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Camping-Preise steigen massiv – Norddeutschland besonders teuer

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Camping im Norden ist beliebt. Doch Deutschlandweit steigen die Preise. In Hamburg müssen Camper besonders tief in die Tasche greifen.

Hamburg – Norddeutschland ist ein beliebter Markt für Camper. 5.742.211 Übernachtungen auf Campingplätzen wurden allein in Niedersachsen im vergangenen Jahr getätigt, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Das waren 0,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Schleswig-Holstein folgte direkt dahinter mit 5.496.016 Übernachtungen. Doch: In diesem Jahr müssen sich Camper in Deutschland auf spürbar gestiegene Preise einstellen. Im Norden ist es besonders teuer.

Im Durchschnitt sind auf deutschen Campingplätzen während der Sommersaison 6,5 Prozent mehr zu entrichten als im Vorjahr, berichtet die Online-Plattform camping.info aktuell. Innerhalb Deutschlands sind die Preise in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern am höchsten, während Thüringen, das Saarland und Sachsen-Anhalt die günstigsten Optionen bieten. Hessen folgt direkt dahinter als viertgünstigte Camping-Destination. Niedersachsen landet im Mittelfeld.

Camping in Hamburg teurer als in allen anderen Bundesländern

Besonders in Hamburg ist der Preisanstieg bemerkenswert: In der Hochsaison müssen zwei Personen für einen Stellplatz inklusive Caravan, Strom und Ortstaxe mittlerweile durchschnittlich 40,74 Euro pro Nacht aufbringen, das sind gut 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 32,45 Euro pro Nacht ist Mecklenburg-Vorpommern die zweitteuerste Option, hier stiegen die Preise im Vergleich zu 2023 jedoch nur um 5,7 Prozent. Die niedrigsten Kosten für Campingurlauber hat das Portal in Thüringen (23,23 Euro), dem Saarland (23,65 Euro) und Sachsen-Anhalt (23,69 Euro) ermittelt. Auch hier sind die Preise gestiegen, vor einem Jahr lagen die drei Bundesländer noch unter 23 Euro. Für Niedersachsen wurden 26,38 Euro ermittelt.

Camping ist in Norddeutschland in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden – aber auch deutlich teurer.

Für den Vergleich wurde stets der Preis in der Hauptsaison für zwei Personen inklusive Stellplatz, Caravan, Strom und Ortstaxe zugrunde gelegt.

So können Camper auch in Niedersachsen und Norddeutschland sparen

Im europäischen Vergleich befindet sich Deutschland mit einem durchschnittlichen Preis von 27,52 Euro weiterhin im oberen Mittelfeld, so die Betreiber der Online-Plattform. Mit 39,24 Euro pro Nacht ist Italien das teuerste Land, gefolgt von Kroatien (38,77 Euro) und der Schweiz (38,66 Euro). Erstmals seit Jahren ist die Schweiz nicht mehr das teuerste Campingland, die Kosten stiegen dort im Vergleich zu 2023 nur um 1,7 Prozent. Am günstigsten ist das Campen in Albanien (13,52 Euro), gefolgt von der Türkei (14,59 Euro), wo die Preise im Vergleich zu 2023 gleich geblieben sind. Für den Vergleich wurden die Preise von mehr als 20.000 Campingplätzen in 34 europäischen Ländern analysiert.

Maximilian Möhrle, Geschäftsführer von camping.info, gibt den Ratschlag: „Wer mit kleinem Urlaubsbudget campen möchte, der sollte nach Plätzen abseits der Tourismushochburgen schauen und wenn möglich außerhalb der Hauptreisezeiten losfahren“. Er fügt hinzu: „Gerade abseits der Tourismushochburgen finden Camper auch noch preiswerte Campingplätze.“ Allerdings sollte man nicht zu lange mit der Buchung zögern. „Spontancamper müssen im Zweifel mit höheren Preisen oder sogar mit komplett ausgebuchten Plätzen rechnen.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Svenja Hanusch

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