VonJohannes Nußschließen
In zwei Wochen geht in Niedersachsen die Schule wieder los. Sollte erneut auf Corona getestet werden? Darüber gibt es unterschiedliche Ansichten.
Hannover – Steht uns ein heißer Corona-Herbst bevor und ist es daher notwendig, nach dem Ende der Sommerferien in den Schulen in Niedersachsen wieder verpflichtend auf das Virus zu testen? Geht es nach der Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Hannover, dann ja. Auch die Grünen und die SPD in der Politik könnten sich dafür erwärmen, Gegenwind kommt aus der CDU und der FDP.
Corona-Tests an Schulen in Niedersachsen: Gewerkschaft fordert Testwoche nach Sommerferien
Man hätte sich bereits vor den Sommerferien eine entsprechende Aussage des Ministeriums gewünscht, sagte der stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Holger Westphal der Deutschen Presse-Agentur. Nach einer sogenannten Testwoche könnte nach GEW-Einschätzung eine Pflicht von zwei bis drei Tests pro Woche für alle notwendig sein, sofern das Infektionsgeschehen nach zahlreichen Urlaubskontakten und mit Blick auf den Herbst vermutlich hoch sein werde.
Übernächste Woche Donnerstag, 25. August 2022, ist der erste Schultag in Niedersachsen nach den Sommerferien. Bislang ist nicht bekannt, ob eine Corona-Testpflicht verhängt wird. Das Kultusministerium hatte im Juli mitgeteilt, dass dies rund zwei Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres feststehen soll. Das wäre in dieser Woche.
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Julia Willie Hamburg sprach sich für eine zweiwöchige Testpflicht für Schüler und Lehrer aus. Nach diesen beiden Wochen müssten Schüler weiter Tests zur Verfügung gestellt werden. „Bei hohen Inzidenzen muss auch eine Maskenpflicht erwogen werden. Das ist eine sehr effektive und mittlerweile in den Schulen geübte Maßnahme“, sagte Hamburg. Schulen bräuchten zudem mehr Lüftungssysteme. SPD-Bildungspolitiker Stefan Politze erläuterte, es sei angesichts des dynamischen Infektionsgeschehens noch zu früh für eine Entscheidung.
CDU und FDP sprechen sich gegen verpflichtende Corona-Tests an Niedersachsens Schulen aus
CDU und FDP sprachen sich gegen eine Corona-Testpflicht aus. CDU-Bildungspolitiker Christian Fühner sagte: „Bei aufkommenden kleineren Symptomen sollte vor dem Schulbesuch ein Test erfolgen. Eine Testpflicht ist in der aktuellen Lage aus unserer Sicht nicht nötig. Die Maske wird zum eigenen Schutz empfohlen.“ FDP-Politiker Björn Försterling betonte in Bezug auf verpflcihtende Corona-Tests an Niedersachsens Schulen, die Notwendigkeit einer Testpflicht sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben. Eine Testpflicht wäre die nächste Stufe.
In Anbetracht der seit Wochen immer weiter sinkender Inzidenz in Niedersachsen, ein Punkt, der wenigstens diskutiert werden muss. Am Donnerstag lag die Inzidenz in Niedersachsen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 371,5, am Tag zuvor lag der Wert noch bei 384,6, in der Woche zuvor sogar noch bei 515,3. Die Zahlen sprechen eine eigene Sprache, offensichtlich gibt es momentan weniger Infektionen. Der vom Robert Koch-Institut (RKI) erhobene Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gemeldet wurden.
Auch im Nachbarbundesland ist der Wert rückläufig. Daher wurden in Bremen gerade erst neue Corona-Regeln erlassen. Diese gelten nun vorerst bis Mitte September. Wie mit einer Corona-Testpflicht wie in Niedersachsen in Bremen umgegangen wird, ist derzeit noch nicht klar. (Mit Material der dpa)
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