwerpunkt des Unwetters habe bis 19 Uhr am Untermain gelegen und sich ab 21 Uhr in Richtung Rhön verlagert. Wegen Aquaplaning sei es zu sechs Verkehrsunfällen gekommen, wobei aber niemand verletzt worden sei.
Update vom 3. Mai, 6.59 Uhr: Wie die Polizei in der Nacht berichtete, sei es wegen des Unwetters sowohl im Stadtgebiet Fulda als auch im Westen und Süden des Landkreises Fulda je zu Einsätzen im zweistelligen Bereich gekommen. Schwerpunkt in der Stadt waren die Stadtteile Nieder- und Oberrode. Überwiegend hatte die Feuerwehr Wasser aus Kellern pumpen müssen. Am Aschenberg habe es einen Wasserrohrbruch gegeben, ob der mit dem Gewitter in Verbindung steht, sei aber noch unklar.
Unwetter über Osthessen - Einsätze in zweistelliger Zahl wegen überfluteter Keller und Straßen
Wie unsere Reporter vor Ort berichten, hatten außerdem in Bronnzell und Dietershausen die Straßen teils zentimeterhoch unter Wasser gestanden. Ganze Autos seien von den Fluten umschlossen gewesen.
In der Rhön habe im Bereich Poppenhausen-Steinwand sowie bei Abtsroda Schlamm und Geröll die Straßen blockiert. Im Vogelsbergkreis wurde bei Grebenhain eine Straße überspült. Aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg habe es keine Einsatzmeldungen gegeben.
In Allmenrod im Vogelsbergkreis ist in der Nacht zum Donnerstag nach den Gewittern eine Scheune in Flammen aufgegangen. Wie ein Reporter vor Ort berichtet, waren die Feuerwehren aus Lauterbach mit insgesamt 70 Einsatzkräften vor Ort. Es gelang ihnen, das Feuer unter Kontrolle zu bringen und ein Übergreifen auf das angrenzende Wohnhaus des Bauernhofes zu verhindern.
Feuerwehreinsatz nach Gewitter - Im Vogelsberg brennt eine Scheune
„Die einzige größere Gefahr, die wir vor Ort noch hatten, waren eine kleinere Anzahl von Gasflaschen, die wir im Auge behalten mussten. Aber auch das hatten wir im Griff“, berichtete Stadtbrandinspektor Jürgen Eifert. Menschen oder Tiere sind bei dem Feuer nicht zu Schaden gekommen.
Ob der Scheunenbrand ursächlich mit den Unwettern vom Mittwoch in Verbindung steht, ist noch unklar. Die Brandursache muss noch herausgefunden werden.
+++ 20.44 Uhr: Allmählich hat sich die Unwetterlage in der Region beruhigt. Das kurze, aber kräftige Gewitter ist inzwischen über Osthessen hinweggezogen. „Es war glücklicherweise nicht so dramatisch“, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums auf Nachfrage unserer Zeitung.
Überflutete Straßen und Keller - Unwetter-Einsätze in Osthessen
Und doch sei die Leitstelle Fulda zwischenzeitlich vor lauter Notrufen kaum erreichbar gewesen. Es wurden überflutete Straßen gemeldet - etwa in Poppenhausen-Steinwand und in Grebenhain im Vogelsberg. In Neuhof-Giesel sei ein Keller geflutet worden. Die Feuerwehren wurden außerdem zu Unwetter-Einsätzen in Kleinlüder, Edelzell und Oberrode gerufen - alle wegen des Starkregens. Alles in allem sei es aber „halb so wild“ gewesen, bilanziert der Polizeisprecher.
Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt Entwarnung - zumindest vorerst. Die Gewitterwarnungen für Osthessen wurden inzwischen aufgehoben. Allerdings könne es noch bis in die frühen Nachtstunden zu Starkregen kommen. „Die Unwettergefahr schwächt sich im Laufe der Nacht auf Freitag dann allmählich ab“, so der DWD.
Heftiger traf die Gewitterfront Südhessen. In Frankfurt sorgte der Starkregen nach Angaben der Feuerwehr dafür, dass im Bethanien Krankenhaus Wasser aus der Kanalisation eindrang und auch den Intensivbereich der Klinik erreichte. Am Flughafen Frankfurt wurden während des Gewitters routinemäßig keine Maschinen be- oder entladen. Das diene dem Schutz des Personals, erklärte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
+++ 20.08 Uhr: Gegen 19.30 Uhr hat die Gewitterfront, die vom Südosten Deutschlands Richtung Nordwesten zieht, Fulda erreicht. Wenige Minuten, nachdem starker Regen eingesetzt hatte, alarmierte die Leitstelle Fulda die Feuerwehren zu zwei Unwetter-Einsätzen in der Region. Sowohl die Oberroder Straße in Oberrode als auch die Karlmannstraße in Edelzell wurden durch den Niederschlag geflutet.
Unwetter-Einsätze in Osthessen: Feuerwehren rücken aus
+++ 19.20 Uhr: Kräftiger Wind, Donnergrollen und Blitze: Ein Unwetter hat am Donnerstagabend die Region erreicht. Bislang gab es noch keine größeren Einsätze für die Feuerwehren im Kreis Fulda. Eine Entwarnung gibt es von den Behörden allerdings noch nicht.
Denn der Wetterdienst hat seine Warnung vor starkem Gewitter in Osthessen verlängert. Bis 20.30 Uhr drohen demnach Gefahren durch Blitzschlag, vereinzelt umstürzende Bäume, herabstürzende Gegenstände, überflutete Straßen, Aquaplaning und Hagelschlag.
Update vom 2. Mai, 16.21 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine Vorabmeldung zu drohenden Unwettern in Osthessen konkretisiert. Es gilt nun eine amtliche Warnung vor starkem Gewitter (Stufe 2 von 4) für die Kreise Fulda, Vogelsberg, Main-Kinzig und Hersfeld-Rotenburg. Diese besteht bis 19.30 Uhr.
Wetterdienst warnt vor starken Gewittern in Osthessen
Bei starken Gewittern besteht laut DWD die Gefahr von Blitzschlag, vereinzelt umstürzenden Bäumen, herabstürzenden Gegenständen sowie Hagelschlag, Aquaplaning und rasche Überflutungen von Straßen oder Unterführungen.
Die Vorabwarnung vor schweren Gewittern (Stufe 3 von 4) bis Freitag, 3 Uhr, besteht weiterhin. Die Vorabinformation ist laut Wetterdienst ein Hinweis auf eine Wetterlage mit hohem Unwetterpotenzial. Sie solle die rechtzeitige Vorbereitung von Schutzmaßnahmen ermöglichen. Wie sich das Wetter dann im konkreten Fall entwickelt, ist unklar. Erst die amtliche Warnung grenzt Gebiet und Zeitpunkt einer Unwetterlage genauer ein.
Erstmeldung vom 2. Mai, 12.03 Uhr: Fulda - Am Mittag ist es zunächst noch überall in Osthessen überwiegend sonnig, teils sind bereits erste Wolken am Himmel zu sehen, teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Osthessen mit. Ab dem Nachmittag werde es dann zunehmend wolkiger, es kann zur Bildung von kräftigen Schauern oder gar Gewittern mit Starkregen kommen, die lokal unwetterartig ausfallen können.
Für die Landkreise Fulda, Vogelsberg, Main-Kinzig und Hersfeld-Rotenburg hat der Deutsche Wetterdienst bereits Warnungen vor schweren Gewittern ausgebeben, die zunächst von heute, 14 Uhr, bis Freitagfrüh, 3 Uhr, gelten. Aufgrund der Tatsache, dass Schauer und Gewitter aktuell nur langsam weiterziehen, könne es örtlich begrenzt zu heftigem Starkregen mit bis zu 35 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit kommen.
Auf sommerlichen 1. Mai folgt Wetter-Wechsel mit Gewitter, Starkregen und Temperatursturz
Ganz vereinzelt und lokal eng begrenzt sei auch extrem heftiger mehrstündiger Starkregen mit 40 bis 60 Liter pro Quadratmeter wahrscheinlich. Zudem können die Gewitter laut den Wetter-Experten des DWD von Sturmböen um 80 Stundenkilometer sowie Hagel begleitet werden. Erst im Laufe der Nacht zum Freitag schwäche sich die Unwetterwahrscheinlichkeit langsam ab.
Dennoch wird es am Freitag und Samstag erst einmal wieder deutlich kühler. Der Freitag wird in Osthessen laut Deutschem Wetterdienst überwiegend stark bewölkt und zum Teil noch regnerisch. Erst am Nachmittag lockert die Bewölkung auf und es bleibt weitgehend niederschlagsfrei. Die Temperaturen liegen bei nur noch 15 bis 18 Grad. Mit Bodenfrost, der den blühenden Pflanzen gefährlich werden kann, ist in den kommenden Tagen allerdings nicht zu rechnen. Die Tiefsttemperaturen in der Nacht liegen laut DWD bei 8 bis 4 Grad.
Der Samstag bringt einen Sonne-Wolken-Mix, meist bleibt es aber trocken. Nur vereinzelt sei etwas Regen oder mal ein Schauer möglich, prognostizieren die Wetter-Experten vom DWD. Die Temperaturen liegen weiterhin bei 15 bis 18 Grad.
Erst am Sonntag soll die 20-Grad-Marke wieder geknackt werden, die Höchsttemperaturen liegen dann zwischen 20 und 22 Grad, in höheren Lagen bis 17 Grad. Dafür nimmt die Bewölkung wieder zu, zeitweise sind Schauer oder auch wieder Gewitter möglich.