Kein Abschuss möglich

DNA-Beweis: Unterschiedliche Wölfe reißen rund um Stade Tiere

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Rund um Stade gibt es einen weiteren Wolf, der Schafe gerissen hat. Der Landkreis meint, das Land braucht zu lange für die DNA-Analyse.

Stade – Das friedliche Zusammenleben von Wolf, Nutztieren wie Schafe und Menschen klappt nicht immer. Wenn Wölfe Tiere reißen, dann können sie auch abgeschossen werden. Dafür benötigt es eine Abschussgenehmigung. Um sie zu bekommen, braucht es die Ergebnisse von DNA-Proben, die bestätigen, dass ein bestimmter Wolf an verschiedenen Orten Nutztiere angefallen hat. Im Landkreis Stade ist man der Meinung, dass das niedersächsische Umweltministerium zu langsam arbeite und die DNA-Ergebnisse zu spät mitteilt. Das Ministerium widerspricht.

DNA-Beweis: Unterschiedliche Wölfe reißen rund um Stade Tiere

Konkret ging es um Risse in Großenwörden und Nieder Ochterhausen. Dort waren pro Ort drei Schafe gerissen worden. In den Verdacht gerieten die Wölfe, die in Gräpel 55 Schafe getötet haben. Der DNA-Abgleich widerspricht nun dieser These. Bei den jüngsten Rissen in Großenwörden und Nieder Ochterhausen handelt sich um einen anderen Wolf, der vorher noch nicht in Erscheinung trat. Heißt auch: Es wird keine Ausnahmegenehmigung geben. Der Bauernvervand hält eine feste Abschussquote nach wie vor für notwendig.

Im Vorfeld hatte der Landkreis signalisiert, eine sogenannte Ausnahmegenehmigung erlassen zu wollen. Um diese gerichtsfest zu bekommen, bat er das Land um Hilfe. Dazu gehörten auch die DNA-Proben. Allerdings sollen die DNA-Ergebnisse erst nach einigen Wochen beim Landkreis eingegangen sein. „Ich kann nicht verstehen, warum die Laborauswertungen so lange dauern“, sagt Landrat Kai Seefried. Entsprechend lautet die Forderung aus dem Kreishaus: Man müsse schneller arbeiten. Der Konter kam aus dem Umweltministerium. Vorhandene Daten würden zeitnah weitergegeben, so ein Sprecher gegenüber dem NDR.

Der Wolf ist naturschutzrechtlich streng geschützt.

Dass das Thema Wolf ein Reizthema ist, verdeutlichen auch die für Freitag, 29. September angekündigten Mahnfeuer. Veranstalter sind Wolfsgegner. „Da geht bestimmt noch was“, schreibt die Bürgerinitiative wolfsfreies Ostfriesland in einem Facebook-Beitrag. Dabei gehe es nicht darum, ein großes Feuer anzuzünden. Ein Kerzenlicht im Garten reiche bereits aus.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

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