Aktion von Landwirten

Protest gegen Sparpläne: 200 Traktoren rollen auf Göttingen zu - Staus möglich

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Protest von Landwirtinnen und Landwirten aus Südniedersachsen: 200 Traktoren rollen am Donnerstag auf Göttingen zu. (Symbolbild)
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Traktoren und Lastwagen können an diesem Donnerstag Staus in Göttingen verursachen. Dann protestieren Landwirte in der Uni-Stadt.

Göttingen/Northeim – Autofahrer aufgepasst: In den kommenden Tagen kann es in und um Göttingen sowie auf den Zufahrtsstraßen zu Staus durch Traktoren kommen.

Die Landwirtinnen und Landwirte der Region sowie etliche Spediteure mit ihren Lastwagen setzen ihre Proteste gegen die Sparpläne der Ampelkoalition, unter anderem Besteuerung von Agrardiesel und Abschaffung der Kfz-Steuerbefreiung für Traktoren, fort und protestieren erneut mit ihren Fahrzeugen auf den Straßen.

Erster Aufschlag an diesem Donnerstag in Göttingen

Zum ersten größeren Aufschlag des Jahres soll es nach Informationen unserer Zeitung bereits am Donnerstag, 4. Januar, kommen. Ein von mehreren Landwirten aus dem Raum Uslar/Solling initiierter, verbandsunabhängiger Schlepperkonvoi hat über soziale Netzwerke mittlerweile so viel Zuspruch erhalten, dass die Organisatoren mittlerweile von 200 teilnehmenden Treckern ausgehen.

Da sich vermutlich spontan noch Landwirte auf der Route dem Tross anschließen werden, könnten es auch mehr werden, so Landwirt Henning Gehrke vom Orga-Team. Die Route sei mit den Kommunen und der Polizei abgestimmt, die den Korso begleiten wird. Weitere Abordnungen werden aus Duderstadt, Herzberg, Waake, Ebergötzen erwartet. 35 Schlepper sind allein aus dem Raum Rosdorf angemeldet.

Korso in Göttingen wird vorab angekündigt

Man habe sich bewusst für die vorherige Ankündigung des Korso entschieden, um allen systemrelevanten Berufsgruppen das rechtzeitige Erreichen ihres Arbeitsortes zu ermöglichen, denn der Protest richte sich nicht gegen die Bevölkerung, sondern gegen die Politik der Ampelkoalition, stellten die Organisatoren klar.

Der Hauptkonvoi wird gegen 6.30 Uhr in Uslar starten und über Lödingsen und Lenglern sowie Holtensen nach Göttingen fahren. Weitere Gruppen setzen sich aus Duderstadt und Göttingen in Bewegung. Ziel ist die Innenstadt mit dem Gänseliesel, wo man zwar nicht mit allen Schleppern, aber zumindest mit einer Abordnung sowie einem Verpflegungswagen auflaufen werde.

Plakate und besprühte Siloballen

In der Region machen an etlichen Stellen bereits Plakate und besprühte Siloballen auf die Aktionen aufmerksam. Darauf heißt es beispielsweise „Volle Steuern – leere Teller“, „Grüne Nummer muss bleiben“, „Bauerntod = Hungersnot“ sowie „Ampel ruiniert Landwirtschaft – nicht mit uns“.

Für Montag, 8. Januar, sind bundesweit regionale Proteste geplant, auf den Äckern sollen Mahnfeuer entzündet werden. Für Südniedersachsen rufen Landvolk und die Landwirtevereinigungen LSV sowie Freie Bauern gemeinsam zu Aktionen auf. So wird es am 8. Januar in Göttingen, Bremen, Hamburg, Osnabrück und Braunschweig Kundgebungen geben. Nach dem Treffen soll es in Göttingen einen polizeigeführten Treckerkorso durch die Uni-Stadt geben.

Aktionswoche in Göttingen vom 9. bis 14. Januar

Für Göttingen ist dann vom Dienstag bis Sonntag, 9. bis 14. Januar, eine Aktionswoche geplant, bei der die Landwirte das Schreiben „Wertschöpfung im ländlichen Raum erhalten“ an Akteure im ländlichen Raum, darunter Bürgermeister, Parteien, Politiker, Verbände, Handwerk und Handel, übergeben werden, um diese als Verbündete mit ins Boot zu holen. Mit weiteren individuell organisierten Aktionen werde man in der gesamten Region sichtbar sein und auch weitere Versammlungen anmelden.

Parallel dazu soll es ab dem 8. Januar Mahnwachen mit Treckern vor den Büros der Abgeordneten der Ampelkoalition geben, um „mit Nachdruck Gespräche einzufordern und unsere Forderungen darzulegen“, wie es in einem weiteren Aufruf von LSV heißt. Für den 11. Januar sind dann Kundgebungen in Hannover und Braunschweig geplant.

Groß-Demonstration am 15. Januar in Berlin

Am Montag, 15. Januar, ist eine Großdemonstration aller Akteure in Berlin geplant, zu der Tausende Schlepper erwartet werden. In ihrem Aufruf kündigen Landvolk und LSV an, dass es mit den Protesten danach weiter gehen werde, sollten die Sparpläne nicht vom Tisch sein. (Christian Mühlhausen)

Erneute Demo gegen den Abbau von Steuervergünstigungen: Hunderte Traktoren, die sonst auf den Feldern unterwegs sind, sollen durch am Montag Hessen rollen.

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