Wetter im Norden

Sturmtief fordert erste Tote: Frau in Niedersachsen von Baum erschlagen – Kinder sehen alles mit an

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Sturm in Niedersachsen. Orkantief Emir könnte sogar für Tornados sorgen. Eine Frau wurde von einem umgestürzten Baum erschlagen.

Update vom Donnerstag, 2. November, 17 Uhr: Für Niedersachsen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) weitere Warnungen vor Wind- und Sturmböen herausgegeben. Demnach bleibt das Wetter bis in die Nacht auf Freitag weiter stürmisch und teilweise sogar gefährlich, wenn Äste durch den Wind von Bäumen gerissen werden sollten.

Die Warnungen der DWD-Experten vor markantem Wetter in Niedersachsen betreffen nicht zuletzt auch das Umland von Bremen. Auch für die Hansestadt an der Weser gilt bis Mitternacht eine Warnung. Im Osten und im Süden von Niedersachsen wiederum werden weiterhin noch stärkere Winde bis hin zu Sturmböen mit bis zu 90 Kilometern pro Stunde vorhergesagt. Am Rammelsberg im Harz ist am Nachmittag eine Frau gestorben, weil ein Baum auf sie gestürzt war.

Update vom Donnerstag, 2. November, 13.50 Uhr: Eine junge Frau ist am Rammelsberg im Harz durch einen umstürzenden Baum tödlich verletzt worden. Hier tobt am Donnerstag ein Sturm, der deutlich stärker als erwartet ausfalle, teilte der Kreisfeuerwehrverband Goslar mit. Die Frau habe vom Rettungsdienst nicht mehr reanimiert werden können. Der Wind sei in der Region überraschend stark gewesen, bestätigte die Feuerwehr Goslar auf Anfrage von IPPEN.MEDIA. „Da hatte keiner mit gerechnet“, so der Sprecher. Geschwindigkeiten von 111 Kilometern pro Stunde habe es in der Spitze gegeben.

Ein Kriseninterventionsteam sei an der Unfallstelle und betreue die Angehörigen. Die Frau sei in Begleitung ihrer beiden kleinen Kinder und ihres Ehemannes am Rammelsberg gewesen. Das ist ein mehr als 600 Meter hoher Berg am Nordrand des Harzes. Er liegt in der Nähe von Goslar.

Die Kreisfeuerwehr Goslar koordinierte am Donnerstagmittag Einsätze an verschiedenen Orten. Am Mittag waren die Landstraßen L517 und L516 im Harz wegen umgestürzter Bäume teilweise gesperrt. Auch eine Stromleitung wurde beschädigt .Der Deutsche Wetterdienst hat für Donnerstag eine Sturmwarnung für Teile der Nordseeküste und eine Starkwindwarnung für Teile der Ostseeküste herausgegeben. Ein Orkantief ziehe vom Ärmelkanal über England Richtung Nordsee, hieß es am frühen Donnerstagmorgen.

Update vom Donnerstag, 2. November, 12:20 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für Niedersachsen weiterhin vor Orkantief Emir, im Lauf des Tages von Südostengland auf die Nordsee zuzieht und dabei erst im Lauf des Tages schwächer wird. Dabei seien an der Nordsee sogar vereinzelt Tornados möglich, heißt es am Vormittag vonseiten der DWD-Experten.

Auf den Nordseeinseln sowie im Emsland kann es demnach Sturmböen zwischen 65 und 85 Kilometern pro Stunde aus Südost bis Süd geben. Mit Ausnahme der nordöstlichen Landesteile werden auch auf dem Festland ähnliche Wind-Werte erreicht. Das Niedersachsen-Wetter bringt im Nordseeumfeld mit geringer Wahrscheinlichkeit einzelne Gewitter. Dabei herrscht dann laut DWD die Gefahr von schweren Sturmböen von bis zu 100 Kilometern pro Stunde – das entspricht Windstärke 10. Vereinzelt sind in solch einer Situation auch Tornados nicht völlig ausgeschlossen, heißt es weiter.

Orkantief Emir kommt: DWD warnt unter anderem vor Sturmböen

Erstmeldung vom Donnerstag, 2. November, 11:10 Uhr: Hannover/Bremen – In den vergangenen Tagen hat das Orkantief Emir in Westeuropa bereits für Schlagzeilen gesorgt, nun rollen zumindest dessen Ausläufer auf Niedersachsen zu. Die Folgen werden bereits ab Donnerstagmittag, 2. November, spürbar – der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab daher bereits eine Warnung heraus.

Brachial donnerte das Orkantief Emir, international unter dem Namen CIARAN bekannt, über weite Teile Südenglands und Frankreichs hinweg. Die dortigen Behörden warnten Menschen, sich nicht in Küstennähe aufzuhalten, es kam bereits zu Zug- und Stromausfällen. Nun zieht Emir gen Deutschland.

Kurz vor dem Wochenende wird es ungemütlich in Niedersachsen – ein Orkantief aus England rollt auf das deutsche Küstengebiet zu. (Symbolbild)

Hierzulande soll Emir aber nur in abgeschwächter Form seine Kraft entfalten, schreibt der Deutsche Wetterdienst. Was aber nicht heißt, dass es ruhig wird. So schreiben die Meteorologen: „Trotzdem dürfte es nach aktuellem Stand vor allem von der Nordsee bis ins Saarland und im Bergland durchaus stürmisch werden“.

Wetter-Warnung für Niedersachsen: DWD mit Warnstufe zwei

So warnt der Deutsche Wetterdienst für Niedersachsen am Donnerstag vor „auf der Nordsee zunehmenden Sturmböen, im Binnenland vor gebietsweise Windböen und stürmische Böen“. Auf der DWD-Wetterkarte zeigen sich weite Teile Niedersachsens in gelber und oranger Farbe – sie stehen für die Warnstufen eins und zwei. So gilt für den Westen Niedersachsens rund um Nordhorn, Meppen und Emden Warnstufe zwei, der DWD schreibt von „Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 60 km/h und 70 km/h anfangs aus südlicher, später aus südöstlicher Richtung.“ In exponierten Lagen müsse mit Sturmböen um 80 km/h gerechnet werden.

Für den Rest des nordwestlichen Bundeslandes gilt Warnstufe eins. Hier müssen die Menschen mit Windböen bis 60 km/h rechnen. Die Warnungen gelten jeweils bis 18 Uhr. „Am Abend im Binnenland, an der See wenig abnehmender Wind“, heißt es vom DWD.

Insgesamt darf man in Niedersachsen aber aufatmen – den Meteorologen zufolge sind die Auswirkungen von Emir hierzulande deutlich abgeschwächt, im Vergleich zu Westeuropa. Nach dem Orkantief ist aber keineswegs Entspannung angesagt: Laut DWD geht es wolkig und stürmisch weiter, auch am Wochenende. (fhz)

Rubriklistenbild: © Rene Traut / IMAGO / Screenshot Deutscher Wetterdienst / Merkur-Collage

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