Orkanwarnung für Nordsee-Küste

Regen statt Schnee: Neueste Wetter-Modelle lassen an Wintereinbruch zweifeln

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Der Winterkrimi geht weiter. Nachdem mehrere Wettermodelle Schneefall für das Wochenende vorhergesagt haben, weichen nun die ersten davon wieder ab.

Hannover – Kommt der Schnee oder kommt er nicht? Diese Frage beschäftigt derzeit nicht nur die Menschen im Norden. Nachdem eine Kältespitze im Niedersachsen-Wetter vorausgesagt war, die neben Frost und Glätte sogar Schneefall möglich machen würde, weichen nun die ersten Wettermodelle davon wieder ab.

„Gestern Abend haben noch alle drei Wettermodelle viel Neuschnee für den Samstag berechnet, doch davon ist nicht mehr viel geblieben“, sagt Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net. Statt Schnee würden das deutsche Wettermodell ICON und der europäische Wettermodell ECMWF nun plötzlich milde Luftmassen, Wind und jede Menge Regen berechnen. Nur das US-Wettermodell der NOAA bleibe bei einer Schneefront am kommenden Samstag.

Regen statt Schnee: Neuesten Wetter-Modellen zufolge werden die nächsten Tage nasskalt. Vorher war noch eine Schneedecke vorhergesagt (oben rechts).

Doch, so Jung: „Der Wintereinbruch ist zumindest, Stand Dienstagnachmittag (17. Oktober 2023, Anm. d. Red.), erstmal abgesagt.“ Das gelte nicht nur für den Norden, sondern auch für die Mitte Deutschlands, berichtet hna.de.

Doch kein Schnee-Spaß? Neue Wetter-Modelle sehen Wintereinbruch bedroht

Wie es sein kann, dass sich die Lage so schnell ändert, erklärt der Wetter-Experte auch gleich: „Kleinste Änderungen der Berechnung der genauen Lage der Tiefs um Deutschland herum können große Auswirkungen auf unser Wetter haben. Das sieht man an diesem Beispiel wunderbar“, so Jung. Jedes Wettermodell habe seine eigene Art und Weise, diese „Änderungen“ zu verarbeiten. „Daher können dann auf die nächsten Tage betrachtet verschiedene Prognose-Ergebnisse stehen.“

Der Winterkrimi gehe somit erstmal weiter. Jung: „So oder so: Ab nächster Woche steigen die Höchstwerte nach allen Wettermodellen wieder deutlich an und liegen dann meist um 14 bis 17 oder 18 Grad.“ Je nach Wettermodell seien aber auch viele Regenwolken und Wind mit von der Partie. „Der Herbst wird etwas ungemütlicher“, sagt Wetter-Exterte Jung.

Deutscher Wetterdienst sagt Regen statt Schnee voraus

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) stuft die Chancen für Schnee in Niedersachsen und Bremen in den nächsten Tagen als gering ein. Laut den neuesten Vorhersagen zeigt sich der Mittwoch, 18. Oktober, überwiegend heiter. Zwar können Schleierwolken und gelegentlich dichtere Wolkenfelder auftreten, sonst zeige sich aber Sonne und es ist überwiegend trocken. An der See können vermehrt stürmischen Böen und einzelne Sturmböen auftreten.

Am Donnerstag endet das – zumindest im Inland – noch freundliche Herbstwetter. Der Tag zeigt sich bedeckt und mit viel Regen. Die Tiefstwerte liegen bei vier bis acht Grad. Für Schneefall reicht das noch nicht. Dafür kann starker bis stürmischer Ostwind an der See auftreten.

Am Freitag drohen Orkanböen an der Nordsee-Küste – Fährverkehr eingeschränkt

Regnerisch geht es auch am Freitag weiter. Es wird mit sechs bis elf Grad sogar wieder etwas wärmer. An der Nordsee wird es mitunter gefährlich: Sturmböen und an exponierten Abschnitten auch schwere Sturmböen. In der Nacht spitzt sich die Lage sogar noch zu: Bei anhaltender Oststurmlage droht an der See zusätzlich Unwettergefahr durch orkanartige Böen. Mehrere Fährverbindungen an der Nordsee fallen in dieser Zeit aus oder werden nur eingeschränkt bedient.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie (BSH) vor einer Sturmflut an der Nordsee-Küste gewarnt. Diese war auch eingetreten, und überschwemmte etwa in der Ortschaft Norddeich die Ufer-Promendade und umspülte Autos. Die Sturmflut überschwemmte sogar eine Nordsee-Insel.

Tags darauf beruhigt sich das Wetter etwas, der Regen lässt nach. Später gibt es sogar Wolkenlücken. Die Tageshöchstwerte liegen bei 11 bis 16 Grad. In der Nacht zum Sonntag kann stellenweise noch etwas Regen auftreten, ansonsten lockert die Bewölkung auf. Von Schnee keine Spur.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa & wxcharts.com

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