VonEva Burghardtschließen
Kein Aldi mehr auf dem Deichbrand-Festival. Stattdessen organisiert das Festival einen eigenen Supermarkt. Was steckt dahinter?
Niedersachsen – „Warum?“, fragten sich viele Fans des Deichbrand-Festivals bei Cuxhaven in den vergangenen Monaten. Bereits 2023 wurde bekannt, dass es 2024 keinen Aldi-Supermarkt auf dem Deichbrand-Festival geben wird. Stattdessen bietet das Festival-Team in diesem Jahr einen eigenen Supermarkt, einen „SuperStore“ an. Wie viel Ravioli und Bier im Deichbrand-Supermarkt kosten werden, ist bereits bekannt. Jetzt hat sich der Veranstalter gegenüber kreiszeitung.de zu den Hintergründen für einen eigenen Supermarkt geäußert.
Deichbrand Festival in Cuxhaven richtet eigenen Supermarkt ein
In den vergangenen Jahren gab es auf dem Deichbrand-Festival eine eigene Filiale des Discounters Aldi. Nach Angaben des Veranstalters war das sogar die größte Aldi-Filiale der Welt. Für viele Fans gehörte der Supermarkt zum Festivalerlebnis dazu. „Die enorme Bedeutung dieses Themas für die Gäste ist den Veranstalter:innen bewusst“, schrieben die Deichbrand-Veranstalter zuletzt in einer Pressemitteilung.
Doch die Partnerschaft mit Aldi war 2023 ausgelaufen und dann auch nicht mehr verlängert worden, sagt eine Sprecherin des Deichbrand-Festivals auf Anfrage von kreizeitung.de. Danach habe es zwar mehrere Gespräche mit anderen Mitbewerbern gegeben, „allerdings konnten wir für dieses Jahr keine neue Partnerschaft mehr aufsetzen“, heißt es weiter.
Ein Festivalsupermarkt sei ein großes Projekt, bei dem eine Vorlaufzeit von weniger als einem Jahr für andere Supermärkte „einfach zu knapp“ gewesen wäre.
Team vom Deichbrand-Festival organisiert eigenen Supermarkt
Also entschied das Team, sich das Wissen für einen eigenen Festivalsupermarkt selbst anzueignen und gründete den „SuperStore.“ Der neue Supermarkt sei „mit viel Liebe und Energie“ entstanden, „bestimmt nicht perfekt, aber echt“, teilte das Deichbrand-Festival zuletzt mit.
„Wir glauben und wissen, wie wichtig und nachhaltig ein Supermarkt für unsere Gäste ist“, heißt es weiter. Man sei außerdem der Meinung, es sei mittlerweile wichtig, ein solches Angebot zu schaffen, um die Grundversorgung abzudecken.
Supermarkt auf dem Deichbrand-Festival
►Wo? In der Nähe der Campingflächen, wo in den vergangenen Jahren der Aldi Supermarkt war.
►Wann? Der Supermarkt ist am Mittwoch, 17. Juli, von 16 bis 22 Uhr und Donnerstag bis Sonntag, 18. bis 21. Juli, von 8 bis 22 Uhr geöffnet.
►Wie groß? Auf einer Fläche von 1.600 Quadratmetern gibt es 12 Kassen, von denen zwei Bargeld akzeptieren.
►Was? Das Sortiment umfasst mehr als 150 verschiedene Produkte wie Getränke, Nahrungsmittel, Camping-Ausstattung und Hygieneprodukte.
(Quelle: Deichbrand Festival)
Dabei gehe es auch darum, den Verkehr in der Region, neben den Tagen der An- und Abreise der Fans, nicht zu sehr zu belasten. „Wir wollen nicht, dass die Festivalbesucher in Scharen zu den Supermärkten in der Region fahren, um dort einzukaufen“, so eine Sprecherin gegenüber kreiszeitung.de.
Supermarkt auf dem Deichbrand-Festival sorgt für weniger Müll
Mit einem Supermarkt auf dem Gelände gebe es auch weniger Müll. Weil sich die Besucherinnen und Besucher vor Ort vor allem nach Bedarf besorgen, bleibe weniger übrig und werde letztendlich weggeworfen, so die Sprecherin. „Verglichen mit dem jährlichen Pro-Kopf-Haushaltsmüllaufkommen haben wir auf dem Deichbrand seit Jahren ein geringeres Pro-Kopf-Müllaufkommen.“
Supermodel, Stau und Sauwetter – Das war das Deichbrand-Festival 2023




In dem „SuperStore“ soll es mehr als 150 verschiedene Produkte „aus nahezu allen Produktkategorien“ geben. Dazu zählen gekühlte Getränke, Snacks, Grill-Ausstattung und Camping-Equipment genauso wie Obst, Gemüse und Backwaren. In einzelnen Bereichen werden Markenprodukte angeboten, „in anderen günstige Alternativen“, so die Sprecherin. Insgesamt sind rund 250 Mitarbeitende an dem Supermarkt beteiligt. „Dazu gehören neben den Verkäuferinnen und Verkäufern auch Mitarbeitende in der Logistik oder Kühl- und Backtechnik.“
Lohnt sich der hauseigene Supermarkt für die Veranstalter? „Insgesamt geht es in diesem Jahr nicht darum, mit dem Projekt Geld zu verdienen“, sagt die Sprecherin. Das oberste Ziel bleibe der Ticketverkauf und ein „gut gefülltes Deichbrand-Festival mit zufriedenen Gästen“ zu organisieren. „Wenn eine Campingplatzversorgung dazu beitragen kann, sind wir bereit, mit einer schwarzen Null aus diesem Projekt hervorzugehen.“
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