„Einmal Spätwinter, einmal Frühsommer“

Berg- und Talfahrt: Wetterspagat im Norden – warme Tage, eisige Nächte

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Nach Sonne und Frühlings-Wetter gibt es in den kommenden Tagen eine Berg- und Talfahrt in Niedersachsen – mit warmen Tagen und eisigen Nächten.

Hannover – Was für ein Wechselbad der Gefühle: Nach Sonne und Frühlings-Wetter in Niedersachsen kippte das Wetter schon am letzten Wochenende. Es gab vereinzelt sogar Gewitter mit Starkregen und Hagel. Das Auf und Ab setzt sich auch in der nächsten Woche fort, so die Prognosen. Und die Temperaturen fahren sogar binnen weniger Stunden Achterbahn: Tags ist T-Shirt-Wetter in Niedersachsen möglich, nachts kann es dagegen eiskalt werden.

Nach Sonne und Frühlings-Wetter in Niedersachsen kommt nun der Wetterspagat im Norden mit warmen Tagen und eisigen Nächten.

„Berg- und Talfahrt“: Wetterspagat im Norden – warme Tage, eisige Nächte

„Es ist eine Berg- und Talfahrt in den kommenden Tagen beim Wetter“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met gegenüber kreiszeitung.de von IPPEN.MEDIA: „Bis in den April hinein und bei dem wissen wir ja … der April, der macht, was er will.“ 

Der Experte sagt: „Es wird erstmal kälter am Wochenende, meist um 10 Grad, es gibt viele Wolken, etwas Regen.“ Ab Montag jedoch werde es langsam trocken. Dann gebe es wieder mehr Sonnenschein, „und der Sonnenschein geht dann wohl erstmal bis Freitag“. Der Norden kann sich also auf den Frühling freuen.: „Es kommt ein neues Hoch und langsam erreichen die Tageswerte wieder 15 Grad und mehr“, so Jung.

Extremes Wetter in Niedersachsen: Die beeindruckendsten Bilder

Sturm Norderney
Trifft viel Wind auf die niedersächsische Küste, kann es zu hohen Wellen kommen. © Imago
Sturmtief Nadia an der deutschen Nordseeküste
Dann kann es insbesondere auf den Nordseeinseln unruhig und ungemütlich werden. © Imago
Sturm Nordsee
Nimmt der Wind jedoch weiter Fahrt auf, drückt er das Meer ins Landesinnere. Es kommt zu einer Sturmflut. © Christine Höfelmeyer/Imago
Norderney Sturm Spaziergänger
Dann tritt das Wasser über die Befestigungen an den Stränden. Jeder Spaziergang könnte gefährlich werden. © Imago
Fähre Nordsee
Wenn die Fähren noch fahren, ist das Wetter jedoch noch nicht kritisch. © Imago
Schneesturm fegt mit 130 Km/h über Berg
Anders sieht da Sturm auf Niedersachsens Bergen aus. Da kann man schon einmal die Haltung verlieren. © Martin Dziadek/Imago
Schwere Gweitter Niedersachsen
Aber auch Gewitter mit seinen extremen Begleitphänomenen trifft Niedersachsen regelmäßig hart. © Roland Bock/Imago
Blitz Gewitter
Auf keinen Fall sollte man sich jetzt im Freien aufhalten © Roland Bock/Imago
Blitze Gewitter Niedersachsen
Blitzeinschläge können zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod führen. © Roland Bock/Imago
Niedersachsen, Hannover, Gewitter
Aber sie sind schön anzusehen. © Florian Petrow/Imago
Kräftige Gewitter und Unwetter im südlichen Niedersachsen
Während eines Gewitters kann es zu viel Hagel kommen. Das kann zu Glätte führen.  © Bernd Mrz/Imago
Kräftige Gewitter und Unwetter Niedersachsen
Plötzlicher Starkregen kann die Straße noch gefährlicher machen. © Bernd Mrz/Imago
Unwetter in Niedersachsen.
Und Sturmböen können dann auch geparkte Autos beschädigen. © Imago
Rotenburg an der Wümme
Fällt zu viel Regen in kurzer Zeit, kann es zu Hochwasser kommen © Silke Heyer/Imago
Nach sintflutartigen Regenfällen: Teich im Ortskern drohte überzulaufen
Dann sind auch die Kanalisationen überlastet. © Roland Bock/Imago
Einsatzkräfte des THW Ortsverband Friedrichsthal aus Saarbrücken im Hochwasser
In manchen Fällen helfen nur Sandsäcke gegen die Wassermassen. © Rainer Droese/Imago
Niedersachsen, Hannover, umgestürzter Baum auf überflutteter Straße
Wo keine sind, werden auch mal Straßen überflutet. © Imago
Der Fluss Ems tritt übers Ufer
So können ganze Landstriche Unterwasser gesetzt werden. © Imago
Kräftige Gewitter und Unwetter
Dann ist die Feuerwehr im Dauereinsatz © Imago
Überflutung Niedersachen
Manchmal kommt man nur noch mit schwerem Gerät durch die Straßen. © Imago
Kräftige Gewitter und Unwetter NDS
Denn es droht die Gefahr, einfach mit dem Auto in den Fluten stehen zu bleiben. © imago
Regenbogen ueber offenem Land
Doch das Wetter in Niedersachsen ist wechselhaft. Der Regen kann sich auch schnell wieder legen. © Martin Wagner/Imago
Traumhafter Sonnenaufgang in Niedersachsen
Dann kommt auch mal die Sonne raus. © Imago
Sonne über NDS
Zu viel Sonnenschein ist jedoch nicht gut für die Ernte. Es kommt zu trockenen Böden. © Imago
Malerischer Sonnenaufgang
Dann drohen Pflanzen einzugehen. Landwirte stehen dann vor Problemen. © Imago
Dürre NDS
Besonders in heißen Sommermonaten sind dann viele Felder von Dürre betroffen. © Martin Wagner/Imago
Landwirtschaft-Auf einem Acker
Die Ernte fällt schlechter aus, die Trockenheit ist schlecht für die Böden. © Martin Wagner/Imago

„Extremes Wetterszenario scheint unvermeidlich“: Von Frühsommer bis Spätwinter alles möglich

Die Menschen in Niedersachsen und Bremen können sich tagsüber auf frühlingshaftes Wetter freuen – doch nachts kommt der Winter zurück. Der DWD rechnet in der Nacht zum Sonntag mit Abkühlung auf Werte von 6 bis 1 Grad, im Oberharz bei leichtem Frost bis -1 Grad.

So wird das Wetter der nächsten Tage:

  • Freitag, 28. März: Heiter bis sonnig, ab Nachmittag wolkiger. Höchstwerte zwischen 16 Grad in Ostfriesland und 19 Grad in
    Braunschweig, auf den Inseln um 11 Grad.
  • Samstag, 29. März: Anfangs viele Wolken, im Süden vereinzelt Regen, nachfolgend wechselnd bewölkt und niederschlagsfrei.
    Höchstwerte zwischen 11 und 14 Grad, auf den Inseln 9 Grad.
  • Sonntag, 30. März: Stark bewölkt und stellenweise Regen, in Schauer
    übergehend, nach Nordosten örtlich Gewitter nicht ausgeschlossen. Höchstwerte zwischen 11 und 13 Grad, auf den Inseln und im Oberharz um 9 Grad.
  • Montag, 31. März: Wechselnd bewölkt und überwiegend trocken. Höchstwerte zwischen 13 und 17 Grad, auf den Inseln und im Oberharz um 10 Grad. Quelle: DWD

Krasse Prognoseabweichungen: April-Wetter zwischen Wärmeschub und Frostschock

Wetter-Experte Jung gibt jedoch zu bedenken, dass zwei führende Wettermodelle komplett gegensätzliche Prognosen für Anfang April herausgegeben haben – „ein extremes Wetterszenario scheint unvermeidlich.“ Während das europäische Modell ECMWF eisige Höhenluft und Temperaturen von unter 10 Grad prognostiziere, sehe das US-amerikanische Modell GFS einen geradezu sommerlichen Wärmeschub mit bis zu 26 Grad im Westen Deutschlands bis nach Bayern. „So einen Kontrast habe ich noch nie gesehen“, betont Jung.

Schattenseite des Aprils: Nächtlicher Temperatursturz mit Frostgefahr

Die Schattenseite des Aprils zeigt sich also in den Nächten: Mit Einbruch der Dunkelheit wird es ungemütlich: Der Himmel bleibt überwiegend klar, was die Temperaturen stark absinken lässt. Während in Ostfriesland an der Nordsee-Küste milde 7 Grad gemessen werden, fällt das Thermometer in Bremen auf 4 Grad und in Göttingen und im Wendland sogar auf bis zu Minus 2 Grad. In Bodennähe kann es örtlich zu Frost kommen – ein Kälterückfall mitten im Frühling.

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigt „nach wechselhaftem Wochenende sonniges und frühlingshaft warmes Hochdruckwetter zur Mitte der Woche“ für Niedersachsen und Bremen an. Die Trendprognose ab Freitag (4. April): „Unbeständig und deutlich kühler mit Nachtfrostgefahr“. Im Bergland sei sogar Schnee möglich.

Ob das milde Wetter sich dann durchsetzt und den Rekord des „Super-Frühlings“ 2024 bircht, oder der Winter sich noch einmal zurückmeldet, bleibt abzuwarten – der aktuelle Temperaturspagat zeigt jedenfalls, wie unberechenbar der April sein kann.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/dpa & Jens Büttner/dpa

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