GDL-Streik

Bahn-Chaos in Niedersachsen: Mindestens 35-Stunden „Wellenstreik“ erwartet

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Ein erneuter Bahn-Streik wird Niedersachsen treffen. Das erklärt der GDL-Chef Weselsky. Sogenannte „Wellenstreiks“ sollen die Bahn unzuverlässiger machen.

Hannover – Die Tarifverhandlungen zwischen der GDL und der Deutschen Bahn sind gescheitert. Am Montag, 4. März, kündigt Gewerkschafts-Chef Claus Weselsky erneute Streiks im Personen- und Güterverkehr an, die bereits diese Woche starten sollen. Weitere sollen unangekündigt folgen. Damit wird auch Niedersachsen von den sogenannten „Wellenstreiks“ betroffen sein.

Aktueller Bahnstreik in Niedersachsen: „Damit ist die Eisenbahn kein zuverlässiges Verkehrsmittel mehr“

Nach Gewerkschaftsangaben soll der aktuelle Bahn-Streik zunächst 35 Stunden andauern. Der Personenverkehr wird ab Donnerstag, 7. März, 2 Uhr bis Freitag, 8. März, 13 Uhr bestreikt. Im Güterverkehr soll der Ausstand bereits am Mittwoch, 6. März, um 18 Uhr beginnen und am Freitag, 5 Uhr, enden.

Geschlossene Bahnschranken können in den kommenden Tagen zur Seltenheit werden. Denn die GDL hat erneut zu einem Warnstreik aufgerufen, der diese Woche auch Niedersachsen treffen wird.

Niedersachsen vom GDL-Streik betroffen: Massive Auswirkungen erwartet

Weselsky betonte, dass die GDL künftige Streiks nicht mehr mit einem 48-stündigen Vorlauf ankündigen will. „Wir beginnen sogenannte Wellenstreiks“, sagte er. „Damit ist die Eisenbahn kein zuverlässiges Verkehrsmittel mehr.“ Zu den weiteren Streiks sollen weder Länge noch deren Beginn genannt werden. Dazu heißt es in der Mitteilung der Gewerkschaft: „Die GDL weist aber schon jetzt darauf hin, dass sie bei künftigen Streiks eine rechtzeitige Information der Reisenden nicht mehr gewährleisten kann.“

Bahnstreik im Norden: So sind Metronom, NWB, Enno und Erixx betroffen

Damit wird es auch in Niedersachsen, Bremen und Hamburg zu streikbedingten Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr kommen. Welche Verbindungen betroffen sein werden, ist zurzeit noch unklar. Bei den vergangenen Streiks ist im Nordwesten das ÖPNV-Angebot jedoch nahezu zum Erliegen gekommen.

Die Bahnunternehmen Metronom, Enno und Erixx werden aller Voraussicht nach trotz Bahnstreik fahren. Denn seit Mitte Dezember gibt es für diese Unternehmen einen Tarifabschluss.

Auch die Nordwestbahn (NWB) wird nicht bestreikt. Dennoch kann es im Betrieb der NWB zu Teilausfällen kommen. Die Nordwestbahn rät ihren Fahrgästen, sich vor Fahrtantritt über die Verbindungen zu informieren. 

Seit mehreren Monaten befinden sich die GDL und die Bahn in Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag. Ein zentraler Streitpunkt ist die Forderung der Gewerkschaft nach einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden für Schichtarbeiter, ohne dass diese finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Die GDL hatte bereits eine erste Verhandlungsphase im November für gescheitert erklärt und daraufhin nach einer Urabstimmung zu zwei längeren Streiks aufgerufen. Der Fern-, Regional- und Güterverkehr in Deutschland kam über mehrere Tage hinweg weitgehend zum Stillstand.

Rubriklistenbild: © Rainer Droese/Imago

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