VonFlorian Leclercschließen
Die Autobahn-GmbH des Bundes veröffentlicht die Machbarkeitsstudie zum Ausbau der A5. Zehn Spuren von Frankfurt nach Friedberg könnten gebaut werden.
Die Autobahn A5 kann von Frankfurt nach Friedberg auf zehn Fahrspuren ausgebaut werden. Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die die Autobahn-GmbH des Bundes am Mittwoch veröffentlicht hat.
Die Machbarkeitsstudie hat vier Varianten zum Ausbau der A5 untersucht. Variante 1 sieht einen zehnspurigen Ausbau zwischen Frankfurter Kreuz und Nordwestkreuz Frankfurt vor sowie einen achtspurigen Ausbau zwischen Nordwestkreuz Frankfurt und der Anschlussstelle Friedberg vor.
Variante 2 untersucht den zehnspurigen Ausbau zwischen Frankfurter Kreuz und Nordwestkreuz Frankfurt sowie den achtspurigen Ausbau mit temporärer Seitenstreifenfreigabe zwischen Nordwestkreuz Frankfurt und Anschlussstelle Friedberg.
Variante 3 nimmt den zehnspurigen Ausbau zwischen Frankfurter Kreuz und Anschlussstelle Friedberg in den Blick.
Variante 4 setzt sich wiederum mit einer baulichen Trennung der A5 zwischen Frankfurter Kreuz und Anschlussstelle Friedberg auseinander. Die Idee ist, den „Fernverkehr“ mit Lastwagen und den „Regionalverkehr“ mit Pendlerinnen und Pendler baulich zu trennen. „Der Querschnitt gliedert sich in zwei dreistreifige Verteilerfahrbahnen für den Regionalverkehr und zwei zweistreifige ‚Expressfahrbahnen‘ für den Fernverkehr“, teilte die Autobahn-GmbH mit. Die zweispurigen „Expressfahrbahnen“ würden nördlich des Frankfurter Kreuzes beginnen und südlich der Anschlussstelle Friedberg enden.
Im Resümee heißt es: „Die Machbarkeitsstudie kommt zu dem zentralen Ergebnis, dass ein durchgehender zehnstreifiger Ausbau der A5 vom Frankfurter Kreuz bis zur Anschlussstelle Friedberg grundsätzlich technisch umsetzbar ist und zu einem guten Verkehrsfluss führen würde.“
Die Studie
Die Machbarkeitsstudie der Autobahn-GmbH zum Ausbau der A5 in Frankfurt liegt dem Bundesverkehrsministerium seit 2022 vor. Presseanfragen zur Veröffentlichung wurden in der Folge abschlägig beschieden. Auch der Magistrat der Stadt Frankfurt bekam die Studie auf Anfrage nicht zu Gesicht. Die Frankfurter Bürgerinitiative „Es ist zu laut“ klagte vor Kurzem auf die Herausgabe nach dem Informationsfreiheitsgesetz. Mit der Veröffentlichung der Studie ist die Autobahn-GmbH dem Verfahren nun zuvor gekommen. fle
Internet: https://www.autobahn.de/machbarkeitsstudie-zum-ausbau-vom-frankfurter-kreuz-bis-anschlussstelle-friedberg
Wesentliche Grundlage für die Untersuchungen seien die aktuelle Verkehrssituation und die Verkehrsentwicklung bis 2030 gewesen. Der Bundesverkehrswegeplan 2030 sieht einen zehnspurigen Ausbau der A5 vom Frankfurter Kreuz bis zum Nordwestkreuz und einen achtspurigen Ausbau vom Nordwestkreuz bis zur Anschlussstelle Friedberg vor. Dies sei ein „gesetzlich verankerter Auftrag“, hob die Autobahn-GmbH hervor.
Eine Entscheidung, ob der zehnspurige Ausbau der A5 von Frankfurt nach Friedberg weiter verfolgt werde, hänge von weiteren Faktoren ab, so die Autobahn-GmbH. „Dazu gehören insbesondere wirtschaftliche Aspekte und Auswirkungen auf die Natur, Flächenverbrauch, Luftschadstoffe und Lärmschutz.“
Kosten von 1,1 Milliarden Euro
Für den durchgängigen zehnspurigen Ausbau rechnet die Autobahn-GmbH aktuell mit Kosten von etwa 1,1 Milliarden Euro. Die Machbarkeitsstudie sei „ein Zwischenschritt für die weiteren Abwägungsentscheidungen“. Sie nehme „keinesfalls ein Ergebnis hinsichtlich einer Vorzugsvariante vorweg“.
In Frankfurt hat sich die Römer-Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt im Koalitionsvertrag, der von 2021 bis 2026 gilt, gegen einen zehnspurigen Ausbau der A5 von Frankfurt nach Friedberg ausgesprochen. Auch einen zehnspurigen Ausbau vom Frankfurter Kreuz zum Nordwestkreuz lehnt die Koalition ab. Der Magistrat der Stadt Frankfurt folgt der Koalition in dieser Einschätzung.
„Die Stadt Frankfurt erwartet vom Bundesverkehrsministerium, dass die Maßnahme im Rahmen der Bedarfsplanüberprüfung gestrichen und planerisch nicht weiterverfolgt wird“, sagte Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne).
Begrüßenswert wäre laut Magistrat und Koalition allerdings der Bau von Lärmschutz an der A5 zwischen Nordwestkreuz und Friedberg, wo schon jetzt die Seitenstreifen temporär freigegeben werden. Dort ist die sechsspurige A5 faktisch achtspurig. Der Ausbau der A5 auf acht vollständige Fahrspuren würde den Bau von weiteren Seitenstreifen erforderlich machen.
Das Bündnis Verkehrswende Frankfurt, in dem sich zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen wie BUND, VCD, ADFC, Greenpeace, Attac, Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn, Bürgerinitiative Riederwald und die Bürgerinitiative „Es ist zu laut“ zusammengeschlossen haben, lehnt den Autobahnausbau ab. Sie sehen die Gefahr von weiterer Umweltzerstörung, mehr induziertem Verkehr und höherer Lärmbelastung. Gefordert wird ein durchgängiger Lärmschutz im Bestand.


