VonFlorian Dörrschließen
In einem See in Hessen wurde ein unerwünschter Gast entdeckt: der Schwarze Katzenwels. Die Behörden planen dringende Maßnahmen zur Eindämmung.
Herborn – Im vergangenen Monat stießen Gewässerökologen bei Untersuchungen im Uckersdorfer Steinbruchsee bei Herborn im Lahn-Dill-Kreis auf eine invasive Fischart, den Amerikanischen Katzenwels (Ameiurus melas). Dieser wurde 2022 in die Unionsliste invasiver Arten der Europäischen Union aufgenommen und stellt eine „ernste Bedrohung für die heimische Biodiversität“ dar, wie es bei der Stadt Herborn heißt.
Der auch als Schwarzer Katzenwels bekannte Fisch gilt als äußerst wettbewerbsfähig. Seine hohe Fortpflanzungsrate und seine Brutpflegefähigkeiten führen schnell zu einer massiven Population. Dies setzt einheimische Fischarten unter erheblichen Wettbewerbsdruck und erhöht den Fraßdruck auf Insekten, Amphibien und Krebse. „Durch die Dominanz des Schwarzen Katzenwelses im Ökosystem kann es zu weitreichenden Störungen in den Nahrungsketten und negativen Veränderungen im gesamten Gewässerökosystem kommen“, heißt es in Herborn.
Erster bekannter Nachweis für Amerikanischen Katzenwels in Mittelhessen
Da dies der erste bekannte Nachweis dieser Art in der freien Natur in Mittelhessen ist, sehen die Behörden dringenden Handlungsbedarf. Es bestehe die Gefahr einer weiteren Ausbreitung, etwa durch Überschwemmungen nach starken Regenfällen. Um die heimische Biodiversität zu schützen und die Ausbreitung des Schwarzen Katzenwelses zu stoppen, plant das Regierungspräsidium Gießen eine gezielte Managementmaßnahme. In Kooperation mit dem Technischen Hilfswerk (THW) und der Stadt Herborn soll der Wasserstand des Sees reduziert und die invasive Art vollständig beseitigt werden.
Wels in hessischem See illegal ausgesetzt?
Für diese Maßnahme ist ein kontrolliertes Ablassen des Wassers erforderlich, da die Geologie und Topographie des Steinbruchsees ein Abfischen in schwer zugänglichen Bereichen sonst erschweren würden. Die Durchführung ist noch für diesen Herbst geplant, sofern das Wetter mitspielt. Das Ablassen des Wassers wird voraussichtlich zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen.
Nach dem Ablassen des Wassers und dem Abfischen werden die gefangenen Tiere von einem Fischereibiologen fachgerecht entfernt und weiterverwertet. Da der Uckersdorfer Steinbruchsee keine natürlichen Fischzugänge hat, vermuten die Experten, dass der Amerikanische Katzenwels illegal ausgesetzt wurde. Ein solches Vorgehen ist nicht nur gesetzeswidrig, sondern birgt auch erhebliche ökologische Risiken. (fd)
Er soll eine Ente eingesaugt haben: Der Riesen-Wels aus dem Naturbadesee in Beiseförth sorgte für Schlagzeilen. Zuletzt war er verschwunden.
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