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Die Silvesternacht in Niedersachsen bringt jedes Jahr Herausforderungen für die Sicherheitskräfte. Dieses Jahr bereitet sich die Polizei intensiv auf mögliche Ausschreitungen vor.
Hannover – Die Silvesternacht in Niedersachsen ist traditionell eine Zeit der ausgelassenen Feierlichkeiten, stellt jedoch auch eine besondere Herausforderung für die Sicherheitskräfte dar. Im Hinblick auf den bevorstehenden Jahreswechsel 2024/2025 trifft die niedersächsische Polizei intensive Vorbereitungen, insbesondere vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus den vorangegangenen Jahren.
Silvester 2024/25 in Niedersachsen: Polizei und Rettungskräfte vor Herausforderungen
Um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, haben zahlreiche Städte in Niedersachsen spezielle Regelungen und Verbote für Feuerwerke erlassen. So wird beispielsweise in Hannover das Verbot für Böller in der Innenstadt ausgedehnt, während in Braunschweig spezifische Verbotszonen eingerichtet wurden. Auch in Bremen und weiteren Orten in Niedersachsen gelten Böller-Verbote.
Jedes Jahr müssen sich die Polizei und andere Sicherheitskräfte in Niedersachsen auf eine Vielzahl von Herausforderungen einstellen, darunter auch Angriffe auf ihre Person. Laut NDR wurden in der Silvesternacht 2022 beispielsweise insgesamt 3.245 Polizeieinsätze in Niedersachsen verzeichnet, bei denen 34 Angriffe auf Angehörige von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten zu verzeichnen waren.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen rechnet damit, dass es beim kommenden Jahreswechsel erneut zu intensiven Polizeieinsätzen und einer erhöhten Arbeitsbelastung der Polizei im Zusammenhang mit möglichen Ausschreitungen und eskalierenden Feierlichkeiten kommen wird. Die erweiterten Waffen- und Böllerverbotszonen bieten mehr präventive Eingriffsmöglichkeiten, stellen jedoch gleichzeitig auch größere logistische Herausforderungen für die Polizei dar, beißt es in einer Mitteilung. Zusätzlicher Aufwand kann durch Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdiensten entstehen, in die die Polizei normalerweise nicht eingebunden wäre.
Silvester-Chaos vermeiden: Polizei setzt auf Präsenz und Prävention in Niedersachsen
„Die Polizei ist gut aufgestellt und in der Lage, schnell und gezielt auf mögliche Zwischenfälle zu reagieren“, betont der GdP-Landesvorsitzende Kevin Komolka. „Dafür werden viele Kolleginnen und Kollegen in dieser Nacht im Einsatz sein und sichtbar Präsenz zeigen. Wünschenswert ist dabei eine noch engere Zusammenarbeit mit den lokalen Ordnungsbehörden wie dem Ordnungsamt, etwa durch verstärkte personelle Unterstützung“.
Neben der Bekämpfung von Straftaten, wie dem unerlaubten Umgang mit Feuerwerk und Angriffen auf Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten, liegt der Fokus der Polizei vor allem auf der Sicherheit der Bürger. „Verstöße gegen geltendes Recht werden konsequent verfolgt“, unterstreicht Komolka. „Es ist uns wichtig, dass die rechtlichen Konsequenzen bei Verstößen unmittelbar im Zusammenhang mit den Taten erfolgen. Dafür benötigen wir auch an Silvester schnell handelnde und ausreichend besetzte Bereitschaftsstaatsanwaltschaften und -gerichte.“
Die Polizei ist darauf vorbereitet, der Silvesternacht mit einer professionellen und effektiven Einsatzstrategie sowie Maßnahmen zur Prävention und Sensibilisierung zu begegnen, heißt es weiter. Die GdP appelliert jedoch an die Bevölkerung, sich an die geltenden Regeln zu halten, damit der Jahreswechsel für alle sicher, friedlich und respektvoll verläuft.
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