Treckerkorso und Demo

„Wolf? Nein, danke!“: 3000 Menschen protestieren in Ostfriesland gegen Wolfspolitik

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In Aurich fand am Samstag, 10. Juni 2023, eine Großdemo gegen die Ausbreitung des Wolfes in Ostfriesland statt. Rund 3000 Menschen nahmen teil.

Aurich – Hunderte Menschen haben im ostfriesischen Aurich in Niedersachsen am Samstagabend, 10. Juni 2023, gegen die Ausbreitung des Wolfes und für einen restriktiveren Umgang mit den Tieren demonstriert. Vor der Sparkassen-Arena versammelten sich rund 3000 Menschen, wie eine Sprecherin der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund am Samstagabend sagte. Die Veranstalter hatten die Demonstration mit bis zu 3000 Teilnehmern angemeldet. Landwirte und Weidetierhalter hatten sich teils mit Treckerkorsos aus Pewsum, Leer und Wittmund auf den Weg nach Aurich gemacht. Die Polizei zählte rund 250 Trecker.

Großdemo gegen Wolfspolitik in Aurich: Verbände bezweifeln Harmonie zwischen Weidetierhaltung und Wolf

Teilnehmer der Veranstaltung halten Schilder mit Anti-Wolf-Botschaften hoch. Die Verbände Land schafft Verbindung (LsV) Ostfriesland und der Friesische Verband für Naturschutz (FVN) haben zu einer Demonstration gegen die aktuelle Wolfspolitik aufgerufen.

Aufgerufen zu der Kundgebung hatten die Verbände „Land schafft Verbindung (LsV) Ostfriesland“ und der „Friesische Verband für Naturschutz“ (FVN). Die Verbände sehen den strengen Schutz des Wolfes mit der für Ostfriesland typischen Weidetierhaltung nicht vereinbar. Die Demonstration stand unter dem Titel: „Wölfe in Ost/Friesland, können wir uns das leisten? Wir sagen NEIN!“

Hintergrund war die wachsende Anzahl an Wolfsrudeln im ostfriesischen Land und die damit verbundenen Angriffe auf Weidetiere. In Friedeburg etwa wurden vor wenigen Monaten rund 40 Schafe von einem Wolf getötet und verletzt. Im Kreis Aurich griff ein Tier zudem ein halbes Dutzend Pferde an.

Daneben gab es auch eine kleinere Gegendemonstration von Tierschützern. Dort zählte die Polizei rund 30 Demonstranten. Beide Kundgebungen verliefen laut den Beamten friedlich.

Abschuss nur in Ausnahmefällen: Strenger Schutz für Wölfe

Der Wolf steht unter strengem Naturschutz, nur in Ausnahmen dürfen einzelne Tiere von den Behörden zum Abschuss freigegeben werden, etwa wenn sie mehrfach Weidetiere trotz wolfsabweisender Zäune gerissen haben. Ein Abschuss von Wölfen, um die Population zu verringern, ist nach aktuell geltendem Recht nicht zulässig.

Tierschützer in Niedersachsen unterstreichen die positiven Effekte, die der Wolf auf das Ökosystem haben kann. Gegenüber kreiszeitung.de rechnet eine Nabu-Pressesprecherin zudem damit, dass die Wolfs-Population im Bundesland aufgrund der vielen besetzten Territorien nicht mehr dramatisch zunehmen werde. (Mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Lars Penning/dpa

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