CDU sieht in Pestiziden kein Problem

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Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat zu verbieten, sei ein „Anschlag auf die Landwirtschaft“, meint die CDU.
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Glyphosat in der Landwirtschaft ist laut EU-Studie weiter nutzbar. Niedersachsens CDU stellt sich an die Seite der Landwirtschaft.

Hannover – In der Debatte um den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft stellt sich Niedersachsens CDU demonstrativ an die Seite der Landwirtschaft. Marco Mohrmann, agrarpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, verwies in Bezug auf die EU-Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat für weitere zehn Jahre auf wissenschaftliche Studien. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit habe eindeutig entschieden, dass die Verwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft sicher sei. Für ihre Empfehlung hätten die unabhängigen Wissenschaftler mehr als 16.000 veröffentlichte Studien zu dem Pflanzenschutzmittel gesichtet.

„Wenn Politik die Wissenschaft nicht akzeptiert, weil es nicht ins eigene Weltbild passt, wird dem Populismus Tür und Tor geöffnet. Ich halte das für unverantwortlich. Nun ist die Bundesregierung gefragt, die Entscheidung der EU zu akzeptieren, keinen Wettbewerbsnachteil für deutsche Landwirte zuzulassen und ihren Beitrag zur Ernährungssicherung zu leisten“, erklärte Mohrmann.

Mit Blick auf weitere im Europäischen Parlament anstehende Entscheidungen zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln übte Mohrmann überdies deutliche Kritik am aktuellen Kompromissvorschlag von Linken, Grünen und Liberalen. Der CDU-Politiker sprach von einem „Anschlag auf die Zukunft der niedersächsischen Landwirtschaft, der die Sicherheit der heimischen Lebensmittelversorgung gefährdet“.

CDU: Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel würde Ertragseinbußen bedeuten

Mohrmann betonte, dass die Landwirte „ständig und erfolgreich“ daran arbeiteten, weniger chemische Pflanzenschutzmittel auf Acker- und Grünland einzusetzen. Allein der technologische Fortschritt tue hierzu sein Übriges. Ein europaweiter Verzicht auf 50 Prozent bis 2030 sei jedoch ohne erhebliche Ertragseinbußen nicht zu bewerkstelligen.

Die gewählte Bezugsgröße der „empfindlichen Gebiete“ ist laut Mohrmann „völlig ungeeignet, darüber zu bestimmen, ob Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen oder nicht“. Diese Pläne würden nach den Worten des Agrarpolitikers dazu führen, mindestens 25 Prozent des Ackerlands und 45 Prozent des Dauergrünlands in Niedersachsen aus der bisherigen klassischen Produktion nehmen zu müssen.

Für „vollständig indiskutabel“, hält Mohrmann es, über diesen Hebel konventionelle Betriebe in den Biolandbau zwingen zu wollen. „Ökolandbau geht nur freiwillig und aus Überzeugung. Politisch getriebene Zwangsumstellungen machen den Biomarkt kaputt.“ Die CDU-Landtagsfraktion werde sich weiter dafür einsetzen, dass die Belange der Landwirtschaft angemessen berücksichtigt werden. „Ein effektiver Pflanzenschutz ist entscheidend für eine nachhaltige und ausreichende Lebensmittelproduktion.“

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