VonFabian Raddatzschließen
Zugbetreiber klagen derzeit über hohe Krankenstände im Zuge der Corona-Pandemie. Das führt zu zahlreichen Ausfällen in Norddeutschland.
Update von Samstag, 29. Oktober 2022: Die Personalnot im niedersächsischen Zugverkehr nimmt kein Ende. Auch in den kommenden Wochen sei bei Metronom und Erixx mit teils erheblichen Zugausfällen zu rechnen, wie eine Unternehmenssprecherin von Metronom am Freitag mitgeteilt hatte. Die Nordwestbahn kündigte ebenfalls Zugausfälle aufgrund von Corona-Infektionen an.
| Unternehmen | Metronom Eisenbahngesellschaft |
| Hauptsitz | Uelzen |
| Anzahl der Beschäftigten | 320 |
| Tochtergesellschaft | Enno |
Zwar würden bei Metronom viele Kolleginnen und Kollegen aus dem Urlaub zurückkehren, jedoch bleibe die Situation angespannt. Auch Enno, eine Marke von Metronom, sei mittlerweile von vielen Krankmeldungen betroffen. Einen Schienenersatzverkehr zu organisieren sei jedoch nicht leicht: „Wir versuchen das. Da aber auch die Busunternehmen stark von Corona betroffen sind, gibt es oft schlicht nicht genug Busse, die zur Verfügung stehen“, so die Sprecherin.
Ursprungsmeldung von Donnerstag, 20. Oktober 2022: Hannover/Bremen/Hamburg – Die Corona-Welle im Herbst scheint endgültig in vollem Gange. Die Omikron-Variante BQ.1.1 – so gefährlich ist sie laut Experten – ist auf dem Vormarsch. Corona-Infektionen führen in Niedersachsen, Hamburg und Bremen zu einem erhöhter Krankenstand unter Bahnmitarbeitern – und der wiederum gipfelt in zahlreichen Zugausfällen in Norddeutschland.
„Wir haben einen erhöhten Krankenstand, darunter einen steigenden Anteil an Corona-Erkrankungen“, sagt Miriam Fehsenfeld, Sprecherin der Eisenbahngesellschaften Metronom und Erixx. Im laufenden Monat gäbe es bereits so viele Coronafälle wie in den zwei vorherigen Monaten zusammengenommen.
„Das sind die uns bekannten Fälle. Da es keine Meldepflicht mehr gibt, kann der Anteil der Coronafälle auch deutlich höher liegen. Eine Prognose ist unter diesen Umständen schwierig“, so Fehsenfeld. Beide Unternehmen gehen aktuell zumindest bis Ende kommender Woche von einer deutlich angespannten Personalsituation aus. Infolgedessen kommt es zu Ausfällen von Zügen in Norddeutschland.
Vermehrte Zahl von Coronafällen führt zu zahlreichen Zug-Ausfällen im Norden: „Es tut uns sehr leid“
Natürlich würde immer versucht, bei kurzfristigen Krankmeldungen Schichten nachzubesetzen, das gelinge aber nicht immer, so Fehsenfeld: „Im schlechtesten Fall müssen Züge entfallen, das betrifft dann leider auch nicht nur einen Zug, sondern in der Regel ganze linienübergreifende Umläufe.“ Daher fallen im gesamten Streckennetz Verbindungen aus. „Es tut uns sehr leid, wir hoffen, dass die Corona-Fallzahlen bald wieder abebben“, erklärt die Sprecherin.
Fahrgäste werden gebeten, sich vor Reiseantritt in den elektronischen Auskunftsmedien zum Beispiel auf den Webseiten von Metronom und Erixx oder in der FahrPlaner-App oder der App von Metronom zu informieren.
Zug-Ausfälle durch Corona: Zuletzt legte ein Anschlag die Deutsche Bahn lahm – Sabotage vermutet
Harte Zeiten für Bahn-Fahrer: Erst Anfang Oktober sorgte ein Anschlag auf die Deutsche Bahn für ein Zug-Chaos im Norden. Nach der Bahn-Sabotage haben Experten einen sogenannten „Testlauf“ vermutet. Ein Sprecher des Expertengremiums Arbeitsgruppe Kritische Infrastrukturen (AG Kritis) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Es könnte nur ein Testdurchlauf gewesen sein, um die Auswirkungen einer solchen Sabotage zu sehen.“
