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Die Landessparkasse zu Oldenburg erhöht die Gebühren für ihr Girokonto. Dafür haben nicht alle Verständnis. Ein Kunde zeigt sich besonders erbost.
Wildeshausen – Erwin H. (richtiger Name der Redaktion bekannt) aus der Gemeinde Dötlingen ist sauer auf seine Hausbank und auf Krawall gebürstet. Der Grund: Vor wenigen Tagen hat ihm die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) per Brief über ein neues Preis- und Leistungsverzeichnis informiert, zu dem er bis Freitag, 8. Dezember, seine Zustimmung erteilen soll.
Das neue Verzeichnis enthält in erster Linie eine Kostensteigerung für das „GiroKomfort“-Konto von 7,50 auf neun Euro ab dem 1. Januar 2024. „Das sind 26,99 Prozent mehr. Ich halte das für Preistreiberei“, findet H., der darauf hinweist, dass die LzO bereits im Jahr 2020 die Kosten von sechs auf 7,50 Euro erhöht hat. „Ich habe jetzt mit dem Gedanken gespielt, meine Bank zu wechseln“, sagt H. Dann sei ihm das aber doch zu aufwendig erschienen. Nun ist er gespannt, was geschieht, wenn er bis zum 8. Dezember seine Zustimmung verweigert. „So einfach rausschmeißen können Sie mich ja nicht“, findet er.
LzO: Haben das Leistungsspektrum erweitert
Theoretisch kann aber genau das passieren: „Sollte die erforderliche Zustimmung nicht vorliegen, erinnern wir unsere Kunden fortlaufend daran“, so Andreas Renken, Pressesprecher der LzO. Wenn sie endgültig ausbleibe, fehle leider die vertragliche Grundlage für das Fortbestehen der Geschäftsverbindung. „Das wäre dann sehr bedauerlich“, betonte Renken. Die LzO erklärt ihre Preiserhöhung unter anderem damit, dass sie das Leistungsspektrum ihrer Girokonten-Modelle kontinuierlich erweitert und damit ihre Serviceleistungen verbessert hat.
Engmaschiges Netz an Geldautomaten
Als Beispiel nennt das Institut das Angebot mit „S-Cashback Regional“. Von jedem Einkauf, den Kunden der LzO bei Unternehmen tätigen, die an diesem Verfahren teilnehmen, erhielten sie Geld zurück. „Ein weiterer Grund für die Preisanpassungen sind die erheblichen Investitionen, die die LzO in den vergangenen Jahren in ihre Standorte und Technik vorgenommen hat“, heißt es in einem Schreiben. Die LzO habe ihr engmaschiges Netz an Geldautomaten und Selbstbedienungsterminals flächendeckend auf den neuesten technischen Stand gebracht. In Wildeshausen wurde allerdings der SB-Pavillon am Westring geschlossen.
Die neuen Entgelte hält die LzO für angemessen, da sie für ihre Kunden qualitativ hochwertige Leistungen erbringe. „Unterstützt wird diese These durch eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest. Sie hat die Konditionen von 460 Gehalts- und Rentenkonten bei 175 Banken und Sparkassen im Bundesgebiet geprüft“, heißt es in einer Information. Danach liege der Durchschnittspreis für ein Girokonto mit einer typischen Nutzung bei 9,75 Euro im Monat.
Vergleich mit den Mitbewerbern
Auch bei den Mitbewerbern sind die Kunden nicht vor Gebührenerhöhungen geschützt. Die OLB hat den Preis für das Konto „L“ zum 1. Januar 2023 um einen Euro auf 11,50 Euro erhöht. Es ist vergleichbar mit dem „GiroKomfort“ bei der LzO, bietet jedoch neben der Mastercard auch noch eine Kreditkarte sowie einen Türöffnungsservice und einen Reisebonus.
Die VR Bank bietet ihren Kunden vergleichbar mit den Konten bei der LzO sowie der OLB beispielsweise das VR-Premium-Konto. Nutzt ein Kunde alle Leistungen inklusive Gold-Kreditkarte kostet ihn das 14,40 Euro (ohne Hausbankstatus), 12,40 Euro (mit Hausbankstatus Silber) 6,40 Euro (mit Hausbankstatus Platin). Den Hausbankstatus erhalten Kunden, die viele Leistungen der VR Bank nutzen,