Es gibt ihn seit 57 Jahren

Deutschlands ältester Flohmarkt findet regelmäßig in Niedersachsen statt

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Bummeln, bieten, feilschen. Flohmarkt gab es lange nur in Frankreich. Ein Künstler holte ihn nach Deutschland. Der älteste findet bis heute in Niedersachsen statt.

Hannover – Auf viele Menschen üben Flohmärkte eine magische Anziehungskraft aus. Hier kann man feilschen, Schnäppchen jagen und echte Schätze entdecken. Was wohl die wenigsten ahnen: Den Flohmarkt, so wie wir ihn kennen, gibt es in Deutschland noch gar nicht so lange. Erst 1967 holte ein Künstler ihn nach dem Vorbild des „marché aux puces“ von der Seine an die Leine in Hannover. Damit stellt Niedersachsen gleich zwei Trödelmarktrekorde auf: In diesem Bundesland gibt es nicht nur den längsten Flohmarkt, sondern auch den ältesten!

Veranstaltung:Altstadt Flohmarkt
Eröffnung:8. April 1967
Ort: Hannover
Zeit:März bis Oktober, Samstags 10 bis 18 Uhr

Direkt an der Leine: Schatzsuche auf dem ältesten Flohmarkt Deutschlands

Von lokalen Veranstaltungen bis hin zu überregionalen Events zieht der von Aktionskünstler Reinhard Schamuhn ins Leben gerufene Altstadt Flohmarkt seitdem Trödler aus ganz Deutschland an. Am Hohen Ufer direkt an der Leine – zwischen Schloss- und Goethestraße – präsentieren seit 57 Jahren Händler alles Mögliche und Unmögliche: Kleidung, Spielzeug, Platten, Plunder – in Zuständen zwischen Ramsch und Rarität, wie es sich für einen amtlichen Flohmarkt eben so gehört. Was die Menschen in Niedersachsen nicht in Hannover auf dem Flohmarkt, sondern in der Lüneburger Heide finden, ist das erste Kartoffel-Hotel der Welt. Neben einem schicken Restaurant gibt es dort sogar Kartoffel-Wellness.

Verkauft wird fast alles, was gefällt. Bis auf: ungebrauchte und/oder verpackte Ware, Waren gleicher Gattung in größerem Umfang (mehr als zehn Gegenstände völlig gleicher Art), jüngere Elektroartikel, neue Bekleidung, Fahrräder und Tiere sowie Waffen und kriegsverherrlichende oder Waren mit Symbolen des NS-Regimes, wie es die Flohmarktordnung seit 2006 vorschreibt.

Bummeln, bieten, feilschen. Flohmärkte gab es bis in die 60-er Jahre nur in Frankreich. Doch dann hielten sie auch in Deutschland Einzug. Der älteste findet bis heute in Niedersachsen statt.

Jede Woche bis zu 20.000 Menschen: Das ist der älteste Flohmarkt Deutschlands in Niedersachsen

Am Westrand der Altstadt gelegen, mit dem historischen Beginenturms im Hintergrund, lockt der Altstadt Flohmarkt jeden Samstag bis zu 20.000 Menschen an. Sogar „echte“ Kunst gibt es zu sehen: Zwischen den Auslagen der Amateur- und Profi-Verkäufer am Leibnizufer blitzen seit 1974 heiter die „Nanas“ hervor, die bunten Figuren der Künstlerin Niki de Saint Phalle.

Deutschlands ältester Flohmarkt in der Altstadt Hannover: Trödelspass von März bis Oktober

Früher fand der Flohmarkt in der Altstadt auch im Winter statt, inzwischen beschränkt sich die Saison auf März bis Oktober. Auch die Uhrzeiten wurden angepasst. Ging es ehemals jeden Samstag schon um sieben los, startet der Markt nun langschläferfreundlich erst um 10 Uhr, ist aber bis 18 Uhr geöffnet.

Rubriklistenbild: © Imago/Zoonar

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