- VonEric Schumacherschließen
Die Lage ist brenzlig auf dem Campingplatz Rethemer Fähre. Mit Pumpen und Sandsäcken wird versucht, den Pegel nicht weiter ansteigen zu lassen und das Wasser von den Häusern fernzuhalten. Im Serengeti Park kann aufgeatmet werden.
Rethem/Heidekreis – Das Hochwasser macht den Heidekreis weiterhin zu schaffen, nachdem zuvor der Katastrophenvoralarm ausgelöst wurde. Besonders am Rethemer Campingplatz „Rethemer Fähre“ verschärfte sich die Lage am Freitagvormittag. Der Pegel steht weiterhin hoch und die vielen Einsatzkräfte geben ihr Bestes, den Fluten einhalt zu gebieten, während in ganz Niedersachsen noch an mehreren anderen Orten Hochwasser-Alarm herrscht.
Es waren besorgte Gesichter, in die Bürgermeister Björn Symank bei einer Kundgebung auf der Rethemer Fähre blickte. Die Einwohner des Campingplatzes haben sich zusammen mit den Einsatzkräften versammelt, um zu erfahren, wie es für sie weitergeht. Teile des Campingplatzes stehen bereits unter Wasser und auch in einige Häuser ist das Wasser bereits eingetreten. Zum Teil habe der Strom abgestellt werden müssen und die sanitären Anlagen können in den Privathäusern nicht mehr verwendet werden. Solange möglich, sollen die zentralen Badehäuser verwendet werden.
Pumpen sollen den Pegel halten, Sandsäcke für die Einwohner
Erste Einwohner befürchteten bereits, ihr Eigenheim zunächst einmal verlassen zu müssen. Doch der Bürgermeister gab Entwarnung: Eine Evakuierung ist zum jetzigen Stand nicht vorgesehen. Dennoch machte Symank deutlich: „Es ist nicht auszuschließen, dass sich die Lage noch verschlimmert.“ Auf eine Evakuierung sei man im Ernstfall vorbereitet, versichert der Bürgermeister.
Wie er den Anwesenden mitteilte, wurden mehrere Pumpen aufgebaut, die dafür sorgen sollen, den Pegel nicht weiter steigen zu lassen. Auch wies er darauf hin, dass der Pegel nicht vollkommen abgesenkt werden solle, denn es soll verhindert werden, dass zu hoher Gegendruck auf der anderen Seite des Deiches entstehe und der Deich womöglich beschädigt werden könne. Für die Einwohner wurden Säcke und Sand zur Verfügung gestellt, um das eigene Haus bei Bedarf abdichten zu können. Die Einsatzkräfte, so Symank, seien weiterhin beschäftigt, den Deich zu sichern.
Einwohner zeigen Verständnis
Von den versammelten Einwohnern gab es eine Menge Zuspruch. Obwohl bei vielen die Stimmung angespannt war, gab es Applaus für Symank und den vielen Einsatzkräften. Einige kamen zu ihnen, um sich für die Unterstützung zu danken. Auch boten sie ihre Unterstützung an. „Man sieht, dass alle trotz der schwierigen Lage eng zusammenhalten“, bestätigt Ute Oelkers, Pressesprecherin der Feuerwehr. Die Bewohner seien froh, dass ihnen geholfen wird, und würden sehr viel Verständnis zeigen.
Auch die Leistung der Einsatzkräfte wurden von Oelkers und Symank hervorgehoben, „Es läuft alles sehr routiniert und professionell ab“, so Symank´s Einschätzung. Derzeit sind die sieben Ortswehren seit Weihnachten im Einsatz, gemeinsam mit der Unterstützung der THW aus Verden und Mitarbeiter der DLRG. „Alle sind wahnsinnig motiviert und wollen helfen“, hieß es weiter. Nicht nur am Campingplatz, sondern auch an anderen Stellen der Gemeinde müssen sie tätig sein. Kirchwahlingen etwa sei nahezu komplett mit Wasser umschlossen und eine kräftige Pumpe des THW wurde aufgebaut, um das Schöpfwerk zu entlasten. Symank berichtet, dass auch ein Boot in Stellung gebracht worden ist. Einwohner können, wenn sie wollen, kurzfristig evakuiert werden. Außerdem wird der Deich am Karlsberg in Bierde weiter aufgestockt. Es ist also eine Menge zu tun für die Einsatzkräfte Rethems. Und: Es ist damit zu rechnen, dass die Lage noch einige Tage bis über eine Woche so bleiben könne, berichtet Symank.
Gute Nachrichten aus dem Serengeti-Park
Gute Nachricht im Heidekreis gibt es im Safari-Park: Das Wasser ist um drei Zentimeter gefallen. „Den Tieren geht es gut, aber wir müssen auf unsere Übernachtungsmöglichkeiten schauen. Hier ist es nach wie vor eng“, gibt Inhaber Fabrizio Sepe an. Das THW setzen riesige Pumpen ein. Zurzeit sind 335 Mitglieder von Hilfsorganisationen in Hodenhagen im Einsatz. Mittlerweile sind weitere gewaltige Pumpen des THW eingetroffen, der gemeinsam mit vielen Feuerwehrmännern aus ganz Niedersachsen kämpft. Aktuell läuft vor dem völlig eingeschlossenen Ferienhausgebiet „Massai-Mara“ eine Pumpe, die 25 000 Liter und damit die Ladung eines vollgefüllten Tankwagens ständig in die Meiße laufen lässt.
Laut Boris Krug, Pressesprecher der Hodenhagener Feuerwehr, hat sich die Hochwasserlage in Hodenhagen nicht geändert. Die Aller stehe bei 4,37 Meter wie am Vortag. Im Serengeti-Park ging das Wasser um drei Zentimeter zurück. In Ahlden Richtung Grethem einen Deich errichtet, der verhindern soll, dass das Wasser in die Wohngebiete drängt und dann Richtung Rethem fließen könnte. Auch in niedrigeren Bereichen in Hodenhagen habe die Feuerwehr zusätzliche Maßnahmen ergriffen.
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