Breites Bündnis protestiert am Samstag in Rotenburg „gegen Rassismus, Ausgrenzung und Hass“

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Die Veranstalter werben bunt um Unterstützung.
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Nach Bekanntwerden eines Treffens radikaler Rechter, die über menschenverachtende Pläne diskutiert haben, antwortet die Zivilgesellschaft. 

Rotenburg – Die bundesweiten Demonstrationen gegen die AfD und die rechtsnationalen Tendenzen in der Gesellschaft werden am Wochenende fortgesetzt – auch in Rotenburg. Aufgerufen hat dazu ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und der Vereinigung „Aufstehen gegen Rassismus“. Von 11 bis 13 Uhr ist die Demonstration am Sonnabend in der Kreisstadt angesetzt.

„Die menschenverachtenden Pläne der AfD zur Deportation von Millionen von Menschen, welche das Recherchebündnis Correctiv aufgedeckt hat, haben uns erschüttert“, begründen Sven Kielau und Renate Warren, die Kreisvorsitzenden der Grünen, den Anlass des Protestes „gegen Rassismus, Ausgrenzung und Hass“, wie es auf dem Flyer zur Veranstaltung heißt. Warren und Kielau haben die Kundgebung angemeldet. Correctiv hatte vor einigen Tagen über die Teilnahme von AfD-Funktionären und einzelnen Mitgliedern der Werteunion an einem Treffen radikal Rechter im vergangenen Jahr in Potsdam berichtet.

AfD-Chef aus Stade bei Tagung dabei

„Bei dem Treffen in Potsdam, an dem aus unserer Region auch Maik Julitz, Unternehmer aus Buxtehude und AfD-Kreisvorsitzender in Stade teilgenommen hat, sind diese Pläne besprochen worden. Dagegen stehen wir, nach den Demonstrationen von Zehntausenden in Potsdam und Berlin am vergangenen Wochenende, auch hier vor Ort auf. Am Samstag wird es in Rotenburg eine Kundgebung mit mehreren politischen Redebeiträgen, der Möglichkeit zum direkten Austausch und für klare Botschaften geben“, heißt es in der Mitteilung der Grünen-Spitze im Landkreis. Aufgerufen zum Protest haben auch die SPD, die CDU, Die Linke, der Deutsche Gewerkschaftsbund, Verdi und „Aufstehen gegen Rassismus“. Warren: „Leider hat nur die FDP nicht auf unseren Aufruf reagiert.“

Bürger seien aufgerufen, sich der „bedrohlicher werdenden Gefährdung der Demokratie durch rechten Extremismus und Faschismus entgegenzustellen“. Kielau und Warren:Es wird immer selbstverständlicher, als normale Äußerung zu empfinden, was gestern noch als Hetze galt. Für uns persönlich ist es wichtig, jetzt dagegen aufzustehen und ein starkes Signal gegen faschistische Umsturzpläne zu setzen und dazu beizutragen, die Demokratie zu bewahren. Alle demokratischen Parteien sollten das unterstützen.“

Rotenburgs SPD-Ortsvereinsvorsitzender Ingo Krampitz hofft am Sonnabend auf „Zeichen für die Demokratie und gegen Menschenfeindlichkeit“. Es gehe darum, die Stille zu brechen: „Nicht nur die AfD wird lauter, die Demokratie wird es auch!“

Zeitplan

Die Demonstration findet am Samstag, 20. Januar, von 11 bis 13 Uhr auf der Geranienbrücke in der Rotenburger Fußgängerzone statt.

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