VonMarcel Priggeschließen
Das Unwetter hat in Niedersachsen seine Spuren hinterlassen. Eine Großveranstaltung musste abrupt beendet werden. Die Schäden im Nordwesten sind enorm.
Oldenburg/Hannover – Gewitter, viel Regen und enorme Sturmböen. Das Wetter in Niedersachsen war weit mehr als nur ungemütlich. Eine Unwetterfront ist am Abend und in der Nacht zu Sonntag über den Norden gefegt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte gewarnt. Am Morgen werden die Schäden sichtbar. Unter anderem hat der Sturm ein Flugzeug durch die Luft gewirbelt und Besucher einer Großveranstaltung wurden vom Wetter überrascht.
Wetter-Chaos in Niedersachsen: Enorme Wetter-Schäden im Nordwesten
Eine Unwetterfront hat zu enormen Schäden im Nordwesten geführt. Ostfrieslandweit zählte die Feuerwehr bis zum Sonntagvormittag 83 sturmbedingte Einsätze, so die Polizei Osnabrück. In Oldenburg ist ein Auto von einem Baum begraben worden. In Wifelstede fällt ein zehn Meter langer Ast auf ein Wohnhaus. Und in Aurich hat eine sehr starke Windböe eine Halle eines Bauernhofes teilweise zum Einsturz gebracht, berichtet Nord-West-Media. In allen Fällen wurde niemand verletzt. Doch das ist noch lange nicht alles.
Der Sturm in Niedersachsen war nämlich so stark, dass er auch ein geparktes Kleinflugzeug durch die Luft gewirbelt hat. Das berichtet die Deutsche Presseagentur am Sonntag. Auf dem Flugplatz Leer-Papenburg in Ostfriesland wurde das Flugzeug am Samstagabend durch eine Böe aus seiner Verankerung gelöst. Es stürzte schließlich neben der Landebahn auf das Dach. Da der Tank dabei beschädigt wurde und Treibstoff austrat, bedeckte die Feuerwehr das Flugzeug mit Löschschaum, um eine Brandgefahr zu verhindern.
Unwetter trifft Großveranstaltung: Windböe lässt zahlreiche Boote kentern – Großeinsatz
Der Sturm traf unerwartet eine Großveranstaltung am Steinhuder Meer. Das „Festliche Wochenende“, das vom 23. bis zum 25. August bis zu 10.000 Zuschauer anzog, erreichte gegen 22:30 Uhr ihren Höhepunkt mit einem beeindruckenden Feuerwerk, als plötzlich ein Sturm mit Windstärke 8 über den größten See in Niedersachsen zog. Zahlreiche Boote und Stand-Up-Paddleboards, die sich in Position gebracht hatten, um das Feuerwerk zu beobachten, befanden sich auf dem Wasser.
Die Bühne für das Spektakel war auf einem Ponton etwa 400 Meter vor dem Ufer verankert. Das Unwetter traf die Boote völlig unerwartet, was dazu führte, dass etwa 20 Boote und andere Wasserfahrzeuge kenterten. Einige Personen erlitten leichte Verletzungen, berichet die Nachrichtenagentur Nonstop-News.
Ein Großaufgebot an Rettungskräften, darunter Feuerwehr, Rettungsdienste, Taucher und Drohnen, wurde sofort zum Unglücksort entsandt. Etwa 200 Einsatzkräfte waren vor Ort, um die Situation zu bewältigen, Verletzte zu versorgen und nach möglichen Vermissten zu suchen.
Sturm und Gewitter im Norden: Die Aussichten für Sonntag
Laut dem Deutschen Wetterdienst sind auch am Sonntag starke Winde in Niedersachsen zu erwarten. An der Nordseeküste werden bis zum Abend Böen zwischen 55 und 65 km/h (Windstärke 7 und 8) aus West erwartet. Bis zum Mittag werden zudem an der Nordsee und westlich der Weser vereinzelte Gewitter erwartet.
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