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Deichbrand stellt eigenen Supermarkt vor: So teuer sind Ravioli und Bier auf dem Festival

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Nachdem sich große Supermarkt-Ketten verstärkt aus Musik-Festivals zurückziehen, hat das „Deichbrand“ nun den „SuperStore“ aus dem Boden gestampft. Die wichtigsten Artikel werden dort angeboten.

Cuxhaven/Nordholz – In Sachen Supermarkt auf dem Deichbrand gibt es Neuigkeiten. Nachdem im letzten Jahr bekannt wurde, dass der Discounter Aldi Nord bei der diesjährigen Auflage des Festivals nicht mehr an Bord sein wird, hat das Deichbrand-Team jetzt verkündet, dass es einen eigenen „SuperStore“ auf dem Festivalgelände eröffnen wird.

„Das Warten hat endlich ein Ende und wir freuen uns sehr euch unseren eigenen SuperStore vorstellen zu können!“, heißt es am Mittwoch, den 12. Juni, auf der Facebook-Seite des Festivals. Und weiter: „Wir wissen, wie wichtig euch dieses Thema ist und haben die letzten Monate intensiv daran gearbeitet, euch auch ohne ALDI oder anderen Partner einen Supermarkt bieten zu können. Wir machen Festivals – keine Supermärkte, daher war das ganze Thema für uns eine riesige Herausforderung und hat entsprechend Zeit benötigt“.

Die wichtigsten Produkte werden vom Deichbrand-Supermarkt abgedeckt

Erste Informationen zu den Produkten und Öffnungszeiten liefert das Festival-Team gleich mit, um Interessierten die Planung schon jetzt ein Stück weit zu ermöglichen, obwohl erst wieder ab dem 18. Juli an der Nordsee gefeiert wird.

Die wichtigsten Artikel, die bei keinem Festival-Besuch fehlen dürfen, wie Getränke, Dosen-Ravioli, Grillgut und Eiswürfel, werden auch im SuperStore auf dem Deichbrand angeboten. Ein halber Liter Bier soll demnach 1,75 Euro kosten. Mineralwasser ist im Vergleich deutlich günstiger: 69 Cent für 1,5 Liter. Wer die Zahnbürste vergessen hat, kann sich hier für 99 Cent einen Ersatz beschaffen.

Spontan einkaufen auf dem Deichbrand: So viel kosten Getränke, Grillgut, Eiswürfel und Co.

Auch wer sich ganz spontan entscheidet, auf dem Deichbrand zu grillen, wird hier fündig: Einen Picknick-Grill gibt es für 4,99 Euro, Grillkäse zum Drauflegen für 2,99 Euro und eine 400-Gramm-Packung Kartoffelsalat als Beilage für 3,99 Euro. Bislang stehen etwa 16 Produkte fest auf der Angebotsliste, die jedoch in den nächsten Wochen noch ausgeweitet wird, wie das Festival-Team auf Facebook erklärt. 150 unterschiedliche Artikel soll man zum Start des Festivals dort shoppen können, auf 1.600 Quadratmetern. Neben einem Backshop soll es auch ein Kühlhaus geben. An zwölf Kassen kann in bar oder mit Karte gezahlt werden und auch Pfandflaschen können abgegeben werden.

Unter den Deichbrand-Fans erntet die Facebook-Nachricht über den SuperStore gemischte Reaktionen. Einige nehmen die Ankündigung durchaus wohlwollend bis begeistert an: „Klingt super, wir freuen uns“, schreibt eine Userin. „Danke, danke, danke! Ich liebe euch“, eine andere. Bei den meisten hält sich die Begeisterung allerdings in Grenzen: „Also kürzere Öffnungszeiten, aber dafür kostet alles 2-3 Mal so viel. Na super“, schreibt ein Nutzer. Und: „Was für Preise. Zum Glück geht es dieses Jahr nicht mehr nach Deichbrand“, findet ein anderer.

Festival-Besucher ziehen über das Gelände zu den Zeltplätzen des Deichbrand Rockfestivals in Cuxhaven/Nordholz.

„Was für Preise!“ – Urteil der Fans über das Angebot des Deichbrand-Supermarkts fällt gemischt aus

Ein Festival-Besucher verteidigt die Veranstalter des Deichbrand: „An alle Berufsnörgler!“, schreibt er, „Aldi war sicherlich größer und billiger. Man darf allerdings nicht vergessen, dass Festivalbesucher in den letzten Jahrzehnten auch ohne Einkaufsmöglichkeiten überlebt haben. Dort vor Ort sich mit dem nötigsten zu versorgen ist Luxus und sollte auch bei höheren Preisen honoriert werden! Und wem es nicht passt, bringt sein Billigbier und Ravioli selber mit“, findet er.

Günstiger als an der Bar ist das Bier aus dem Festival-Store aber trotzdem noch. Für ein gezapftes Bier mussten die Deichbrand-Besucher im letzten Jahr teils tief in die Tasche greifen.

Bierpreise auf Musikfestivals – Warum Discounter sich aus der Branche zurückziehen

Ein weiterer Facebook-User spielt den Ball weiter an das Hurricane-Festival: „Ihr seid dran“, schreibt er. Denn auf dem beliebten Festival in Scheeßel hatte es 2023 nur eine Art Kiosk mit sehr begrenztem Sortiment gegeben. Der Leiter des Hurricane hatte daraufhin im Gespräch mit kreiszeitung.de erklärt, dass die großen Ketten sehr zurückhaltend seien, was ihr Engagement auf großen Festivals anginge. Das läge seiner Ansicht nach noch immer an den Folgen der Corona-Pandemie und den gestiegenen Kosten.

Wahren Musik-Fans ist das Line-up bei einem Festival aber ohnehin wichtiger als Bierpreise. Denn es geht ja darum, angesagte Künstlerinnen und Künstler unter freiem Himmel und auf der großen Bühne zu erleben. Bei der diesjährigen Auflage des Deichbrand sind Bands wie Kings of Leon, Tokio Hotel, Provinz und The Prodigy gebucht. Aber auch Acts wie Nina Chuba, Cro, Peter Fox und Blümchen werden dabei sein.

Rubriklistenbild: © Lars Penning/dpa

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