News-Ticker zu den Überschwemmungen

Hochwasser in Niedersachsen: Deich in Lilienthal droht zu brechen – Betretungsverbot

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In Niedersachsen bleibt die Situation in den Hochwasser-Gebieten kritisch. In Lilienthal drohen weiterhin große Überschwemmungen.Der News-Ticker.

Update, 30. Dezember, 09:49 Uhr: Der News-Ticker zum Hochwasser in Niedersachsen wird an dieser Stelle fortgeführt.

Hochwasser in Norddeutschland – Die Bilder der extremen Wetterlage

Verden von oben fotografiert. Die Aller ist bis in die Altstadt über die Ufer getreten.
In Verden ist die Aller über ihre Ufer getreten. Die Südbrücke in die Altstadt wurde am Freitag wegen des Hochwassers gesperrt. © dpa
Hochwasser und Überschwemmungen der Aller in der Region Heidekreis nach tagelangen starken Regenfällen.
Auch der Heidekreis in Niedersachsen ist nicht vor Überschwemmungen gefeit. Bis zum Jahreswechsel könnten Regen und Sturm die Lage weiter verschlechtern. © Ulrich Stamm/IMAGO
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag © Oliver Siedenberg
Umgeben von Wasser ist dieser Feldhase.
Umgeben von Wasser ist dieser Feldhase. © Dorn
Feuerwehrleute stehen in der Nacht am Deich und reichen Sandsäcke.
Mit Sandsäcken bauten die Einsatzkräfte Quellkaden auf, um die Schadstellen einzugrenzen. © Kreisfeuerwehr Verden/Oestmann
Hochwasser in Niedersachsen: Eine vom Wasser überspülte und abgesperrte Straße.
Die L330 zwischen Hoya und Hassel ist seit Donnerstagnachmittag wegen des Hochwassers unpassierbar. © Moritz Frankenberg/dpa
Einsatzkräfte bauen eine Sandsacke-Sperre gegen Hochwasser.
Auch am Serengeti-Park in Hodenhagen sind viele Helfer im Einsatz gegen das Hochwasser. © Philipp Schulze/dpa
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag © Oliver Siedenberg
Hochwasser in Niedersachsen - Lilienthal Wörpe Wümme
Ein Gartenhaus steht hinter einem durchweichten Deichabschnitt an der Wörpe in Lilienthal. Durch das Hochwasser des Flusses sowie der nahegelegenen Wümme gab es in der Nacht einen Deichriss. © Focke Strangmann/dpa
Der Serengeti Park Hodenhagen von oben fotografiert. Mehrere Flächen sind überflutet.
Der Serengeti-Park in Hodenhagen steht teilweise unter Wasser. Viele Tiere müssen evakuiert werden. © Philipp Schulze/dpa
Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) laufen auf einer Straße.
Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in der aktuen Hochwasser-Lage. © Klaus Müller
Heidschnucken-Rettung der DLRG ist im vollen Gange.
Mehrere Heidschnucken wurden am Mittwoch von der DLRG in der Nähe von Hannover vor dem Hochwasser gerettet. © Karsten Hölscher/dpa/DRLG Wedemark
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover Hochwasser und Überschwemmungen der Leine
Hochwasser und Überschwemmungen bei Hannover © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Überschwemmungen in der Region Hannover  © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Hochwasser und Überschwemmungen der Leine. © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Überschwemmungen in der Region Hannover. © Ulrich Stamm/Imago
Hochwasser in Niedersachsen, Hagen-Grinden
Ein Wohnhaus am Deich auf der Weserinsel Hagen-Grinden. Das Hochwasser ist auch hier angekommen. © Christof Dathe/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Weser
Eine Schild „Parkplatz für Busse“ schaut aus dem Hochwasser. Der Wasserstand der Weser ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Angesichts anhaltender Regenfälle und gesättigter Böden bleibt die Hochwassergefahr in Teilen von Deutschland hoch. © Friso Gentsch/dpa
Hochwasser in Bremen-Borgfeld: Anwohner transportiert Nachbarn per Kanu
Ein Mann in Bremen-Borgfeld half per Kanu. Er brachte Anwohner zu ihren Häusern und transportierte Pumpen für die Feuerwehr. © Nord-West-Media TV
Die Feuerwehr deponierte Sandsäcke an der Astruper Straße.
Die Feuerwehr deponierte Sandsäcke an der Astruper Straße. © Archiv: Feuerwehr
Ein Trecker zieht einen Wohnwagen vom Wieltsee weg. Die Weser ist in Dreye über die Ufer getreten.
Ein Trecker zieht einen Wohnwagen vom Wieltsee weg. Die Weser ist in Dreye über die Ufer getreten. © Sigi Schritt
Hochwasser in Niedersachsen – Oker
Die hochwasserführende Oker überflutet in Oker teilweise die Promenade. Für die Flussgebiete der Oker und der Innerste warnte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vor einer weiteren Verschärfung der Hochwasserlage. © Thomas Schulz/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Sarstedt
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, steht am Fluss Innerste im Landkreis Hildesheim. Weil machte sich an verschiedenen Orten ein Bild der angespannten Hochwassersituation in Niedersachsen. © Julian Stratenschulte/dpa
Der Lauf des Klosterbachs in Stuhr ist mittig noch zu erkennen. Das Wasser ist an Weihnachten jedoch weit über das Ufer getreten.
Der Lauf des Klosterbachs in Stuhr ist mittig noch zu erkennen. Das Wasser ist an Weihnachten jedoch weit über das Ufer getreten. © Rainer Jysch
Hochwasser in Niedersachsen
Das Hochwasser am Weserwehr im Landkreis Verden (Aufnahme mit Drohne). Zufahrt und Durchfahrt sind seit Weihnachten gesperrt. Laut der Behörden in Niedersachsen bleibt die Hochwasser-Lage in den nächsten Tagen weiter angespannt. © Christof Dathe/dpa
Stadtspeicher Hochwasser
Mit „Big Packs“ wird die Mauer am Rotenburger Stadtspeicher gestützt. © Michael Krüger
Hochwasser Samtgemeinde Hoya
Hochwasser Samtgemeinde Hoya © Oliver Siedenberg
Hochwasser in Niedersachsen - Okertalsperre
Die Hochwasserentlastungsanlage lässt Wasser aus der komplett gefüllten Okertalsperre im Harz. © Julian Stratenschulte/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Leda
Hochwasser vom Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Leda
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen die Ortschaft zu sichern, nachdem das Hochwasser vom Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda, über die Deiche trat. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Feuerwehr
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen mit Sandsäcken das Wasser in Schach zu halten. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Schloss Marienburg
Das Schloss Marienburg in der Region Hannover steht vor überfluteten Feldern am Fluss Leine. © Julian Stratenschulte/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Ruthe im Landkreis Hildesheim
Hochwasser in Niedersachsen: Der Fluss Innerste mündet an der Ortschaft Ruthe im Landkreis Hildesheim in den Fluss Leine. © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 30. Dezember, 08:08 Uhr: Die Gemeinde Lilienthal im Landkreis Osterholz hat aufgrund des anhaltenden Hochwassers ein Betretungsverbot für Deiche und angrenzende Gebiete ausgesprochen. Dies betrifft das gesamte Gemeindegebiet, wie aus einer Mitteilung der Gemeinde vom Samstagmorgen hervorgeht. Aktuell besteht beim Betreten der Deiche die Gefahr eines Deichbruchs. Sollte dies geschehen, könnte sich das Wasser unkontrolliert ausbreiten und vor allem Wohngebiete fluten. Darüber hinaus sind die Deiche durch die Aufweichung uneben geworden. Es existieren Stolperfallen und Personen könnten sich beim Betreten verletzen.

Leichte Entspannung im Serengeti-Park

Update, 29. Dezember, 20:45 Uhr: Im Serengeti-Park in Hodenhagen hat sich die Hochwasser-Lage am Freitag ein wenig entspannt. Auf dem Gelände sei der Wasserstand um rund drei Zentimeter gesunken. „Den Tieren geht es gut, aber wir müssen auf unsere Übernachtungsmöglichkeiten schauen. Hier ist es nach wie vor eng“, sagt Park-Leiter Fabrizio Sepe.

Das Hochwasser in Lilienthal bedroht ganze Straßenzüge. Der Deich an der Wörpe droht weiterhin zu brechen.

Allen bisherigen Warnungen und Appellen zum Trotz, hat sich ein Mann mit seinem Auto im Ems-Hochwasser in Meppen festgefahren. Feuerwehrleute mussten den Mann am Freitag retten, der sich nicht mehr aus eigener Kraft aus seiner Lage befreien konnte, wie ein Feuerwehrsprecher am Abend sagte. Der Mann sei über einen gesperrten Wirtschaftsweg durch eine Flutmulde gefahren und dann stecken geblieben.

Update, 29. Dezember, 17 Uhr: Das Hochwasser in Niedersachsen beeinträchtigt auch den Bahnverkehr. So ist die Strecke zwischen Sandkrug und Huntlosen im Landkreis Oldenburg bereits seit Heiligabend gesperrt. Wie lange da so ist, sei noch nicht abzusehen, sagte eine Sprecherin am Freitag, 29. Dezember. Wegen des Wasserstandes sei noch keine Erkundungsfahrten möglich gewesen, um das Ausmaß der Schäden zu begutachten und mit den Reparaturen zu beginnen. Aufnahmen zeigen, dass das gesamte Gleisbett unterspült wurde.

Der Landkreis Osterholz, in dem das vom Hochwasser bedrohte Lilienthal liegt, befürchtet, dass zu Silvester viele Schaulustige im Hochwassergebiet unterwegs sein werden. „Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Personen und deren Hab und Gut im betroffenen Gebiet und betreten Sie diese Bereiche nicht“, appellierte Landrat Bernd Lütjen (SPD) am Freitag.

Auch der angrenzende Landkreis Verden appellierte an die Bürger, Einsatzkräfte nicht zusätzlich zu belasten und beispielsweise auf Feuerwehr zum Jahreswechsel zu verzichten oder zumindest besonnen damit umzugehen. Dabei sei auch zu beachten, die gesperrten Deiche und Wehranlagen an Aller und Weser nicht zu betreten. Feuerwerkskörper könnten zudem Wildtiere erschrecken und ins Wasser treiben.

Hochwasser-Lage erreicht neues Level: Niedersachsen fordert Hubschrauber an

Update, 29. Dezember, 15:20 Uhr: Die Bundeswehr stellt in Niedersachsen sechs Hubschrauber bereit, um gemeinsam mit den übrigen Einsatzkräften gegen das Hochwasser im Land vorzugehen. Die Regierung in Hannover stellte am Donnerstagabend ein Amtshilfeersuchen beim Territorialen Führungskommando (TFK), berichtet der Spiegel.

Demnach kämen die Hubschrauber zum Einsatz, wenn Deiche aufgeweicht sind oder gar brechen. Die Helikopter-Besatzungen würden dann Textilbehälter abwerfen, die mit Baumaterial gefüllt sind. So sollen die Deiche stabilisiert und der Wasserfluss gebremst werden, selbst wenn die betroffenen Deiche nicht mehr von anderen Fahrzeugen passierbar sind. Auch beim Transport von Material und Menschen könne die Bundeswehr infolge des Amtshilfeersuchens mitwirken.

Im Landkreis Oldenburg sind bereits Beamte der Bundespolizei mit einem Hubschrauber und ein Hubschreiber der Marine im Deichschutz-Einsatz. Dort und nördlich von Hannover könnten die Bundeswehr-Hubschrauber schon bald zum Einsatz kommen. In Verden an Aller und Weser ist die Hochwasser-Lage ebenfalls seit Tagen höchst angespannt. Dort sind unter anderem auch Helfer aus Cuxhaven im Einsatz, um die Altstadt vor Überflutungen zu schützen, Schaulustige behindern die Arbeiten der Rettungskräfte.

Hochwasser-Lage immer kritischer: „Fast ganz Niedersachsen unter Wasser“

Update, 29. Dezember, 13:58 Uhr: In Lilienthal und den Bremer Ortsteilen Borgfeld, Timmersloh sowie in Teilen von Oberneuland wird das Abfeuern von Silvesterfeuerwerk zu Neujahr verboten. Das gaben die Gemeinde im Landkreis Osterholz sowie die Hansestadt am Freitagmittag bekannt.

„Für mögliche Einsätze, die durch das Abbrennen von Feuerwerk ausgelöst werden, gibt es keine Kapazitäten“, heißt es in der Allgemeinverfügung der Gemeinde Lilienthal. Auch Bremens Innensenator Ulrich Mäurer spricht sich gegen die Neujahrs-Knallerei aus: „Die Einsätze der Feuerwehr, von THW und Polizei dürfen nicht durch Silvesterfeuerwerk beeinträchtigt werden. Auch müssen wir silvestertypische Rettungseinsätze vermeiden.“

Hochwasser-Gefahr in Niedersachsen könnte noch weiter zunehmen: DWD warnt vor Gewittern

Update, 29. Dezember, 9:37 Uhr: Das Wetter in Niedersachsen soll weiter regnerisch bleiben. Zudem werden schwere Gewitter erwartet, was die Hochwasser-Lage weiter verschlimmern könnte. Bis zum 1. Januar werden im Heidekreis Niederschlagsmengen bis zu 26 Liter pro Quadratmeter erwartet. Einsatzkräfte in ganz Niedersachsen hoffen auf eine ruhigere Wetterlage, damit die Pegel der Flüsse sinken.

Straßensperrung im Landkreis Diepholz – L330 von Hochwasser überschwemmt

Update, 28. Dezember, 20:15 Uhr: Im Landkreis Nienburg ist die viel befahrene Landesstraße 330 zwischen Hoya und Hassel wegen des Hochwassers gesperrt worden – erstmals seit dem Jahr 2003. Insgesamt waren im Landkreis an der Weser am Donnerstagnachmittag neun größere und kleine Straßen und mehrere Radwege für den Verkehr unpassierbar.

An vielen Orten in Niedersachsen wird das Hochwasser in Kombination mit Schaulustigen und Böllern zum Problem für Wildtiere. Die Tiere haben vielerorts nur noch wenig Platz auf ihren gewohnten Flächen – so zum Beispiel im Landkreis Verden an den Ufern von Aller und Weser. Wenn die Tiere sich erschrecken, laufen sie mitunter ins Hochwasser und damit in akute Lebensgefahr.

Im Landkreis Diepholz wiederum hat die Stadt Diepholz die Bürger und Bürgerinnen dazu aufgefordert, kein Grundwasser mehr in die Schmutzwasserkanäle zu leiten. Grund sei die drohende Überlastung der Kläranlage vor Ort. Beim nächsten stärkeren Regen könnte das Schmutzwasser deswegen aus Schächten auf den Straßen austreten oder sogar bis in die Häuser zurückgedrängt werden. Im schlimmsten Fall droht, „dass das Wasser dann aus der Toilette herauskommt“, sagt Bürgermeister Florian Marré.

Hochwasser in Niedersachsen: Mehr als 100.000 Helfer unermüdlich im Einsatz

Update, 28. Dezember, 17:30 Uhr: Die Hochwasser-Lage in Niedersachsen bleibt an vielen Orten weiter kritisch. Trotz zuletzt ausbleibender Regenfälle sorgen die Wetter-Aussichten für besorgte Stimmung. Starker Wind beeinträchtigt unter anderem die Einsätze. Und für das Wochenende sind wieder Regenfälle angekündigt. Laut Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sind im Bundesland mehr als 100.000 Menschen im Einsatz gegen das Hochwasser.

Unter anderem im Serengeti-Park macht die Aussicht auf mehr Regen die Helfer vor Ort nervös. Pressesprecherin Asta Knoth sagte im Gespräch mit kreiszeitung.de, am Donnerstag sei der Pegel des Wassers über Nacht zwar gestiegen, die derzeitige Situation sei aber verkraftbar. Mit Notstrom und einer umfassenden Evakuierung mehrerer Tiere-Gehege werde vor Ort für das Wohl der rund 1500 Tiere gekämpft.

In der Stadt Diepholz wiederum ist ein Saal des dortigen Kinos untergegangen. Der Betreiber, Gunnar Schäfers, bleibt allerdings gelassen. Genau wie für den Rest der Stadt sei die derzeitige Situation für sein Kino kein Problem. „Wir erwarten keine Folgeschäden“, sagt Schäfers. Und Vorführungen mussten ebenfalls nicht abgesagt werden. Innerhalb von rund 20 Jahren sei das nun schon das dritte Mal, dass Grundwasser im Kinosaal durchsickern würde.

Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) zog ebenfalls aufgrund des Hochwassers Konsequenzen und schränkt den Bahnverkehr ein. Die Linien 4 und N4 des ÖPNV fahren nicht mehr nach Lilienthal. Ein Ersatzverkehr ist eingerichtet.

Deich im Landkreis Verden droht zu brechen – Großeinsatz

Update, 28. Dezember, 8:31 Uhr: In der Nacht auf Donnerstag mussten rund 200 Feuerwehrleute im Landkreis Verden mit Sandsäcken gegen einen möglichen Deichbruch ankämpfen. In Klein Hutbergen hatten in der Nacht Anwohner gleich fünf Lecks in einem Deich entdeckt. Derzeit könne nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Schwachstellen entlang des Deiches identifiziert werden, berichtet die Feuerwehr.

Update, 28. Dezember, 7:52 Uhr: Die Hochwassersituation bleibt weiter angespannt: Im Landkreis Verden ist die Feuerwehr im Dauereinsatz. Die Einsatzkräfte hoffen auf das Sinken des Pegels der Wümme. „Wenn das Wasser um einen Meter abflacht, haben wir kein Problem mehr“, erklärte Ottersbergs Ortsbrandmeister Markus Witkowski. Derzeit würden die Einsatzkräfte mit Pumpen gegen das Hochwasser und das steigende Grundwasser ankämpfen.

Ähnliche Szenen auch im Landkreis Diepholz. In Weyhe hat die Feuerwehr aufgrund der Hochwassersituation eine Sondereinheit gebildet. Zwar seien die Pegelstände weitestgehend stabil, erklärte Steffen Wohlers, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Weyhe, am Mittwoch, dennoch sprach die Gemeinde ein Betretungsverbot für Deichanlagen in Weyhe und des Dreyer Hafens aus.

Heidschnucken vor Hochwasser in Niedersachsen gerettet: Einsatzkräfte im Dauereinsatz

Update, 27. Dezember, 20:45 Uhr: Eine Herde Heidschnucken ist vorm Hochwasser gerettet worden. Einsatzkräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) brachten die etwa zehn Tiere in der Wedemark nördlich von Hannover mit Booten über das Wasser, teilte die Organisation am Mittwoch mit. Am zweiten Weihnachtstag waren die Schafe von Wassermassen der Wietze eingeschlossen worden. Die Einsatzkräfte holten einige der Tiere daraufhin einzeln mit Booten von einem kleinen Stück Land, auf das sie sich gerettet hatten. Andere Heidschnucken folgten ihren Rettern durch das Wasser.

Unterdessen hat sich die Hochwasser-Lage am Mittwoch vielerorts auf gefährlichem Niveau stabilisiert. So wurden im Landkreis Verden zahlreiche wichtige Straßen unterbrochen. Und: Mit den Pegeln von Weser und Aller ist auch die Nachfrage nach Nass- und Trockensaugern und Pumpen im Landkreis enorm gestiegen. Im Landkreis Rotenburg hatten die Einsatzkräfte der Feuerwehr neben dem Hochwasser auch mit einem Brand in Unterstedt zu kämpfen. Immerhin konnten Wehren ihren zuletzt angeordneten Dreischicht-Betrieb im Kreisgebiet wieder beenden.

Für viele Bauern in Niedersachsen ist derzeit völlig unklar, wie die Felder im kommenden Jahr bestellt und geerntet werden können. Während sich das Hochwasser beginnt, zurückzuziehen, sind in den vergangenen Tagen Saat verfault und Keimlinge erstickt. Um die Situation infolge der Überflutungen im Landkreis Diepholz bestmöglich zu überstehen, könnten politische Regeln im Weg stehen, sagt Kreislandwirt Wilken Hartje. Bei nun nötigen Alternativen schränkt der Fruchtartwechsel Landwirte zusätzlich ein.

Update, 27. Dezember, 18:30 Uhr: An mehreren Orten in Niedersachsen setzen sich Autofahrer über Warnungen vor dem Hochwasser hinweg. Die Einsatzkräfte sind entsprechend sauer, sind viele von ihnen doch schon seit Tagen im stetigen Einsatz, um Notfallhilfe zu leisten. Unter anderem im Landkreis Oldenburg zeigten sich mehrere Bürger uneinsichtig und befuhren gesperrte Straßen. Auch anderweitig kamen Menschen den Hilfskräften in die Quere, zum Beispiel mit Drohnen oder Drachen, die wiederum Drohnen der Feuerwehr behinderten.

In der Nacht auf Mittwoch, 27. Dezember, ist ein Mann mit seinem Auto in den Fluten der Leine in Neustadt am Rübenberge nördlich von Hannover stecken geblieben. Er hatte ein Warnschild ignoriert und hatte sich anschließend von seinem Fahrzeug entfernt. Die örtlichen Einsatzkräfte befürchteten zunächst gar, er könnte im Hochwasser vermisst sein.

Hochwasser-Ticker für Niedersachsen: Kanu-Service an der Landesgrenze

Update, 27. Dezember, 16:45 Uhr: In Bremen-Borgfeld, unweit der Grenze zu Niedersachsen, tritt in diesen Tagen die Wümme über die Ufer. Bewohner sind dort unter anderem mit einem Kanu und Schlauchboten unterwegs, um Nachbarn und Hilfskräften zu unterstützen. Die Situation dort ist angespannt, aber stabil – allerdings könne das Hochwasser noch tagelang andauern.

Die Bahnverbindung zwischen Oldenburg und Osnabrück ist wegen des Hochwassers eingeschränkt. Probleme gebe es auch wegen umgefallener Bäume, sagte ein Sprecher der Bahn am Mittwoch. Noch am Mittwoch will die Bahn eine Erkundungsfahrt auf dem Abschnitt zwischen Sandkrug und Huntlosen machen, um sich einen Überblick über die Schäden zu machen. „Es gibt aktuell leider noch keine Prognose.“

Züge aus Wilhelmshaven fahren nach Angaben der Nordwestbahn vorerst bis Oldenburg, wenden und fahren zurück. Züge aus Osnabrück fahren bis Huntlosen und kehren dort wieder zurück nach Osnabrück. Das Unternehmen bemüht sich um einen Schienenersatzverkehr und bittet Fahrgäste, sich online zu informieren. In der gesamten Gemeinde Hatten ist die Hochwasser-Situation seit Tagen sehr angespannt. Dort fehlten zeitweise Sandsäcke zur Sicherung vor den Wassermassen.

Update, 27. Dezember, 14:20 Uhr: Das Hochwasser hat den Serengeti-Park in Hodenhagen erreicht. Das Hochwasser hat bereits große Teile des Freizeitparks überschwemmt, die Stromversorgung ist derzeit nicht mehr gewährleistet. Das teilt die Parkverwaltung mit. „Es ist eine Notlage, wie wir sie der fast 50-jährigen Geschichte des Parks so noch nie erlebt haben!“

Und weiter: „Es grenzt an ein Wunder, dass unsere rund 1500 Tiere noch sicher sind!“, erklärt Parkinhaber Dr. Fabrizio Sepe. Momentan werde versucht, Notstromaggregate zu organisieren. „Ohne Heizung ist das Wohlergehen und Leben einiger nicht heimischer Arten in unserem Bestand stark gefährdet“, so Sepe.

Ruhige Lage an der Hunte: Brücke wieder passierbar

Update, 27. Dezember, 11:59 Uhr: Infolge der Hochwasserlage in weiten Bereichen Niedersachsens haben die Rettungsteams in den letzten Tagen etwa 20 000 Einsätze gemeistert. Dies teilte der Landesbranddirektor Dieter Rohrberg am Mittwoch in Hannover mit. Die Einsätze umfassten unter anderem das Abpumpen von Wasser aus Kellern, die Absicherung essenzieller Infrastrukturen wie Krankenhäuser und die Durchführung von Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen.

Seit dem Beginn der Hochwasserlage waren schätzungsweise 100 000 Helfer im Einsatz. Die Lage sei zwar unter Kontrolle, eine Entwarnung könne Rohrberg jedoch noch nicht geben. In Niedersachsen musste bisher an keiner Stelle der Katastrophenfall erklärt werden.

Auch die Lage in Wildehausen ist derzeit stabil. Der Pegel der Hunte ist gleichbleibend. In Barnstorf ist aus diesem Grund die Huntebrücke seit 10 Uhr wieder freigegeben worden.

Lage an der Weser verschärft sich, Höchststand auch an der Elbe erwartet

Update, 27. Dezember, 10:45 Uhr: In Rinteln wurde die Evakuierungsmaßnahme einer Straße aufgrund von Hochwassergefahr aufgehoben. Seit dem Mittwochmorgen dürfen die Bewohner der betroffenen Straße wieder in ihre Wohnungen zurückkehren, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Am Dienstag mussten dort mehr als 100 Bewohner ihre Häuser verlassen, da die Gefahr bestand, dass ein Damm durchweicht.

Derweil verschärft sich die Lage an der Weser weiter, teilt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit. Alle aktuellen Warnungen können unter Pegelonline eingesehen werden.

Deichschäden durch Wassermassen: Eventuell Evakuierung erforderlich

Update, 26. Dezember, 09:03 Uhr: In Ostrhauderfehn wurden am Montagmittag Deichschäden festgestellt, aus denen Wasser austrat. Die Lage verschärfte sich im Laufe des Tages. Der Wasserstand erhöhte sich kontinuierlich. 35 Wohnhäuser müssen sich aufgrund der Überschwemmungsgefahr auf eine eventuelle Evakuierung einstellen.

Davon betroffen sind etwa 100 Menschen. Ein unmittelbarer Deichbruch droht und der Wasserstand innerorts übersteigt bereits den Normalpegel um 1,20 m bis 1,50 m. Sollte das Hochwasser um mehr als 2 cm steigen, könnte das Wasser über die Deichspitze hinausfluten.

Update, 26. Dezember 7:45 Uhr: Die Lage in Deutschland spitzt sich vielerorts zu, in der Nacht kämpften Hunderte Einsatzkräfte im Hochwasser gegen Deichbrüche in Niedersachsen.

Hochwasser-Alarm im Norden: Sturmflut-Gefahr – Ortschaften überschwemmt

Update, 14:30 Uhr: Wildeshausen – Massive Überschwemmungen in Wildeshausen, Landkreis Oldenburg: Das Wasser rückt am Montagnachmittag bedrohlich nah an die Häuser heran. Gärten stehen unter Wasser und die Grünflächen rund um die Ortschaft sind stark überflutet.

Kritisch auch die Hochwasser-Lage im Landkreis Diepholz: Vielerorts trat die Hunte über die Ufer und überschwemmte Grundstücke. Die Pegelstände erreichen ihre bislang höchsten Werte des diesjährigen Hochwassers. Die Feuerwehren befinden sich unterdessen im Dauereinsatz, um die Auswirkungen des Hochwassers unter Kontrolle zu halten.

Bürgerinnen und Bürger, die in der näheren Umgebung von Flussläufen oder Gräben wohnen, müssten damit rechnen, dass das Wasser bis an die Grundstücksgrenzen und darüber hinaustreten kann. „Bitte unternehmen Sie eigene Maßnahmen zur Eigensicherung, soweit es Ihnen möglich ist, um die Einsatzkräfte zu entlasten“, schreibt der Kreisfeuerwehrverband (KFV) Landkreis Diepholz.

Sturmflut-Gefahr und Hochwasser in Niedersachsen: Bürger können Sandsäcke abholen

Zum Eigenschutz könnten die Bürger in der Gemeinde Stuhr, Samtgemeinde Barnstorf und Samtgemeinde Lemförde, bei Bedarf Sandsäcke an eingerichteten Sandsack-Ausgabestellen abholen. Die Feuerwehr hatte diese vorsorglich bereits am Freitag befüllt.

Für aktuelle Pegelstände im Landkreis Diepholz stehen detaillierte Informationen auf (www.pegelonline.nlwkn. niedersachsen.de) zur Verfügung. Über relevante Veränderungen der Hochwassersituation informiert der Landkreis Diepholz über die Warn- und Informations-App BIWAPP (www.biwapp.de)

Hochwasser in Niedersachsen zu Weihnachten: Lage spitzt sich zu

Update vom Sonntag, 24. Dezember, 10 Uhr: In Niedersachsen spitzt sich die Hochwasser-Lage weiter zu. Nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) hatten am frühen Sonntagmorgen 30 Pegel die dritte von vier Warnstufen erreicht. Diese Schwelle überschritten unter anderem die Flüsse Weser, Aller, Leine und Oker. Bei Stufe drei ist die Überschwemmung von Grundstücken und größeren Flächen sowie von Straßen und Kellern möglich.

Auch die Pegelstände von Delme und Hunte im Landkreis Oldenburg sind kritisch. Die Wümme im Landkreis Rotenburg hat mit 2,80 Meter die zweithöchste Warnstufe erreicht.

Teile der Stadt Rotenburg wurden am späten Samstagabend übeflutet, darunter Bereiche der Innenstadt. Insbesondere ältere Gebäude könnten von Überflutungen in dem Bereich betroffen werden, teilte Bürgermeister Torsten Oestmann gegenüber der Kreiszeitung mit.

Hochwasser-Alarm in Niedersachsen: Oldenburg bereitet sich auf Überflutungen vor

In Oldenburg sind die Menschen angehalten, in Gewässernähe ihr Eigentum zu sichern. Die Böden könnten kaum noch Wasser aufnehmen und die Kapazitäten von Rückhaltebecken seien zunehmend erschöpft, heißt es. Die Feuerwehr sei im engen Austausch mit allen beteiligten Stellen. Zudem würden regelmäßig die Pegelstände und der Zustand der Hunte-Deiche kontrolliert.

Da in den kommenden Tagen nahezu flächendeckend mit weiteren Niederschlägen zu rechnen ist, könnte sich die Hochwasserlage über die Weihnachtsfeiertage noch einmal drastisch verschärfen.

Update von Samstag, 23. Dezember, 13.15 Uhr: Mehrere Landkreise in Niedersachsen warnen für die kommenden Tage vor Hochwasser. Entsprechende Mitteilungen veröffentlichten am Samstag etwa die Landkreise Holzminden sowie Hameln-Pyrmont. In den Landkreisen Verden, Diepholz, Oldenburg und Rotenburg (Wümme) sind Einsatzkräfte zudem damit beschäftigt, das Umland der dortigen Flüsse vor dem Hochwasser zu sichern.

Im Kreis Verden bereiten sich die Kommunen umfassend auf die Wasser-Weihnacht vor. So werden unter anderem in der Stadt Verden und der Gemeinde Dörverden Sandsäcke als vorsorgende Maßnahmen vorbereitet. Ebenso baut die Kreisfeuerwehrbereitschaft seit Samstagvormittag eine Sandsackreserve auf, teilte die Feuerwehr mit.

Erstmeldung von Freitag, 22. Dezember: Barnstorf – Die Keller vieler Häuser in Niedersachsen laufen gerade voll. Das Sturmtief „Zoltan“ hat Niedersachsen weiter fest im Griff. Daher rechnet der niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) mit einer landesweiten Verschärfung der Hochwasserlage über die Weihnachtsfeiertage. Das teilte das NLWKN am Freitag mit. Betroffen von den Auswirkungen des Sturms sind auch zahlreiche Bahnreisende in Norden. Unter anderem war Nordenham zeitweise nicht von Zügen erreichbar.

Hochwasser an Weihnachten: Niedersachsen ächzt unter großen Wassermassen

An fast allen Pegeln in Niedersachsen sind bereits Meldestufen überschritten, an vielen bereits die Meldestufe 2, an einigen auch die Stufe 3. Das bedeute, dass lokal größere Flächen überschwemmt werden könnten wie auch einzelne Grundstücke, Straßen und Keller. Für den Bereich des Harzes besteht nach wie vor eine Warnung vor Dauerregen statt weiße Weihnacht. Nur oberhalb von 400 Metern ist dort Schnee angekündigt.

Auch an den größeren Flussläufen, wie die Weser, Aller und Leine, besteht Hochwasser mit steigender Tendenz. „Die Böden sind aufgrund der Niederschläge der vorangegangenen Wochen stark gesättigt, sodass der Niederschlag unmittelbar zu einer Verschärfung der Hochwassersituation führt“, erklärt Marlena Heunecke, Leiterin der Hochwasservorhersagezentrale des NLWKN.

Im Landkreis Diepholz ist insbesondere der Bereich in der Samtgemeinde Barnstorf mit der Ortsmitte in Barnstorf betroffen ist. Die Hunte könnte dort in Teilbereichen über die Ufer treten, schreibt der Landkreis in einer Mitteilung. Weiter heißt es: Sowohl der Landkreis Diepholz als auch die Samtgemeinde Barnstorf behalten die Situation auch über Weihnachten genau im Blick.

Es besteht jedoch die Herausforderung, dass die Steuerungsmöglichkeiten begrenzt sind, was auch für den Hunte-Wasserverband gilt. Die aktuelle Abfluss- und Zuflusssituation am Dümmer wie auch die Wagenfelder Aue werden intensiv betrachtet, um frühzeitig auf die Entwicklung der Hochwassersituation in Barnstorf reagieren zu können.

Obwohl derzeit hinsichtlich der Pegelstände nicht von einer akuten Hochwassersituation wie zuletzt im Jahr 1998 ausgegangen wird, treffen der Landkreis Diepholz und die Samtgemeinde Barnstorf Vorsorgemaßnahmen. Dabei wird davon ausgegangen, dass bei weiteren Niederschlägen mit Ausuferungen zu rechnen ist, die aktuell noch vorwiegend forst- und landwirtschaftliche Flächen betreffen. Auch im Landkreis Rotenburg ist man auf ein Hochwasser gut vorbereitet.

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Rubriklistenbild: © Focke Strangmann/dpa

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